Ehre und StärkeBlackmoore
Azeroth
Welt

Azeroth

Azeroth ist Welt, Heimat und eine erwachende Weltseele. Alte Götter, Titanen und Sargeras wollten ihr Schicksal bestimmen; nun ruft ihr Strahlendes Lied die Bewohner selbst in die Tiefe.

Die Seele unter allen Wegen

Unter Meeren, Städten und den Gräbern gefallener Reiche ruht Azeroths Weltseele. Aggramar hörte einst ihre Träume und erkannte eine Macht, die selbst unter Weltseelen außergewöhnlich war. Von außen betrachtet wurde der Planet dadurch zum Ziel kosmischer Pläne. Für seine Bewohner blieb er zunächst einfach die Erde unter den Füßen: Heimat, Grenze, Acker, Fluss und der Ort, an dem ein Name weitergegeben wird.

Lange galt eine Weltseele als ungeborener Titan. Neuere Entdeckungen lassen jedoch Zweifel daran wachsen, ob Ordnung ihr einzig mögliches Schicksal ist. Gerade diese Unsicherheit verändert den Blick auf Azeroth. Sie ist nicht bloß ein zukünftiges Mitglied eines Pantheons, das andere bereits eingeordnet haben. Sie ist ein Wesen im Werden, dessen Stimme gehört werden kann, ohne dass damit schon entschieden wäre, was aus ihr werden soll.

Wurzeln des Schwarzen Imperiums

Die Leerenfürsten schleuderten Alte Götter in den Kosmos, damit einer von ihnen eine Weltseele verderben möge. Auf Azeroth errichteten Y'Shaarj, C'Thun, Yogg-Saron und N'Zoth das Schwarze Imperium. Ihre Körper wuchsen tief in die Welt. Als Aman'Thul Y'Shaarj herausriss, öffnete er eine Wunde, aus der gewaltige arkane Macht strömte.

Die Titanen erkannten, dass eine Rettung durch rohe Gewalt Azeroth töten konnte. Ihre Hüter sperrten die übrigen Alten Götter ein, ordneten Landschaften und errichteten Schmieden, Archive und Sicherungen. Über der Wunde entstand der Brunnen der Ewigkeit. So trug selbst die schönste Quelle des alten Kalimdor zwei Wahrheiten: Sie nährte große Zivilisationen, und sie erinnerte an einen Eingriff, bei dem Beschützer beinahe zerstörten, was sie schützen wollten.

Die Welt wird zum Schlachtfeld

Azsharas Hof zog mit seiner Magie die Brennende Legion an. Der Krieg der Ahnen und die Große Teilung zerrissen den Kontinent. Später öffnete Medivh das Dunkle Portal, die Geißel verwüstete Lordaeron, Todesschwinge brach aus Tiefenheim hervor. Für die Weltseele waren diese Kriege Verletzungen; für die Bewohner bestanden sie aus verlorenen Familien, Fluchten und Ländern, die ihren vertrauten Klang einbüßten.

Sargeras erklärte Vernichtung zur Rettung. Er wollte lieber jede gefährdete Welt auslöschen, als der Leere einen verdorbenen Titanen zu überlassen. Als der Pantheon ihn fortzog, stieß er sein Schwert in Silithus. Azeroth blutete Azerit. Wieder sahen Mächte in ihrem Inneren zuerst eine Ressource oder Waffe, während Magni Bronzebart die Verletzung als Stimme eines lebenden Wesens verstand.

Ein Herz gegen die Wunde

Das Herz von Azeroth verband einen sterblichen Träger mit der Weltseele. Gesammeltes Azerit konnte dadurch nicht nur Rüstungen und Waffen antreiben, sondern in Heilung zurückgeführt werden. Doch Allianz und Horde führten zugleich den Vierten Krieg um dieselbe Substanz. Die Welt blutete, und ihre Kinder stritten darüber, wer das Blut zuerst in eine Kanone füllen durfte.

Später half das Herz, N'Zoth in Ny'alotha zu bezwingen und die unmittelbare Gefahr der Alten Götter zurückzudrängen. Azeroths Zustand wurde stabiler, aber nicht einfach geheilt. Magni verlor schließlich seine steinerne Gestalt und den sicheren Zugang zur Stimme, die sein Leben bestimmt hatte. Der Sprecher blieb zurück, während die Welt eine andere Weise fand, gehört zu werden.

Das Strahlende Lied

Mit Amirdrassils Blüte begann ein Lied durch Träume und Visionen zu ziehen. Anduin, Thrall, Jaina und weitere Bewohner erlebten Licht, Wärme und zugleich drängende Warnung. Magni selbst hörte es nicht. Die Botschaft führte nach Khaz Algar, wo unterirdische Reiche, Schwarzes Blut und titanische Anlagen zeigen, wie viele Mächte bereits tief in Azeroths Leib eingegriffen haben.

Für K'aresh kam ein ähnlicher Ruf zu spät, bevor Dimensius die Welt verschlang. Azeroths Lied verlangt deshalb Aufmerksamkeit, nicht Anbetung. Die Weltseele ist kein Besitz der Titanen, kein Gefäß der Leere und keine unerschöpfliche Quelle für ihre Bewohner. Zum ersten Mal könnte die Entscheidung über ihre Zukunft davon abhängen, ob die Völker über ihr nicht nur für Azeroth kämpfen, sondern ihr zuhören. Heimat wird damit zu einer Beziehung: Sie trägt alle, doch nun bittet sie die Getragenen, auch sie nicht allein zu lassen.