Ehre und StärkeBlackmoore
Horde
Volk

Horde

Der aus der dämonisch gelenkten Alten Horde hervorgegangene Völkerbund, der unter Thrall eine Heimat fand, mehrfach an seinen Kriegshäuptlingen zerbrach und sich schließlich einem Rat anvertraute.

Ein Name, der nicht unschuldig ist

Die Horde wurde nicht an einem einzigen Tag geboren, und sie ist nicht dieselbe Gemeinschaft geblieben. Ihr Name bezeichnete zuerst eine Kriegsmaschine, mit der Gul'dan und der Schattenrat die Orcklans Draenors lenkten. Kil'jaeden hatte ihren Argwohn gegen die Draenei geschürt; dämonisches Blut band viele Krieger an Mannoroths Raserei. Schwarzfaust trug den Titel des Kriegshäuptlings, doch im Verborgenen bestimmten Hexenmeister, welche Feinde das Volk sehen und welche Wahrheit es vergessen sollte.

Diese Alte Horde vernichtete weite Teile der draeneischen Kultur und zog durch das Dunkle Portal nach Azeroth. Sturmwind fiel im Ersten Krieg. Im Zweiten Krieg führte Orgrim Schicksalshammer die Horde bis in die nördlichen Königreiche, nachdem er Schwarzfaust getötet und den Schattenrat zerschlagen hatte. Auch seine Herrschaft löste den Bund nicht von seiner Gewalt. Niederlage, Internierungslager und der Zerfall der Klans hinterließen eine Generation, die den eigenen Namen vor allem als Erinnerung an Schuld oder verlorene Stärke kannte.

Thralls neue Heimat

Thrall wuchs als Gefangener von Menschen auf und lernte zugleich deren Grausamkeit und Menschlichkeit kennen. Als er die Orcs aus den Lagern befreite, versprach er ihnen nicht die Rückkehr zur alten Eroberung. Er suchte die schamanischen Traditionen wieder, die Gul'dans Pakt verdrängt hatte, und führte sein Volk über das Meer nach Kalimdor. Dort verbanden sich die Orcs mit den Dunkelspeertrollen und den Tauren.

Diese neue Horde entstand aus Völkern, die keinen sicheren Platz mehr besaßen. Sen'jins Dunkelspeere hatten ihre Inselheimat verloren; Cairne Bluthufs Tauren kämpften um ihr Überleben; die Orcs wollten der Geschichte entkommen, die sie selbst mit Blut geschrieben hatten. In Durotar und Orgrimmar bauten sie keine bequeme Zuflucht. Das Land war hart, doch gerade die Entbehrung sollte an den Preis der Vergangenheit erinnern. Heimat war nun etwas, das man gemeinsam errang, nicht etwas, das man anderen nahm.

Ein Bund der Ausgestoßenen

Später traten die Verlassenen und Blutelfen bei. Ihre Aufnahme machte die Horde stärker und widersprüchlicher. Die Untoten Lordaerons suchten Schutz vor einer Welt, die in ihnen nur die Geißel sah; die Blutelfen brauchten nach dem Fall Quel'Thalas' Verbündete und einen Weg in die Scherbenwelt. Goblins, Huojin-Pandaren, Nachtgeborene, Hochbergtauren, Mag'har, Zandalaritrolle und Vulpera erweiterten den Bund weiter.

Keines dieser Völker trat aus demselben Grund bei. Manche fanden Verwandtschaft, andere militärische Sicherheit, Handelswege oder eine politische Zukunft. Daher war die Horde nie eine einheitliche Kultur. Ihre gemeinsame Stärke lag darin, dass sehr verschiedene Gemeinschaften füreinander Raum schaffen konnten. Ihre Gefahr lag darin, dass der Ruf nach Einigkeit immer wieder benutzt wurde, um Widerspruch als Verrat zu behandeln.

Die Last des Kriegshäuptlings

Unter Garrosh Höllschrei wurde aus Stolz ein Anspruch auf Vorrang. Er militarisierte Orgrimmar, setzte andere Völker herab und führte die Horde in Eroberung und Terror. Als er Pandaria mit der Macht Y'Shaarjs vergiftete, erhoben sich Vol'jin, Baine, Lor'themar und viele andere gemeinsam mit der Allianz gegen ihn. Die Belagerung Orgrimmars rettete die Horde vor ihrem eigenen Kriegshäuptling, beseitigte aber nicht die Vorstellung, ein einzelner Wille müsse sie führen.

Vol'jin trug den Titel nur kurze Zeit. Nach seinem Tod folgte Sylvanas Windläufer. Unter ihr verbrannte Teldrassil, der Vierte Krieg verschlang Soldaten und Zivilisten, und erneut wurde Loyalität zur Person mit Loyalität zur Horde verwechselt. Varok Saurfang stellte sich ihr entgegen. Sein Tod vor den Toren Orgrimmars machte sichtbar, dass Ehre nicht darin besteht, jede Fahne bis zum Ende zu verteidigen, sondern eine Gemeinschaft auch gegen jene zu schützen, die in ihrem Namen herrschen.

Viele Stimmen statt eines Thrones

Nach Sylvanas' Sturz schaffte die Horde das Amt des Kriegshäuptlings ab. Ein Rat aus Vertretern ihrer Völker übernahm die Führung. Diese Ordnung garantiert keine Harmonie. Baine, Thrall, Lor'themar, Lilian Voss, Rokhan und die anderen bringen unterschiedliche Erinnerungen und Interessen an denselben Tisch. Doch gerade darin liegt der Versuch, aus der Geschichte zu lernen: Kein verborgenes Konzil und kein einzelner Kriegshäuptling soll wieder das Schicksal aller als persönliche Waffe führen.

Die Horde ist deshalb weder durch ihre schlimmsten Anführer vollständig erklärt noch von ihnen freigesprochen. Sie trägt die Draenei, Sturmwind, Theramore und Teldrassil in ihrer Geschichte. Sie trägt ebenso die Befreiung der Orcs, die Rettung der Dunkelspeere, den Beistand für die Tauren und all jene Augenblicke, in denen ihre Völker einander eine Heimat gaben. Ihr rotes Banner ist kein Beweis für Ehre. Es ist ein Versprechen, das jede Generation neu halten oder brechen kann.