Ehre und StärkeBlackmoore
Dalaran
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Dalaran

Dalaran verwandelte arkane Neugier in eine Stadt des Wissens, wurde zerstört und wieder in den Himmel gehoben. Nach Xal'ataths Angriff blieben Ruinen und ein Kirin Tor, der ohne seine Stadt neu beginnen muss.

Eine Stadt für gefährliches Wissen

Als menschliche Magier die Lehren der Hochelfen weitertrugen, genügte ihnen das vorsichtige Maß ihrer Lehrer bald nicht mehr. In den Bergen nördlich von Strom entstand Dalaran, eine Stadt, in der arkane Begabung gelernt, geprüft und verfeinert werden sollte. Türme wuchsen über Straßen, Bibliotheken füllten sich, und Magie wurde Teil des täglichen Lebens. Mit jeder neuen Möglichkeit stieg jedoch auch das Leuchten, das Dämonen aus dem Wirbelnden Nether wahrnahmen.

Um die Gefahr zu verbergen und zu bekämpfen, entstanden Geheimnisse innerhalb der offenen Gelehrsamkeit. Der Kirin Tor lenkte die Stadt, während der Rat von Tirisfal Wächter wie Alodi und Aegwynn mit gebündelter Macht ausstattete. Dalaran wollte Wissen schützen, musste dafür aber entscheiden, wer es besitzen durfte. Schon in seiner Gründung lagen deshalb Schule und Gericht, Neugier und Kontrolle dicht nebeneinander.

Zerstört für ein Tor zur Legion

Dalaran schloss sich der Allianz von Lordaeron an und wurde in den Kriegen gegen die Horde zur Festung der Magier. Doch die größte Zerstörung kam mit Arthas' Rückkehr. Die Geißel fiel über die Stadt her, um das Buch Medivhs zu erbeuten. Kel'Thuzad nutzte dessen Macht, und Archimonde wurde nach Azeroth gerufen. Der Dämon ließ Dalaran mit einer beiläufigen Bewegung in sich zusammenbrechen.

Die Ruinen lagen hinter einer magischen Kuppel, während Überlebende an einem Wiederaufbau arbeiteten, dessen Erfolg lange wie Trotz wirkte. Rhonin und der Rat der Sechs gaben der Stadt erneut Gestalt. Dalaran kehrte nicht an seinen alten Platz zurück, sondern erhob sich in den Himmel. Was zuvor Festung an einer Grenze gewesen war, wurde zu einer beweglichen Hauptstadt, die dorthin reisen konnte, wo die nächste Bedrohung wartete.

Neutralität über Nordend

Über den Wäldern Nordends öffnete Dalaran seine Tore für Allianz und Horde, damit beide gegen den Lichkönig kämpfen konnten. Diese Neutralität war keine Abwesenheit von Politik. Sonnenhäscher und Silberbund lebten in derselben Stadt, trugen aber unterschiedliche Erinnerungen an Quel'Thalas, die Allianz und die Behandlung ihrer Völker. Der Frieden hing an Regeln, Vertrauen und der Bereitschaft, nicht jeden äußeren Krieg in die Straßen zu tragen.

In Pandaria zerbrach dieses Gleichgewicht. Nachdem ein Portalnetz der Sonnenhäscher für Garroshs Feldzug benutzt worden war, ließ Jaina Prachtmeer Blutelfen festnehmen und aus Dalaran vertreiben. Schuld, Verdacht und Vergeltung trafen dabei nicht nur die tatsächlich Beteiligten. Spätere Annäherungen konnten das Geschehene nicht ausradieren. Die Stadt des Wissens musste erkennen, dass Neutralität unglaubwürdig wird, wenn ihre Macht im Augenblick der Angst ganze Gruppen unter ein Urteil stellt.

Der Himmel über der Legion

Unter Khadgars Führung zog Dalaran zu den Verheerten Inseln. Ordenshallen, Magier und Kämpfer vieler Herkunft nutzten die Stadt als Ausgangspunkt gegen die Brennende Legion. Sie überstand Angriffe, öffnete Portale und bewahrte zwischen ihren Türmen einen Alltag, während über dem Horizont Teufelsfeuer stand. Aus der einst verborgenen Stadt wurde sichtbar das Herz einer gemeinsamen Verteidigung.

Gerade diese Rolle machte Dalaran später zum Ziel. Als das Strahlende Lied nach Khaz Algar wies, nahm Xal'atath die Gestalt des verstorbenen Erzmagiers Drenden an und gewann einen Platz im Rat. Sie brachte den Kirin Tor dazu, die Stadt über die Insel von Dorn zu versetzen, während vorbereitete Schattenmagie ihre Schutzzauber schwächte. Die Gelehrten flogen nicht ahnungslos, aber ihre Gewissheit, die eigenen Systeme zu verstehen, wurde gegen sie verwendet.

Die Stadt, die nicht wiederkehrt

Neruber griffen an, Xal'atath sog Dalarans arkane Kraft in das Dunkle Herz und vernichtete die Stadt. Khadgar überlebte nur, weil er sich in arkane Energie verwandelte und im Artefakt gefangen blieb. Andere fanden keinen solchen Ausweg. Trümmer fielen an die Küste, und mit ihnen endeten Wohnungen, Werkstätten und Orte, die bereits einmal aus Ruinen zurückgeholt worden waren.

Aethas, Jaina, Sonnenhäscher, Silberbund und Kirin Tor kehrten später zu den Resten zurück. Ihr Abschied enthielt eine Entscheidung: Dalaran sollte nicht ein drittes Mal als schwebende Stadt rekonstruiert werden. Der Kirin Tor muss ohne Mauern, Kuppel und vertraute Türme herausfinden, was von seiner Aufgabe bleibt. Damit endet Dalarans Geschichte nicht, doch sie löst Stadt und Gemeinschaft voneinander. Wissen kann ein neues Zuhause finden; die verlorenen Straßen dürfen trotzdem unersetzlich bleiben.