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Hochgeborene
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Hochgeborene

Die Hochgeborenen waren Azsharas privilegierte Oberschicht und mächtigste Arkanisten. Viele öffneten Sargeras den Weg, andere widersetzten sich und wurden zu Ahnen von Hoch-, Blut- oder Nachtgeborenen. Die Shen'dralar kehrten später zu den Kaldorei zurück und leben heute in Bel'ameth.

Die Kinder edler Geburt

Im alten Reich der Nachtelfen bezeichnete „Hochgeborene“ keine eigene Art, sondern eine Kaste. Azsharas bevorzugte Familien lebten nahe am Brunnen der Ewigkeit, trugen auffälligen Reichtum und beherrschten arkane Magie, die dem übrigen Volk wie ein Wunder erscheinen musste. Aus Begabung und Nähe zur Königin entstand die Überzeugung, beides beweise eine natürliche Überlegenheit.

Der Hof in Zin-Azshari erfüllte jeden Wunsch durch Magie. Arbeit, Entfernung und viele Grenzen des gewöhnlichen Lebens verloren ihr Gewicht. Diese Freiheit schuf große Kunst und tiefes Wissen, aber auch eine Gesellschaft, in der Folgen leicht außerhalb der Palastmauern verschwanden. Je mächtiger die Hochgeborenen wurden, desto weniger andere durften ihnen sagen, dass Macht und Recht nicht dasselbe waren.

Das Tor für die Legion

Die ungezügelte Arbeit am Brunnen zog Sargeras' Blick auf Azeroth. Er versprach Azshara und ihrem Kreis eine gereinigte, vollkommene Welt. Xavius und andere Hochgeborene öffneten das Portal, durch das die Brennende Legion strömte. Zin-Azshari wurde verschont, während Dämonen draußen Nachtelfen töteten. Für viele im Palast galt selbst dieses Blut noch als notwendiger Preis für die Nähe ihres neuen Gottes.

Nicht alle Hochgeborenen blieben gehorsam. Dath'Remar Sonnenwanderer erkannte den Untergang und führte Gefährten zur Rebellion. Prinz Farondis wollte den Brunnen mit dem Gezeitenstein zerstören und wurde durch einen Verräter in den eigenen Reihen zu einem verfluchten Geist. Die Magier der Mennarakademie verweigerten der Legion den Dienst, hielten ihre Akademie gegen ihre Vorhut so lange wie möglich und starben, nachdem sie den Sarcenstein verborgen hatten. Die Kaste trug große Schuld, aber sie handelte nie mit nur einem Willen.

Viele Wege nach der Teilung

Azshara und ihre treuesten Anhänger sanken mit dem Palast ins Meer und wurden zu Naga. Elisandes Hochgeborene schlossen Suramar unter einer Kuppel ein; Jahrtausende am Nachtbrunnen verwandelten sie in Nachtgeborene. Dath'Remars Gruppe kämpfte an der Seite des Widerstands, weigerte sich danach jedoch, arkane Magie aufzugeben.

Die Kaldorei verbannten diese Magier. Jenseits des Meeres gründeten sie Quel'Thalas, schufen den Sonnenbrunnen und nannten sich Hochelfen; die meisten ihrer späteren Nachfahren wurden Blutelfen. So führen sehr verschiedene Elfvölker auf die Hochgeborenen zurück. Gemeinsame Herkunft bedeutet dabei keine gemeinsame Politik. Jede Gruppe nahm einen anderen Teil des alten Erbes mit und erzählte anders, weshalb gerade ihr Weg notwendig gewesen sei.

Die Verborgenen von Eldre'Thalas

Die Shen'dralar hatten Azsharas kostbarste Bücher bewahrt und den Krieg in Eldre'Thalas überstanden. Nach der Teilung sperrten sie den Dämon Immol'thar ein und nährten ihre Magie aus seiner Kraft. Als die Energie nicht mehr reichte, ließ Prinz Tortheldrin einen großen Teil des eigenen Volkes töten, damit der Rest weiter von der gestohlenen Macht leben konnte.

Jahrtausende der Abgeschlossenheit machten aus einer Bibliothek ein Gefängnis aus Sucht, Erinnerung und schwindender Bevölkerung. Als Fremde Immol'thar und Tortheldrin besiegten, mussten Überlebende eine Welt betreten, die sie fast nur noch aus Büchern kannten. Viel Wissen war verloren, und der alte Rang bedeutete außerhalb der zerfallenen Hallen wenig.

Rückkehr zu den Kaldorei

Mordent Abendschatten verhandelte mit Tyrande und Malfurion über die Rückkehr der Shen'dralar. Kurz vor dem Kataklysmus wurden sie wieder in die Nachtelfengesellschaft aufgenommen und lehrten neue kaldoreiische Magier. Für ein Volk, das arkane Zauberei seit dem Krieg der Ahnen gefürchtet hatte, war dies keine kleine Bildungsreform. Es war die Anerkennung, dass Verbot allein weder Wissen noch Versuchung verschwinden ließ.

Nach Teldrassils Fall fanden die Shen'dralar in Bel'ameth eine neue Heimat und öffnen von dort Portale in andere Nachtelfengebiete. „Hochgeboren“ ist heute kein ungebrochener Anspruch auf Herrschaft mehr. Der Name trägt Palast, Verrat, Exil und Rückkehr zugleich. Seine lebenden Träger können ihre Kunst bewahren, wenn sie nicht erneut verlangen, über der Gemeinschaft zu stehen, die ihnen nach zehntausend Jahren eine Tür geöffnet hat.

Ein weiterer Zweig: die Shen'dorei

World of Warcraft: Forever führt einen weiteren Zweig der Hochgeborenen ein. Gegner von Prinz Tortheldrins Immol'thar-Plan flohen unter Shal'nan aus Eldre'Thalas. Windgeister hoben ihre Zuflucht nach Zephras, wo die Nachfahren sich Shen'dorei, das verborgene Volk, nannten.

Jahrtausende im Himmelswall veränderten Aussehen, Magie und Gesellschaft. Dennoch blieb das alte Erbe sichtbar: Windformer bewahren elementare Traditionen, während der Hohe Orden ausdrücklich nach verlorenem arkanem Wissen aus Eldre'Thalas sucht. Die Himmelsgeborenen zeigen damit erneut, dass Hochgeborenen-Herkunft keinen einzigen politischen oder magischen Weg erzwingt.