Ehre und StärkeBlackmoore
Magtheridon
Charakter

Magtheridon

Ein Grubenlord, der die Scherbenwelt durch Dämonentore beherrschte, von Illidan gestürzt und anschließend als lebende Quelle für das Blut einer neuen Teufelshorde missbraucht wurde.

Herr einer zerbrochenen Welt

Als Draenor auseinanderbrach und als Scherbenwelt im Wirbelnden Nether zurückblieb, füllte Magtheridon das entstandene Machtvakuum. Der Grubenlord nutzte die vielen Portale, die Ner'zhul geöffnet hatte, und rief Dämonen in die Ruinen. Von der Höllenfeuerzitadelle aus herrschte er über ein Land, dessen Himmel selbst wie eine offene Wunde aussah. Seine Herrschaft brauchte keine Zustimmung. Sie beruhte auf Furcht, dämonischer Gewalt und der Gewissheit, dass kaum jemand stark genug war, ihn herauszufordern.

Magtheridons Blut verwandelte Orcs in Teufelsorcs. Wie Mannoroth vor ihm machte er aus vorhandener Verzweiflung und Kampfeslust eine Abhängigkeit. Die roten Krieger erhielten Kraft, verloren aber Freiheit und einen Teil ihrer selbst. In einer Welt voller Flüchtlinge, zerbrochener Klans und plündernder Armeen wurde der Grubenlord zum Lieferanten einer Macht, die jedes Problem kurzfristig löste und langfristig seinem Reich neue Diener gab.

Illidans Eroberung

Illidan Sturmgrimm kam nicht als Befreier nach Scherbenwelt. Er floh vor Kil'jaedens Zorn und suchte einen Ort, an dem er eine eigene Armee gegen die Legion aufbauen konnte. Gemeinsam mit Vashj, Kael'thas und Akama schloss er die Dämonentore, schnitt Magtheridon von Verstärkung ab und griff die Schwarze Zitadelle an. Der Grubenlord spottete über den kleineren Gegner. Dann wurde er geschlagen.

Illidan beanspruchte den Titel des Herren der Scherbenwelt und ließ Magtheridon unter der Höllenfeuerzitadelle einkerkern. Damit endete die Ausbeutung nicht. Sie wechselte den Besitzer. Magtheridons Blut wurde weiter abgezapft, um Teufelsorcs für Illidans Streitkräfte zu erschaffen. Der frühere Herrscher hing in Ketten und nährte mit seinem Körper das System seines Bezwingers. Für die Orcs, die das Blut erhielten, machte es kaum einen Unterschied, ob der Befehl von einem Grubenlord oder einem Dämonenjäger kam.

Das Blut unter der Zitadelle

Über seinem Gefängnis lagen die Höllenfeuerbollwerke und der Blutkessel. Dort zeigte sich die ganze Industrie der Verderbnis: Gefangene, Aufseher, Kanäle und Behälter machten aus dämonischem Blut eine militärische Ressource. Magtheridons Wut drang durch die Mauern. Er wusste, dass Illidans Herrschaft von derselben Macht profitierte, die sie angeblich bekämpfte, und wartete auf den Augenblick, in dem seine Fesseln nachgaben.

Als Horde und Allianz durch das Dunkle Portal in die Scherbenwelt zogen, drangen ihre Kämpfer bis in Magtheridons Kammer vor. Sie fanden keinen unschuldigen Gefangenen, sondern einen gestürzten Tyrannen, der sofort wieder nach seiner alten Herrschaft greifen wollte. Seine Niederlage beendete eine unmittelbare Gefahr und entzog den Teufelsorcs ihre lebende Blutquelle.

Ein Spiegel für Illidan

Magtheridons Bedeutung liegt nicht nur in seiner eigenen Brutalität. Sein Gefängnis enthüllte den Widerspruch des neuen Herren der Scherbenwelt. Illidan bekämpfte die Legion, aber er übernahm ihre Werkzeuge. Er stürzte einen Dämonenherrscher und ließ dessen Blut weiter in Soldaten fließen. Der Zweck hatte sich geändert; die Körper der Betroffenen blieben Mittel.

So steht Magtheridon zwischen zwei Formen derselben Herrschaft. Als freier Grubenlord zwang er die Scherbenwelt unter seine Gewalt. Als Gefangener machte seine Macht Illidans Armee möglich. In beiden Rollen bedeutete sein Blut Stärke, die jemand anderes bezahlte. Die Ketten unter der Zitadelle hielten daher nicht nur einen Dämon fest. Sie banden eine Wahrheit an Illidans Reich: Wer die Waffen seines Feindes übernimmt, muss damit rechnen, dass ihr Hunger in den eigenen Hallen weiterlebt.