Ehre und StärkeBlackmoore
Lordaeron
Welt

Lordaeron

Ein großes Menschenreich, das die Allianz gegen die Horde einte, durch Arthas und die Seuche fiel und in den Verlassenen unerwartete Erben fand.

Das nördliche Herz der Menschen

Lordaeron war ein Land weiter Felder, befestigter Städte und Straßen, auf denen Händler zwischen den nördlichen Königreichen zogen. Unter der Familie Menethil wuchs es zu einer der mächtigsten menschlichen Nationen heran. Seine Hauptstadt stand über Tirisfals alten Geheimnissen, doch in den hellen Hallen des Thrones glaubte man an die Dauer einer geordneten Welt: an Ernten, Recht, das Heilige Licht und eine Krone, die das Land zusammenhielt.

Als Sturmwind im Ersten Krieg fiel, nahm Lordaeron die Flüchtlinge auf. König Terenas Menethil erkannte, dass die Orcs nicht an einer südlichen Grenze haltmachen würden, und half, die Allianz von Lordaeron zu gründen. Im Zweiten Krieg wurde sein Reich zum politischen Mittelpunkt des Widerstands. Menschen, Zwerge, Gnome und Elfen kämpften unter einem Bündnis, das aus Not entstand und nach dem Sieg an alten Interessen zu zerbrechen begann.

Das Korn wird zu Tod

Die Katastrophe kam nicht mit einer Armee vor den Toren. Der Kult der Verdammten verteilte verseuchtes Getreide. In Dörfern und Städten erkrankten Menschen, starben und erhoben sich wieder. Uther Lichtbringer und Prinz Arthas jagten nach einer Ursache, doch jeder Fund zog den Prinzen tiefer in die Überzeugung, nur noch härtere Entscheidungen könnten das Reich retten. In Stratholme ließ Arthas die Bevölkerung töten, bevor die Seuche sie verwandeln konnte. Dort brach nicht nur eine Stadt. Dort zerfiel das Vertrauen zwischen dem künftigen König und allem, was ihn hätte zurückhalten können.

Arthas folgte Mal'Ganis nach Nordend, nahm Frostgram und kehrte als Todesritter heim. Im Thronsaal trat er vor Terenas und stieß die Klinge in den Vater, dessen Reich er hatte beschützen wollen. Die Geißel überrollte Lordaeron. Felder wurden zu Pestländern, Klöster zu Festungen des Fanatismus und Städte zu Gräbern, deren Bewohner weitergingen. Ein Königreich fiel durch die Hand seines eigenen Erben.

Die Toten erben die Hauptstadt

Als der Griff des Lichkönigs schwächer wurde, gewannen viele Untote ihren Willen zurück. Sylvanas Windläufer führte sie gegen die Nathrezim und die verbliebenen menschlichen Truppen. Unter den Ruinen der Hauptstadt gründeten sie Unterstadt und nannten sich die Verlassenen. Für menschliche Überlebende waren sie Besatzer in den Körpern ihrer Angehörigen. Für die Verlassenen war Lordaeron das Land, in dem sie gelebt, gestorben und erneut erwacht waren. Beide Seiten trugen Erinnerungen, die denselben Anspruch begründeten.

Die folgenden Jahre machten das Land nicht friedlicher. Der Scharlachrote Kreuzzug jagte Untote und jeden, den er der Verderbnis verdächtigte. Die Argentumdämmerung und später der Argentumkreuzzug versuchten, die Pestländer zu heilen. Süderstade fiel, Gilneas wurde angegriffen, und die Seuche blieb Waffe wie Narbe. Lordaeron war kein leeres Reich nach seinem Untergang. Es war voller Erben, die einander die Menschlichkeit absprachen.

Unterstadt fällt und kehrt zurück

Im Vierten Krieg griff die Allianz die Hauptstadt an. Sylvanas setzte erneut Seuche ein, traf Feinde wie eigene Soldaten und machte die Ruinen unbewohnbar, ehe sie sie preisgab. Später gelang es den Verlassenen unter neuer Führung, die Verderbnis zu reinigen und in ihr Land zurückzukehren. Ein Rat trat an die Stelle der einen dunklen Herrscherin. Calia Menethil, Tochter der alten Dynastie, beanspruchte nicht den Thron; sie erkannte die Verlassenen als wahre Erben des gefallenen Königreichs an.

Damit ist Lordaerons Geschichte nicht geheilt. Zu viele Orte tragen Namen, die für Lebende und Untote etwas anderes bedeuten. Doch gerade die Rückkehr verändert die alte Erzählung. Lordaeron ist nicht nur das Reich, das Arthas zerstörte, und nicht nur die Unterstadt Sylvanas'. Es ist ein Land, in dem Tote lernen müssen, ohne ihre Bansheekönigin eine Zukunft zu bauen, und in dem die Lebenden entscheiden müssen, ob Heimat an einen Herzschlag gebunden ist.