Ehre und StärkeBlackmoore
Jahr 20-21

Kalimdor und Hyjal: Das Bündnis gegen die Legion

Thrall und Jaina folgen Medivhs Warnung nach Westen. Dort treffen Horde, Menschen und Nachtelfen aufeinander, bevor Archimonde sie zu Verbündeten macht.

Kalimdor: Flucht, Führung und Missverständnisse

Während Lordaeron fällt, folgt Thrall den Warnungen des wiedergekehrten Medivh nach Westen. Für Thrall ist Kalimdor nicht nur Zuflucht. Es ist die Möglichkeit, die Horde aus dem Schatten der Menschenreiche und der alten Lager herauszuführen. Doch eine neue Heimat entsteht nicht auf leerem Boden. Die Orcs treffen auf Tauren, helfen Cairne Bloodhoof, geraten in Konflikt mit den Nachtelfen und betreten Wälder, deren Geschichte sie nicht kennen.

Jaina Prachtmeer folgt ebenfalls nach Kalimdor, aber aus einer anderen Bewegung heraus. Sie hat Lordaerons Untergang gesehen, ihren Lehrer Antonidas verloren und Arthas' Fall nicht verhindern können. Ihre Hoffnung auf Verständigung ist nicht naiv, sondern aus Schrecken geboren. Sie erkennt früher als viele andere, dass alte Feindbilder unbrauchbar werden, wenn Archimonde und die Legion die Welt selbst bedrohen.

Grom Höllschrei bringt die alte Kriegsidentität der Horde nach Kalimdor. Er ist mutig, charismatisch und gewohnt, Widerstand als Prüfung seiner Stärke zu beantworten. Als Thrall den Kriegshymnenklan zum Holzeinschlag ins Eschental schickt, trifft dieser Stolz auf ein Volk, das den Wald nicht als Rohstoff, sondern als heilige Heimat begreift. Aus einem Versorgungsauftrag wächst ein Konflikt, in dem Mannoroth nur auf den richtigen Augenblick warten muss.

Groms Krieg im Eschental ruft Cenarius auf den Plan

Thrall schickt Grom Höllschrei und den Kriegshymnenklan in die Wälder des Eschentals, um Holz für die neue Siedlung der Horde zu gewinnen. Für die Orcs ist es ein notwendiger Auftrag. Für die Nachtelfen ist das Fällen der uralten Bäume ein Angriff auf ein heiliges Land. Beide Seiten begegnen einander zunächst ohne gemeinsame Sprache und deuten die Absicht des anderen aus der eigenen Erfahrung.

Der Halbgott Cenarius führt die Verteidigung des Waldes. Seine Macht ist den Orcs überlegen. Mannoroth erkennt darin eine Gelegenheit, die alte Bindung der Orcs an die Legion wiederherzustellen, und vergiftet einen Brunnen mit seinem Blut. Grom weiß, was diese Macht einst kostete, trinkt aber erneut, weil er Niederlage und Schwäche nicht ertragen kann. Mit der dämonischen Kraft tötet er Cenarius und liefert seinen Clan ein zweites Mal derselben Knechtschaft aus.

Thrall und Jaina arbeiten zusammen, um Grom von der Verderbnis zu befreien. Grom erhält dadurch keine ungeschehene Vergangenheit. Er bekommt nur die Möglichkeit, eine letzte eigene Entscheidung zu treffen. Gemeinsam mit Thrall stellt er sich Mannoroth. Grom tötet den Dämon und stirbt dabei; mit Mannoroths Tod zerbricht die unmittelbare Blutsbindung, die seit Draenor auf den Orcs gelegen hatte.

Tyrande weckt Malfurion und befreit Illidan

Zur selben Zeit begreifen die Nachtelfen, dass nicht nur fremde Holzfäller ihre Wälder bedrohen. Tyrande Windflüsterin, Hohepriesterin der Elune und Anführerin der Schildwachen, weckt Malfurion Sturmgrimm und die Druiden aus ihrem langen Schlaf. Malfurion erkennt die Zeichen der Legion, die er seit dem Krieg der Ahnen fürchtet. Die lange Absonderung der Kaldorei kann nicht fortbestehen, wenn derselbe Feind an ihre Grenzen zurückkehrt.

Tyrande befreit auch Illidan aus seinem unterirdischen Gefängnis. Sie tut es gegen Malfurions Willen, weil sie seine Macht im kommenden Krieg braucht. Illidan vernichtet Tichondrius, indem er die Macht des Schädels von Gul'dan in sich aufnimmt. Der Sieg beseitigt einen Schreckenslord, verändert Illidan aber dauerhaft. Malfurion verbannt ihn, weil er erneut eine gefährliche Macht angenommen hat, ohne andere über den Preis entscheiden zu lassen.

Erst danach stehen die Wege der Nachtelfen, Jainas Überlebenden und Thralls Horde am Hyjal nebeneinander. Medivh hat sie nicht zu Freunden gemacht. Er hat ihnen gezeigt, dass keine der drei Gruppen Archimonde allein aufhalten kann.

