Die zerbrochene Spitze
Im Süden Draenors ragten die Spitzen von Arak wie steinerne Nadeln über dichte Wälder und tiefe Schluchten. Einst hatte eine einzige gewaltige Bergspitze die Landschaft beherrscht. Auf ihr blühte die Apexiszivilisation der Arakkoa, deren Wissen Licht, Kristalle und Maschinen miteinander verband. Ihre Macht zerbrach, als eine Waffe, die als Atem Rukhmars bekannt wurde, die große Spitze verwüstete. Aus dem Einsturz entstand die zersplitterte Landschaft, die später ihren Namen trug.
Die Arakkoa verehrten Rukhmar, eine mächtige geflügelte Gottheit des Himmels und der Sonne. Doch ihre Gesellschaft war nicht geeint. Die geflügelten Anhänger von Himmelsnadel betrachteten sich als rechtmäßige Erben der Höhe. Wer als unrein, widerspenstig oder politisch gefährlich galt, wurde in die Tiefe verbannt und dem Fluch Sethes ausgesetzt. Aus diesen Verstoßenen gingen die gekrümmten, flugunfähigen Arakkoa hervor, die Reisende später in der Scherbenwelt kennenlernten. Der körperliche Unterschied war damit auch das sichtbare Zeichen einer religiösen und sozialen Ausgrenzung.
Himmelsnadel und die Verstoßenen
Die Adhärenten von Rukhmar herrschten von Himmelsnadel aus. Hohepriester und Sonnenkundige deuteten Licht und Flugfähigkeit als Beweis ihrer Erwählung. Die Ausgestoßenen lebten dagegen in Sümpfen, Ruinen und den Schatten der Spitzen. Unter ihnen überdauerte Wissen, das die Herrschenden gern ausgelöscht hätten. Figuren wie Reshad bewahrten Erinnerungen an die gemeinsame Herkunft der Arakkoa und widersprachen der Vorstellung, der Fluch mache ein ganzes Volk wertlos.
Als die Eiserne Horde in die Region eindrang, gerieten beide Seiten unter Druck. Der Zerschmetterte-Hand-Clan errichtete Lager, verschleppte Gefangene und versuchte, die verwinkelte Landschaft für seine Kriegsführung zu nutzen. Gleichzeitig verfolgten die Adhärenten ihre eigenen Pläne und bedrohten die Verstoßenen. Aus Azeroth eingetroffene Verbündete halfen den Ausgestoßenen, sich zu sammeln und die Macht Himmelsnadels zu brechen. Dieser Kampf war keine einfache Befreiung von einem äußeren Besatzer. Er zwang die Arakkoa, den Ursprung ihrer Spaltung anzusehen.
Der Schatten in der Scherbenwelt
Auch andere Gruppen hinterließen Spuren in Arak. Admiral Taylor führte eine Allianzexpedition in die Region, während goblinische Händler der Dampfdruckkartellgesellschaft zwischen Krieg und Gewinn nach Möglichkeiten suchten. Die Spitzen wurden so zu einem Knotenpunkt, an dem lokale Glaubenskonflikte, die Offensive der Eisernen Horde und die Interessen der Neuankömmlinge aufeinandertrafen. Keine dieser Gruppen verstand die Landschaft vollständig, denn unter ihren Wegen lagen die Reste einer sehr viel älteren Apexiswelt.
Nach der Zerstörung des ursprünglichen Draenor blieb nur ein kleiner Teil der Spitzen erhalten. Skettis und angrenzende Gebiete gingen im Wald von Terokkar der Scherbenwelt auf. Die dort lebenden Arakkoa trugen Fluch, Exil und zersplitterte Überlieferungen weiter. Die unversehrten Spitzen von Arak zeigen deshalb, was in der Scherbenwelt kaum noch erkennbar ist: Die Arakkoa waren nicht von Natur aus ein gebrochenes Volk. Ihr Zustand entstand aus einer langen Geschichte von religiöser Herrschaft, technischer Hybris und absichtlicher Verbannung.