Ehre und StärkeBlackmoore
Jahr 21-22

Der Gefrorene Thron: Illidan, Sylvanas und Arthas

Nach Archimondes Fall kämpfen Illidan, Sylvanas und Arthas um das Erbe der Geißel. Der Weg führt zurück nach Lordaeron und bis auf den Gipfel der Eiskrone.

Der Krieg nach dem Sieg

Archimonde ist gefallen, doch die Geißel besteht weiter

Die Schlacht am Hyjal beendet die unmittelbare Invasion der Legion. Sie beendet weder die Geißel noch den Lichkönig. Ner'zhul spürt, dass sein Gefängnis auf dem Gefrorenen Thron schwächer wird. Kil'jaeden wiederum will das Werkzeug vernichten, das sich seiner Kontrolle entzogen hat. Dafür wendet er sich an Illidan Sturmgrimm, der nach seiner Verbannung noch immer nach einer Aufgabe sucht, die seine Macht und seine Opfer rechtfertigt.

In Lordaeron beginnt Sylvanas Windläufer zur selben Zeit, die Kontrolle des Lichkönigs abzuschütteln. Ihre Freiheit ist zunächst nur ein schmaler Augenblick zwischen zwei Herren. Arthas verliert Diener, Illidan sammelt Naga und Blutelfen um sich, und Kael'thas sucht verzweifelt nach einer Zukunft für ein Volk, dessen Heimat und magische Quelle zerstört wurden. Der Kampf um den Gefrorenen Thron wird damit zum Abschluss mehrerer Geschichten, die in Lordaeron und Quel'Thalas begonnen haben.

Der Gefrorene Thron über den Gletschern von Eiskrone
Am Gefrorenen Thron treffen Illidans Angriff, Ner’zhuls schwindende Macht und Arthas’ letzter Aufstieg aufeinander.Bildquelle: Warcraft Wiki: Der Gefrorene Thron

Maiev folgt Illidan bis zum Grabmal des Sargeras

Maiev Schattensang hatte Illidan zehntausend Jahre bewacht. Als Tyrande ihn während der Legioninvasion freilässt, empfindet Maiev dies nicht nur als Gesetzesbruch, sondern als Entwertung ihres ganzen Lebensauftrags. Sie verfolgt Illidan über das Meer zu den Verheerten Inseln. Dort entdeckt sie, dass sich ihm Naga unter Lady Vashj angeschlossen haben – Nachfahren jener Hochgeborenen, die mit Azshara im Großen Bruch versanken.

Illidan sucht im Grabmal des Sargeras nach dem Auge des Sargeras, einem mächtigen Artefakt aus dem Erbe des gefallenen Titanen. Die Gruft stürzt während der Jagd ein; viele Wächterinnen sterben, während Maiev entkommt und Malfurion sowie Tyrande um Hilfe ruft. Illidan flieht weiter nach Lordaeron, weil Kil'jaeden ihm einen Auftrag gegeben hat: Der Lichkönig hat sich der Legion entzogen und soll vernichtet werden.

Das Auge des Sargeras bedroht Nordend aus der Ferne

In den Ruinen Dalarans beginnt Illidan mit dem Auge ein Ritual, das die Erde Nordends aufreißen und den Gefrorenen Thron zerstören soll. Malfurion spürt, dass der Zauber nicht nur Ner'zhul treffen, sondern den Kontinent verwüsten kann. Gemeinsam mit Maiev und Kael'thas Sonnenwanderer unterbricht er das Ritual.

Maiev behauptet anschließend, Tyrande sei bei einem Einsturz gestorben. Als Malfurion die Lüge erkennt, verbündet er sich vorübergehend mit Illidan, um Tyrande zu retten. Die Brüder finden sie lebend. Malfurion verzeiht Illidan diesen Beistand, hebt seine Verbannung jedoch nicht auf. Illidan flieht mit Vashj in die Scherbenwelt; Maiev folgt ihm weiter.

Kael'thas verliert die Allianz und folgt Vashj

Kael'thas führt die Überlebenden von Quel'Thalas inzwischen als Blutelfen. Sie leiden unter dem Verlust des Sonnenbrunnens und suchen nach neuen Quellen arkaner Macht. Im Dienst des menschlichen Befehlshabers Garithos erhalten sie Aufgaben, die kaum zu erfüllen sind. Als Vashjs Naga ihnen helfen, deutet Garithos diese Rettung als Verrat und lässt Kael'thas und seine Gefolgsleute einsperren.

