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Brennende Legion
Macht

Brennende Legion

Die Brennende Legion entstand aus Sargeras' Furcht vor einer vom Nichts verschlungenen Schöpfung. Aus dem einstigen Beschützer wurde der Herr eines Dämonenheeres, das Welten vernichtete und an Azeroths Widerstand zerbrach.

Die Angst eines Weltenhüters

Bevor Sargeras Welten verbrannte, verteidigte er sie. Als stärkster Kämpfer des Pantheons jagte er Dämonen durch die Große Dunkelheit und sperrte sie in Mardum ein, damit sie nicht immer wieder aus dem Wirbelnden Nether zurückkehrten. Jahrhundert um Jahrhundert sah er Zivilisationen fallen und Geschöpfe zu Werkzeugen des Chaos werden. Der Sieg gab ihm keinen Frieden. Jede gerettete Welt schien ihm nur eine kurze Pause vor der nächsten Verderbnis.

Auf einer vom Nichts befallenen Welt erfuhr Sargeras von dem Plan, schlafende Weltseelen durch Alte Götter zu verderben. Er zerschlug den Planeten, obwohl in ihm noch eine titanische Seele lag. Als der Pantheon seine Tat verurteilte und an Heilung glaubte, hielt Sargeras Hoffnung bereits für Leichtsinn. Aus seiner Furcht wuchs eine furchtbare Rechnung: Ein totes Universum könne niemals dem Nichts gehören. Um alles Leben vor der Verderbnis zu bewahren, wollte er jedes Leben vernichten.

Die Gefangenen von Mardum

Sargeras kehrte zu Mardum zurück und zerbrach das Gefängnis, das er selbst geschaffen hatte. Die freigelassenen Dämonen erhielten eine Wahl, die keine war: Dienst oder endgültige Auslöschung. Teufelsenergie verwandelte Körper und schärfte Begierden zu Waffen. Aus unzähligen räuberischen Wesen wurde die Brennende Legion, geeint nicht durch Heimat oder gemeinsame Zukunft, sondern durch die Richtung, in die Sargeras ihren Hunger lenkte.

Doch ein Heer braucht mehr als Masse. Auf Argus gewann Sargeras mit Kil'jaeden und Archimonde zwei eredarische Anführer, deren Verstand der Legion Strategie gab. Velen floh mit jenen, die zu Draenei, den Verbannten, wurden. Für die Zurückgebliebenen verwandelte sich ihre glänzende Welt in das Herz einer Kriegsmaschine. Seelen trieben Waffen an, eroberte Völker wurden rekrutiert oder gebrochen, und Argus' Weltseele beschleunigte lange die Wiedergeburt gefallener Dämonen.

Azeroth widerspricht dem Ende

Azeroth wurde für Sargeras zur begehrtesten und gefährlichsten Welt. Im Krieg der Ahnen öffneten Azshara, Xavius und die Hochgeborenen der Legion den Weg durch den Brunnen der Ewigkeit. Dämonen überfluteten Kalimdor, doch Nachtelfen, Drachen, Wilde Götter und ihre Verbündeten schlossen das Portal. Die Welt zerbrach in der Großen Teilung, blieb aber am Leben. Zum ersten Mal begegnete die Legion einem Widerstand, der nicht allein aus größerer Macht bestand, sondern aus Bündnissen, die ihre eigenen Gegensätze für das Überleben zurückstellten.

Kil'jaeden versuchte später, Azeroth durch andere Hände zu öffnen. Er verführte Orcs, band sie durch Mannoroths Blut und machte ihre Horde zur Waffe gegen die Draenei und die Menschen. Auch der Lichkönig sollte den Weg bereiten, doch Ner'zhul und die Geißel entglitten der Kontrolle. Am Hyjal fiel Archimonde, als Menschen, Orcs und Nachtelfen gemeinsam Zeit für Malfurions Plan gewannen. Jeder Versuch der Legion hinterließ Verwüstung. Jeder Fehlschlag bewies zugleich, dass ihre Hierarchie die Fähigkeit freier Völker unterschätzte, Entscheidungen zu ändern.

Unendlichkeit mit einer Schwachstelle

Die Legion wirkte endlos, weil Dämonen nach einem Tod in der stofflichen Welt im Wirbelnden Nether neue Körper formen konnten. Das machte jeden Sieg auf einem einzelnen Schlachtfeld vorläufig. Wirklich sterben konnten sie vor allem im Nether oder an Orten, die vollständig von seiner Energie durchdrungen waren. Sargeras verwandelte diese Eigenschaft in eine militärische Lehre: Er konnte Soldaten verschwenden, Welten ermüden und nach jedem Rückschlag mit denselben Schrecken wiederkehren.

Doch Wiederkehr ist nicht dasselbe wie Unverwundbarkeit. Die Dämonen blieben von Portalen, Befehlsketten, Seelenenergie und Argus abhängig. Illidan und die Illidari machten aus dem Wissen um die Legion eine Gegenwaffe. Als ein anderer Gul'dan die dritte große Invasion Azeroths eröffnete, vereinigten sich Orden und Armeen gegen Angriffe auf vielen Fronten. Der Krieg wurde schließlich dorthin getragen, wo die Legion ihre Verluste erneuerte, statt immer nur ihre nächste Welle abzuwehren.

Antorus und das gebrochene Heer

Nach Kil'jaedens endgültigem Tod öffnete Illidan den Weg nach Argus. Die Armee des Lichts, Draenei, Helden Azeroths und der wiederhergestellte Pantheon drangen bis Antorus vor. Dort fiel Argus der Zerrütter, die gequälte Weltseele, deren Macht den Kreislauf der Dämonen beschleunigt hatte. Der Pantheon band Sargeras an seinen Sitz. Im letzten Augenblick rammte der gefallene Titan sein Schwert in Azeroth und zeigte, dass selbst seine Niederlage noch eine Welt verwunden konnte.

Die Brennende Legion hörte damit als geeintes Eroberungsheer weitgehend auf zu funktionieren, doch nicht jeder Dämon verschwand. Versprengte Anführer, Kulte und hungernde Truppen bestehen fort. Ihr Zentrum ist gebrochen, ihre Geschichte nicht aus der Wirklichkeit gelöscht. Die tiefste Warnung der Legion liegt ohnehin vor ihrer ersten Schlacht: Sargeras begann als Beschützer, der nur noch das schlimmste mögliche Ende sah. Als er jede Hoffnung für Torheit hielt, wurde seine Angst selbst zur größeren Vernichtung als jene, vor der er die Schöpfung retten wollte.