Der General, der nur Zerstörung kannte
Mannoroth war selbst unter den Grubenlords eine Gestalt, deren Ankunft eine Landschaft veränderte. Wo seine Hufe aufschlugen, barst der Boden; wo seine Gleve kreiste, blieb wenig übrig, das noch einen Namen tragen konnte. Kil'jaeden gewann ihn für die Brennende Legion, Archimonde machte ihn zu einem seiner wichtigsten Feldherren. Mannoroth führte keine Kriege, um ein Reich zu regieren. Er war die Waffe für den Augenblick, in dem Unterwerfung nicht mehr genügte und eine Welt nur noch brennen sollte.
Schon im Krieg der Ahnen betrat er Azeroth. Er kämpfte gegen Cenarius und den Widerstand, während die Legion durch den Brunnen der Ewigkeit strömte. Seine Macht war nicht bloß körperlich. Mannoroth beherrschte Magie auf einem Niveau, das die meisten Zauberer übertraf. Doch Geduld und feine Täuschung lagen ihm fern. Andere planten den Fall von Völkern; Mannoroth wollte den Augenblick erleben, in dem sie unter seiner Gewalt zerbrachen.
Das Blut im Kelch
Auf Draenor fand die Legion eine Verwendung für sein Blut, die verheerender war als jede einzelne Schlacht. Gul'dan sammelte es im Kelch der Wiedergeburt und bot es den Häuptlingen der Orcs an. Wer trank, erhielt Kraft und fiel zugleich unter den Dämonenfluch. Der vorhandene Zorn der Klans wurde nicht erschaffen, aber entfesselt und gelenkt. Aus sehr verschiedenen Völkern und Traditionen entstand eine Horde, deren Blutdurst den Weg für die Vernichtung der Draenei und den Krieg gegen Azeroth ebnete.
Mannoroth betrachtete die Orcs seitdem als Besitz. Ihre Siege bestätigten seine Macht, ihre Niederlagen beleidigten ihn. Dass manche Klans den Trank verweigert hatten und Thrall später eine neue Horde aufbaute, änderte für ihn nichts an diesem Anspruch. In seiner Vorstellung brannte sein Feuer in jedem Orc weiter und wartete nur darauf, wieder angefacht zu werden.
Groms zweite Verdammnis
In den Wäldern Kalimdors stellte die Legion ihre alte Falle erneut. Grom Höllschrei und der Kriegshymnenklan konnten Cenarius mit gewöhnlichen Waffen nicht bezwingen. Mannoroth verdarb eine Quelle mit seinem Blut. Grom erkannte die Gefahr und trank trotzdem, weil er die Niederlage mehr fürchtete als die Kette. Die dämonische Kraft erlaubte den Orcs, Cenarius zu töten; unmittelbar danach trat Mannoroth hervor und nahm die Verderbten wieder unter seine Kontrolle.
Thrall und Jaina Prachtmeer befreiten Grom aus dem offenen Wahnsinn, doch das Blut blieb in ihm. Mannoroth lockte beide in einen Canyon und verspottete jeden Gedanken an Erlösung. Er schlug Thrall nieder und erklärte Grom, sie seien im Innersten gleich. Für einen Augenblick stand die ganze Geschichte der Orcs in dieser Behauptung: War ihre Gewalt eine Wahl, ein Fluch oder ihre wahre Natur?
Das Feuer erlischt
Grom antwortete mit einem Angriff. Blutschrei drang durch Mannoroths Rüstung und riss den Körper des Grubenlords auf. Die folgende Explosion tötete Grom, doch mit Mannoroth starb auch der Blutfluch, der die Orcs gebunden hatte. Thralls Worte am Leichnam seines Freundes gaben dem Opfer seine Bedeutung: Grom hatte nicht nur sich selbst befreit, sondern sein Volk.
Auf einer anderen Zeitlinie versuchte Garrosh Höllschrei später, denselben Augenblick zu verhindern. Grommash verweigerte Mannoroths Blut und tötete den Dämon mit vorbereiteten Waffen. Doch auch dort kehrte Mannoroth zurück, von Gul'dan wiedererweckt und als Werkzeug der Legion an eine neue Horde gekettet. Wieder fiel er. Die Wiederholung zeigt, warum sein Name so eng mit den Orcs verbunden bleibt. Mannoroth war nie ihr Schöpfer, aber er bot ihrer Wut eine Abkürzung zur Macht. Sein Blut versprach Stärke ohne Maß und verschwieg, dass der Trinkende selbst zum Eigentum im Krieg eines anderen wurde.