Vashj befreit die Blutelfen und führt sie durch ein Portal in die Scherbenwelt. Dort verspricht Illidan ihnen Zugang zu jener Magie, die ihren Hunger stillen könnte. Kael folgt nicht, weil er plötzlich jede Grenze verachtet, sondern weil die Allianz seine Leute verurteilt hat und er keinen anderen Beschützer mehr sieht. Gemeinsam befreien sie Illidan aus Maievs Gefangenschaft, gewinnen Akamas Gebrochene und stürzen Magtheridon. Illidan übernimmt den Schwarzen Tempel, doch Kil'jaeden findet ihn auch dort und zwingt ihn zu einem zweiten Angriff auf den Lichkönig.

Sylvanas entreißt Lordaeron der Geißel

Während Ner'zhuls Macht schwindet, lösen sich Untote aus seiner Kontrolle. Sylvanas Windläufer gehört zu ihnen. Arthas hatte sie nach der Verteidigung Quel'Thalas' nicht nur getötet, sondern als Banshee gezwungen, den Untergang ihrer Heimat mitzuerleben. Freiheit bedeutet für sie deshalb keine Rückkehr in das frühere Leben. Sie besitzt wieder einen eigenen Willen, aber keinen unverletzten Körper, keine alte Stellung und kein Volk, das sie selbstverständlich aufnimmt.

Sylvanas verbündet sich zunächst mit den Schreckenslords, die nach Archimondes Niederlage in Lordaeron zurückgeblieben sind. Sie versucht, Arthas zu töten, doch Kel'Thuzad rettet ihn. Als Arthas nach Nordend aufbricht, wendet Sylvanas sich gegen ihre bisherigen Partner, erobert die Ruinen der Hauptstadt und sammelt freie Untote um sich. Sie nennen sich Verlassene, weil weder die Geißel noch die Reiche der Lebenden ihnen eine Heimat zugestehen.

Arthas und Illidan erreichen den Gefrorenen Thron

Ner'zhul ruft Arthas nach Nordend. Auf dem Weg durch Azjol-Nerub führt Anub'arak ihn durch das gefallene Reich seines eigenen Volkes. Illidan, Vashj und Kael'thas erreichen Eiskrone von der anderen Seite. Beide Heere kämpfen nicht um Nordend selbst, sondern um die Macht im Eis: Illidan soll sie im Auftrag Kil'jaedens vernichten, Arthas will sie bewahren und ganz in sich aufnehmen.

Vor dem Gefrorenen Thron besiegt Arthas Illidan, ohne ihn zu töten. Dann steigt er allein zum Gipfel auf, zerschlägt Ner'zhuls eisernes Gefängnis und setzt den Helm der Herrschaft auf. Der Prinz und der Geist des Lichkönigs werden zu einer neuen Einheit. Während Sylvanas in Lordaeron ein Reich freier Untoter gründet, sitzt Arthas über einer Geißel, deren Macht nun einen neuen Träger besitzt.

Was der Dritte Krieg zurücklässt

Der Dritte Krieg verändert Azeroth anders als die ersten beiden Kriege. Stormwind konnte nach seinem Fall wieder aufgebaut werden; Lordaeron bleibt als offenes Grab zurück. Die Geißel ist keine Armee, die nach einer Niederlage einfach heimkehrt. Sie ist ein Zustand, eine Drohung, ein Reich der Toten, das unter einem neuen Lichkönig weiterbesteht. Arthas sitzt am Ende nicht nur auf einem Thron. Er ist zum Symbol einer Rettung geworden, die so sehr an Kontrolle glaubte, dass sie alles Lebendige verriet.

Für die Horde bedeutet diese Epoche eine doppelte Geburt. Thrall findet auf Kalimdor nicht nur Land, sondern eine Möglichkeit, die Horde von Gul'dans Erbe zu unterscheiden. Grom Höllschreis Tod gegen Mannoroth löscht die Schuld der Orcs nicht aus, aber er bricht die Kette, mit der die Legion sie als Besitz betrachtete. Für die Allianz entsteht eine andere Wunde: Jaina trägt die Erinnerung an Lordaeron, an Arthas und an die Kosten des Misstrauens in eine Zukunft, in der Verständigung möglich, aber nie bequem sein wird.

Die Nachtelfen verlieren bei Hyjal ihre alte Sicherheit. Nordrassil rettet die Welt, doch der Preis ist der Verlust einer Ordnung, die jahrtausendelang selbstverständlich schien. Aus dem Sieg gehen deshalb keine unbelasteten Völker hervor. Es bleiben eine neue Horde, eine verwundete Allianz, trauernde Nachtelfen, die Verlassenen in Lordaerons Ruinen, Blutelfen ohne Sonnenbrunnen, Illidan in der Scherbenwelt und im Norden ein König der Toten. Die offene Welt, die danach betreten wird, ist keine friedliche Bühne. Sie ist ein Kontinent voller Nachbeben.