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Nachtelfen
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Nachtelfen

Aus Dunkeltrollen am Brunnen der Ewigkeit wurden die Kaldorei, deren Reich die Welt prägte und beinahe vernichtete. Nach der Langen Wacht, Teldrassils Brand und Amirdrassils Blühen führt Shandris sie von Bel'ameth aus.

Kinder der Sterne am ersten Brunnen

Vor etwa fünfzehntausend Jahren ließen sich Dunkeltrolle am Brunnen der Ewigkeit nieder. Seine Energien veränderten sie über Generationen an Körper und Geist. Sie nannten sich Kaldorei, Kinder der Sterne, verehrten Elune und begegneten Cenarius sowie anderen Naturgeistern. Aus einem zurückgezogenen Volk wurde eine neue Macht im Zentrum Kalimdors.

Die Kaldorei lernten arkane Magie und bauten Städte, Straßen und Tempel. Ihr Reich breitete sich über den Kontinent aus und drängte ältere Trollreiche zurück. Diese Größe war nicht nur Glanz. Sie schuf eine Gesellschaft, in der Nähe zum Brunnen, magische Begabung und Rang den Wert eines Lebens bestimmten. Unter Königin Azshara wurde die Bewunderung für Kultur und Herrscherin zu einem Spiegel, in dem das Reich seine eigenen Grenzen nicht mehr sehen wollte.

Das Reich, das die Welt zerriss

Azshara und ihre Hochgeborenen öffneten Sargeras und der Brennenden Legion den Weg. Kaldorei kämpften nun auf beiden Seiten: Der Hof wollte die Welt reinigen und dem Titanen übergeben, während Malfurion, Tyrande, Jarod, Illidan und viele andere den Widerstand sammelten. Verbündete aus zahlreichen Völkern halfen, die erste große Legioninvasion zurückzuschlagen.

Der Brunnen kollabierte und zerriss Kalimdor in der Großen Teilung. Die Überlebenden verboten arkane Magie, weil sie darin den Weg zur Katastrophe sahen. Widerspenstige Hochgeborene wurden verbannt und gründeten später Quel'Thalas. Illidan schuf auf Hyjal einen zweiten Brunnen; darüber wuchs Nordrassil. Die Segnungen der Drachen verbanden die Nachtelfen mit Natur, Traum und einem langen Leben, das ihnen Zeit zum Lernen geben sollte.

Zehntausend Jahre Wacht

Während der Langen Wacht schützten die Kaldorei Nordkalimdor und den zweiten Brunnen. Tyrandes Schildwachen führten die sichtbare Verteidigung, während viele Druiden lange Zeiten im Smaragdgrünen Traum verbrachten. Die strenge Trennung dieser Aufgaben prägte das Volk, war aber keine unveränderliche Natur. Nach dem Dritten Krieg öffneten sich Wege, die zuvor durch Geschlecht und Tradition verschlossen gewesen waren.

Die Ankunft von Orcs und Menschen brach die Isolation. Grommashs Krieger töteten Cenarius, doch bald zeigte sich die größere Gefahr der Legion. Nachtelfen, Horde und Allianz hielten Archimonde am Hyjal auf, bis die Irrwische ihn an Nordrassil vernichteten. Der Sieg kostete die Kaldorei ihre erneuerte Unsterblichkeit. Ihr Bündnis mit den jüngeren Völkern entstand somit nicht aus plötzlicher Zuneigung, sondern aus einer gemeinsam bezahlten Rettung.

Darnassus und die Asche Teldrassils

Fandral Hirschhaupt ließ Teldrassil wachsen, um die verlorene Unsterblichkeit zurückzugewinnen. Die Drachen verweigerten dem neuen Weltenbaum zunächst ihren vollständigen Segen, und Verderbnis griff nach seinen Wurzeln. Dennoch wurde er Heimat, und in seinen Ästen entstand Darnassus. Die Nachtelfen schlossen sich der Allianz an, ohne dass alle Druiden, Wächter oder abgelegenen Gemeinschaften dieselbe politische Nähe teilten.

Im Vierten Krieg griff Sylvanas Windläufer durch Eschental und Dunkelküste an. Ihr Befehl ließ Teldrassil mit vielen Zivilisten verbrennen. Tyrande nahm die Macht der Nachtkriegerin an, Überlebende kämpften um Dunkelküste, und das Volk rang zwischen Rache, Trauer und dem Bedürfnis nach einer Zukunft. Viele Seelen der Toten waren in den Schlund geraten. Ihre spätere Rettung in Ardenwald gab ihnen Frieden, machte den Brand aber nicht ungeschehen.

Bel'ameth ist Anfang, kein Ersatz

Aus der Träne der Schwestern und den freiwillig darin ruhenden Seelen wuchs Amirdrassil. Nach Fyrakks Niederlage trat der Baum aus dem Smaragdgrünen Traum nach Azeroth. Unter seinen Ästen weihte Tyrande Bel'ameth, die Arme der Göttin, als neue Hauptstadt. Die Kaldorei heißen dort Verbündete willkommen, wollen aber Hyjal, Val'sharah, Eschental und selbst die verbrannten Küsten Teldrassils nicht aufgeben.

Tyrande und Malfurion übergaben die Führung an ihre angenommene Tochter Shandris Mondfeder. Unter ihr beteiligen sich die Nachtelfen auch an der Verteidigung des Sonnenbrunnens, obwohl alte Feindschaften und Maievs Warnungen fortbestehen. Damit endet ihre Geschichte nicht in einem friedlichen Hain. Die Kinder der Sterne tragen Imperium, Wacht, Bündnisse und Feuer zugleich. Bel'ameth soll keine schönere Erinnerung an verlorene Heimat sein, sondern ein Ort, an dem ein Volk leben kann, ohne seine Zukunft wieder für Unsterblichkeit, Reinheit oder die Größe einer einzigen Herrscherin zu opfern.