Am Hyjal wird aus drei Heeren für eine Nacht eine gemeinsame Welt

Malfurion und Tyrande erkennen, dass Archimonde nicht nur Kalimdor erobern will. Er marschiert zum Nordrassil, dessen Wurzeln mit dem zweiten Brunnen der Ewigkeit verbunden sind. Erreicht er den Weltenbaum, kann er dessen Macht an sich reißen. Die Nachtelfen können ihn allein nicht aufhalten. Jaina und Thrall müssen ihre erschöpften Völker überzeugen, an der Seite jener zu kämpfen, die ihnen wenige Tage zuvor noch fremd oder feindlich waren.

Die Verteidigung des Hyjal ist ein Rückzug in Stufen. Menschen, Orcs und Nachtelfen halten Archimondes Armee jeweils so lange auf, wie sie können, und geben Gelände preis, um Zeit zu gewinnen. Der Plan verlangt Vertrauen, obwohl keine Seite sicher weiß, ob die anderen standhalten werden. Malfurion nutzt diese Zeit, um die Naturgeister zu sammeln. Als Archimonde den Baum erreicht, vernichten ihn die Irrwische in einer gewaltigen Entladung.

Der Sieg kostet die Nachtelfen die Unsterblichkeit, die Nordrassil ihnen gewährte. Er beendet auch nicht die alten Feindschaften. Doch für einen entscheidenden Augenblick handeln Horde, Allianz und Kaldorei nicht als Besitzer der Welt, sondern als ihre Bewohner. Medivh sieht darin die Erfüllung seiner letzten Aufgabe. Er hat den Ersten Krieg als besessener Wächter mit eröffnet; nun bringt seine Warnung jene Völker zusammen, die aus diesem Krieg hervorgegangen sind. Danach zieht er sich zurück. Die Zukunft soll nicht mehr von einem Wächter abhängen, sondern von den Entscheidungen der Sterblichen selbst.

Die Nachtelfen und das Ende der langen Absonderung

Nach Illidans Verbannung bleibt den Kaldorei keine Zeit, ihren alten Familienkonflikt zu ordnen. Archimonde marschiert auf Nordrassil. Tyrande und Malfurion müssen Menschen und Orcs in einen Verteidigungsplan aufnehmen, obwohl beide Völker erst seit kurzer Zeit auf Kalimdor sind und im Eschental bereits Blut vergossen wurde.

Der Sieg am Hyjal kostet die Nachtelfen die Unsterblichkeit, die Nozdormu einst an Nordrassil band. Damit endet nicht nur eine Schlacht, sondern die lange Gewissheit, außerhalb der raschen Zeit sterblicher Reiche zu stehen. Die Kaldorei bleiben Hüter ihrer Wälder, können die übrige Welt jedoch nicht länger wie ein fernes Risiko behandeln.

Aus Absonderung wird eine schwierige Nachbarschaft. Die Nachtelfen müssen Grenzen verteidigen, Bündnisse schließen und zugleich anerkennen, dass selbst ihr heiliger Boden Teil einer gemeinsamen Welt ist. Der Preis von Hyjal zwingt sie nicht zur Einigkeit mit Horde und Allianz. Er zwingt sie nur, deren Geschichte fortan als Teil der eigenen Zukunft mitzudenken.

Archimonde greift Nordrassil am Hyjal an
Bildmoment

Hyjal wird zum Treffpunkt fremder Erinnerungen

Für die Nachtelfen ist Hyjal heiliger Boden und die Heimat Nordrassils. Für Jaina ist der Berg die letzte Linie nach Lordaerons Untergang. Für Thrall ist er die Prüfung, ob seine neue Horde mehr sein kann als eine andere Armee auf fremdem Land.

Keines dieser Völker vergisst sein Misstrauen. Gerade deshalb besitzt das Bündnis Gewicht: Es entsteht nicht aus plötzlicher Harmonie, sondern aus der Entscheidung, dass eine gemeinsame Welt wichtiger ist als jede Rechnung, die nur in dieser Welt beglichen werden könnte.

Bildquelle: Warcraft Wiki: Mount Hyjal

Jaina vor der Entscheidung

Jaina Prachtmeer kannte Arthas Menethil, bevor Nordend aus ihm den Lichkönig machte. In Dalaran waren sie Freunde, zeitweise Liebende und zwei junge Menschen, die glaubten, aus Wissen und Pflicht eine gerechtere Zukunft machen zu können. Als die Seuche Lordaeron erreichte, sah Jaina jedoch früher als Arthas, dass Rettung Grenzen hat. In Stratholme weigerte sie sich, Menschen zu töten, weil sie vielleicht zu Untoten werden könnten.

Nach Arthas' Verrat blieb Jaina nicht in den Ruinen Lordaerons. Sie führte Überlebende nach Kalimdor und hörte auf Medivhs Warnung. Am Hyjal kämpfte sie neben Thrall und Tyrande gegen die Legion. Daraus entstand Theramore, ihre Stadt des Friedens. Jaina wollte beweisen, dass die Kinder des Krieges nicht zwangsläufig die Kriege ihrer Eltern fortführen mussten. Gerade deshalb traf sie später jeder neue Bruch zwischen Horde und Allianz so tief.

Der Dritte Krieg endet mit einem Bündnis, aber nicht mit Einigkeit. Jaina, Thrall und Tyrande haben gemeinsam gesiegt, weil sie sich im äußersten Moment aufeinander verlassen konnten. Die neue Zeit beginnt deshalb mit einer offenen Aufgabe: Aus einem Bündnis der Not eine Welt zu machen, in der Frieden mehr ist als die Pause vor der nächsten Invasion.