Ehre und StärkeBlackmoore
Allianz
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Allianz

Die Allianz ist ein Bund eigenständiger Reiche, der aus Sturmwinds Fall entstand und sich nach jedem Zerbrechen neu zusammensetzte. Ihre Stärke liegt in gegenseitiger Hilfe, ihre Gefahr im Anspruch, die eigene Ordnung für alle sprechen zu lassen.

Flüchtlinge vor dem Rat der Reiche

Als Sturmwind im Ersten Krieg fiel, brachte Anduin Lothar Überlebende nach Lordaeron. Mit ihnen kam die Nachricht, dass die Horde kein fernes Gerücht mehr war. König Terenas rief die menschlichen Reiche zusammen. Dalaran, Eisenschmiede, Gnomeregan und Quel'Thalas schlossen sich an, weil Orgrims Vormarsch jede einzelne Grenze unhaltbar machte.

Die Allianz von Lordaeron war keine Verschmelzung ihrer Mitglieder. Gilneas, Kul Tiras, Stromgarde und Alterac behielten eigene Herrscher und Interessen. Lothar erhielt den Oberbefehl gerade deshalb, weil der Flüchtling aus Sturmwind nicht in den Rivalitäten der nördlichen Höfe stand. Gemeinsame Gefahr schuf eine Armee; Vertrauen musste trotzdem in jeder Entscheidung neu ausgehandelt werden.

Ein Sieg, der das Bündnis auflöste

Nach dem Zweiten Krieg stritten die Sieger über Kosten, Orcslager und Wiederaufbau. Gilneas und Stromgarde zogen sich zurück, Quel'Thalas kündigte seine Bindung, Alterac trug den Makel des Verrats. Die Allianz zerbrach nicht an einer verlorenen Schlacht, sondern an der Frage, was Zusammenhalt wert war, sobald kein Heer vor den Toren stand.

Der Dritte Krieg zerstörte Lordaeron von innen. Arthas, Geißel und Legion vernichteten den Mittelpunkt des alten Bundes. Jaina führte Überlebende nach Kalimdor, wo sie am Hyjal neben Nachtelfen und Thralls Horde kämpften. Dieser gemeinsame Sieg war noch keine dauerhafte Allianz und kein Frieden zwischen allen Beteiligten. Er bewies nur, dass frühere Feinde dieselbe Linie halten konnten, wenn Vernichtung keine Seite unterschied.

Der Bund um Sturmwind

Die spätere Allianz sammelte sich um das wiedererrichtete Sturmwind, Eisenschmiede, Gnomeregan und Darnassus. Draenei, Worgen, Pandaren und weitere Völker kamen hinzu; Dunkeleisen, Leerenelfen, Lichtgeschmiedete und Kul Tiraner brachten eigene politische Bindungen mit. Jede Aufnahme veränderte das Bündnis, statt nur eine weitere Fahne in eine unveränderte Halle zu stellen.

Mitglieder behalten Recht, Armeen und Herrschaft über ihre Länder. Der Hochkönig koordiniert gemeinsame Streitkräfte, regiert aber nicht automatisch jedes Volk. Diese Unterscheidung wird leicht übersehen, wenn Sturmwinds Löwe überall auf den Feldzügen erscheint. Die Allianz ist keine einzige Nation. Sie ist ein Versprechen gegenseitiger Hilfe zwischen Nationen, deren Ziele sich überschneiden, aber niemals vollständig gleich werden.

Anspruch und eigene Schuld

Die Allianz erzählt gern von Pflicht, Licht und Schutz. Ihre Geschichte enthält ebenso Orcslager, politische Ausgrenzung, die gewaltsame Säuberung Dalarans und Feldzüge, in denen Zivilisten den Preis militärischer Entscheidungen zahlten. Solche Taten machen sie nicht mit jedem Gegner identisch. Sie verhindern aber, dass ihre Werte allein durch Wappen und Reden bewiesen wären.

Auch innerhalb des Bundes wurden Lasten ungleich getragen. Nachtelfen fühlten sich nach Teldrassil im Stich gelassen, Gilneas wartete lange auf Heimkehr, und kleinere Völker sahen ihre Bedürfnisse hinter Sturmwinds Kriegen verschwinden. Eine Allianz kann aufrichtig Schutz versprechen und dennoch versagen. Ihre Glaubwürdigkeit beginnt dort, wo sie diese Widersprüche nicht als feindliche Propaganda abwehrt, sondern politische Folgen daraus zieht.

Ein unruhiger Waffenstillstand

Im Vierten Krieg kämpfte die Allianz gegen Sylvanas und stand am Ende neben einer Rebellion der Horde vor Orgrimmar. Anduin akzeptierte den Waffenstillstand. Seitdem arbeiten beide Fraktionen in gemeinsamen Krisen zusammen, ohne dass Teldrassil, Lordaeron und frühere Kriege dadurch erledigt wären. Frieden ist kein plötzliches Gefühl, sondern eine Folge von Entscheidungen, die auch dann halten müssen, wenn Erinnerung wieder Zorn weckt.

Anduins lange Abwesenheit und Turalyons Führung zeigen erneut, dass kein Bund nur von einer Person getragen werden darf. Die Allianz bleibt stark, wenn sehr verschiedene Völker einander Raum lassen und dennoch füreinander eintreten. Sie wird gefährlich, wenn sie ihre eigene Ordnung mit allgemeiner Gerechtigkeit verwechselt. Ihr Löwe steht deshalb nicht für eine vollendete moralische Einheit. Er steht für einen Vertrag, dessen Wert jede Generation durch ihr Verhalten bestätigen oder verspielen kann.