Der Einschlag im Eis
Eiskrone ist eine Landschaft aus schwarzem Gletscher, scharfen Bergen und Wind, der über kaum etwas Lebendes streicht. Kil'jaeden schleuderte Ner'zhuls körperlosen Geist in einem Block aus magischem Eis nach Nordend. Der Kristall schlug tief in den Gletscher ein und wurde zum Frostthron. Von dort reichte der neue Lichkönig mit Gedanken weiter, als sein Gefängnis je reichen durfte.
Die Nathrezim errichteten Befestigungen um den Thron und glaubten, Ner'zhul zu überwachen. Er lernte jedoch, durch sie hindurch zu planen. Kel'Thuzad folgte seinem Ruf, gründete den Kult der Verdammten und bereitete in Lordaeron die Seuche vor. Eiskrone war noch fern von den Opfern, als ihr Tod dort bereits organisiert wurde.
Arthas steigt hinauf
Ner'zhul brach Frostgram aus dem Eis und legte die Klinge für Arthas Menethil aus. Der Prinz kam nach Nordend, um sein Reich zu retten, verlor erst seine Seele und führte später die Geißel. Nach Illidans Angriff auf den Frostthron eilte Arthas zurück und kämpfte sich bis zur Spitze Eiskrones.
Er zerschlug den Kristall, setzte den Helm der Herrschaft auf und vereinte sich mit Ner'zhul. Jahre saß Arthas reglos auf dem Thron, bis sein Wille die anderen Stimmen in sich niedergerungen hatte. Während draußen Stürme über das Eis zogen, entstand in der Stille eine Herrschaft, die Millionen Tote wie Glieder eines einzigen Körpers bewegen konnte.
Das Reich der Geißel
Die Eiskronenzitadelle wuchs zum Zentrum der Geißel. Seelenschmieden, Hallen und Gruben verwandelten Gefangene und Leichen in Nachschub. Sindragosa und Frostbrutdrachen beherrschten den Himmel, während unter dem Eis Neruber, Untote und versklavte Arbeiter in einem Krieg ohne Ende verschwanden.
Eiskrone war damit mehr als eine natürliche Einöde. Die Geißel machte Kälte zur Politik. Wo nichts wachsen konnte und Tote nicht ruhen durften, war jede Versorgung von außen abhängig, jeder lebende Eindringling sichtbar. Arthas baute ein Reich, dessen ideale Bewohner weder Wärme noch Nahrung noch eine eigene Zukunft verlangten.
Ein Lager vor dem letzten Tor
Argentumkreuzzug und Schwarze Klinge drangen nach Eiskrone vor. Das Argentumturnier sollte Kämpfer prüfen und die Feindschaft von Horde und Allianz lange genug bändigen, um die besten Streiter gegen den Lichkönig zu führen. Selbst am Rand des entscheidenden Angriffs brachen alte Rivalitäten immer wieder hervor.
Tirion Fordring führte den Sturm auf die Zitadelle. Auf dem Frostthron fiel Arthas, und die Seelen aus Frostgram wandten sich gegen ihn. Bolvar Fordragon nahm den Helm an sich, weil eine führungslose Geißel die Welt überrennen würde. Eiskrone erhielt einen neuen Wächter, der sich selbst in Eis einschloss, damit andere heimkehren konnten.
Die zerbrochene Krone
Jahre später riss Sylvanas den Helm der Herrschaft entzwei. Über Eiskrone brach der Schleier zu den Schattenlanden auf. Die Geißel verlor ihre zentrale Kontrolle und fiel in unzusammenhängende Gewalt zurück. Bolvar verließ den Thron, doch seine Entscheidung hatte ihm Körper, Jahre und ein gewöhnliches Leben genommen.
Der Riss am Himmel wurde geschlossen, die Landschaft blieb. Eiskrone bewahrt mehrere Formen des Gefängnisses übereinander: Ner'zhuls Eis, Arthas' Thron, Bolvars Opfer und die Zitadelle voller Toter. Der Ort ist nicht böse, weil er kalt ist. Er ist kalt geworden durch eine Herrschaft, die Ruhe mit Gehorsam verwechselte und Frieden erst dort vollkommen fand, wo kein Herz mehr widersprechen konnte.