Ehre und StärkeBlackmoore
Blutelfen
Volk

Blutelfen

Die Blutelfen gaben sich ihren Namen nach dem Untergang Quel'Thalas'. Aus Verlust, magischem Hunger und Kael'thas' Verrat bauten sie unter Lor'themar ein neues Reich, dessen Sonnenbrunnen zuletzt als gemeinsamer Morgenbrunnen wiedergeboren wurde.

Ein Reich um einen Brunnen

Dath'Remar Sonnenwanderer führte verbannte Hochgeborene über das Meer und gründete Quel'Thalas auf Land, das die Amani als Teil ihres Reiches betrachteten. Mit einer Phiole aus dem Brunnen der Ewigkeit schuf er den Sonnenbrunnen. Seine arkane Kraft durchdrang die Hochelfen unabhängig von Entfernung und wurde zu Nahrung, Schutz und Mittelpunkt ihrer Kultur.

Silbermond wuchs hinter Runensteinen und Ban'dinoriel. Kunst, Magie und eine lange Königslinie gaben dem Reich das Gefühl von Dauer. Doch diese Dauer ruhte auf umkämpftem Land und einer einzigen gewaltigen Quelle. Die Amani vergaßen den Verlust ihrer Gebiete nicht; die Elfen behandelten die eigene Herrschaft zunehmend wie eine natürliche Ordnung, die schon immer bestanden habe.

Kinder des Blutes

Arthas führte die Geißel durch Quel'Thalas und benutzte den Sonnenbrunnen, um Kel'Thuzad zu erheben. Rund neun von zehn Hochelfen starben. Kael'thas zerstörte die verdorbene Quelle, bevor ihre Todesmagie die Überlebenden vernichten konnte. Danach gab er seinem Volk den Namen Sin'dorei, Kinder des Blutes, als Erinnerung an die Gefallenen.

Ohne den Brunnen litten die Überlebenden unter magischem Entzug. Rommath lehrte sie, Energie aus Kristallen und Wesen zu ziehen. Grüne Augen wurden zum sichtbaren Zeichen der Teufelsenergie in ihrer Umgebung, nicht zum Beweis, dass jeder Blutelf freiwillig der Legion diente. Hunger und Trauer machten schnelle Lösungen verführerisch und verschärften die Frage, wie viel von der alten Kultur bewahrt werden konnte, ohne erneut von einer Machtquelle beherrscht zu werden.

Kael'thas' Versprechen

Kael'thas kämpfte in Lordaeron unter Garithos, der seine Truppen verachtete und ihn für die Annahme von Vashjs Hilfe zum Tode verurteilte. Die Blutelfen flohen nach Scherbenwelt und schlossen sich Illidan an. Zuhause hielt Lor'themar als Regent die Ruinen zusammen. Die Horde bot Quel'Thalas schließlich einen politischen Weg, den die zerbrochene Allianz nicht mehr öffnete.

Kael'thas versprach eine Lösung für den Hunger und führte viele Anhänger stattdessen zu Kil'jaeden. Auch in Silbermond wurde Macht mit Zwang beantwortet: Die Blutritter entzogen dem gefangenen Naaru M'uru das Licht. Als Kael'thas offen zur Legion überging, musste das Volk den letzten Sonnenwanderer nicht nur als gefallenen Helden, sondern als Verräter bekämpfen. Der Name, den er gestiftet hatte, gehörte danach den Überlebenden, nicht mehr seinem Anspruch auf Führung.

Ein Brunnen aus Arkanem und Licht

Auf Quel'Danas vereinten sich Blutelfen und Draenei in der Offensive der Zerschmetterten Sonne. Anveena opferte sich gegen Kil'jaeden. Velen legte M'urus unverdorbenes Herz in den Sonnenbrunnen und reinigte ihn. Die Quelle kehrte als Verbindung aus arkaner Kraft und Licht zurück; der quälende Entzug der Blutelfen wurde gelindert.

Lor'themar blieb Regent, Liadrin führte die Blutritter zu einer freiwilligen Beziehung mit dem Licht, und Rommath bewachte die magischen Grenzen des Reiches. Später verband die Ehe Lor'themars und Thalyssras Quel'Thalas mit Suramar. Zugleich wurden Leerenelfen verbannt, weil ihre Macht den Brunnen gefährdete. Die gerettete Heimat blieb offen für manche Verwandte und verschlossen für andere.

Vom Düsterbrunnen zum Morgenbrunnen

Im Krieg von Licht und Schatten öffnete Silbermond seine Tore teilweise auch der Allianz, als Xal'ataths Verschlingende Schar Quel'Danas angriff. Die Vorbotin riss L'ura aus Alleria und verdarb den Sonnenbrunnen zum Düsterbrunnen. Blutelfen konnten die Quelle nicht allein zurückholen. Nachtelfen, Nachtgeborene, Hochelfen, Leerenelfen, Haranir und selbst Amani kämpften schließlich an ihrer Seite.

Nach L'uras Fall reinigten Gaben dieser Verbündeten den Brunnen: Krone, Arcan'dorfrucht, Mondbrunnenwasser, Leerenkristall und Licht wurden miteinander ausbalanciert. Der Morgenbrunnen ist schwächer als die einst scheinbar unerschöpfliche Quelle, trägt aber mehrere elfische Traditionen in sich. Für die Sin'dorei bedeutet das keine Auflösung ihrer Identität. Es ist eine neue Prüfung: Kann ein Volk, das sich im Blut seiner Toten benannte, Erinnerung bewahren, ohne jede Zukunft wieder an eine einzige grenzenlose Macht und den Anspruch auf ausschließliches Eigentum zu binden?