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Nordend
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Nordend

Nordend ist nicht nur das Land des Lichkönigs, sondern Azeroths nördliches Gedächtnis: Geburtsort der Drachen, Werkstatt der Titanenhüter und Heimat von Nerubern, Drakkari, Vrykul, Tuskarr und Taunka.

Die Krone der Welt

Nordend liegt im äußersten Norden Azeroths, ein Kontinent aus Tundra, Wäldern, Gletschern und Gebirgen. Wer nur Eiskrone kennt, könnte ihn für eine einzige gefrorene Einöde halten. Doch die Boreanische Tundra öffnet sich zum Meer, in den Grizzlyhügeln wachsen uralte Wälder, und das Sholazarbecken bewahrt mitten im Eis eine titanische Wiege des Lebens.

Die Kälte verbindet diese Landschaften, macht sie aber nicht gleich. Tuskarr leben an Küsten, Taunka in Ebenen und Stürmen, Wolvar und Orakel streiten im grünen Becken. Jede Gemeinschaft hat Wege gefunden, an einem Ort zu bestehen, den südliche Reiche oft erst dann beachten, wenn von dort ein Krieg über sie kommt.

Werkstätten unter Schnee

In den Sturmgipfeln errichteten die Titanenhüter Ulduar. Dort standen die Schmiede des Willens und das Gefängnis Yogg-Sarons. Irdene, Mechagnome, Vrykul, Riesen und andere titanengeschmiedete Wesen gingen aus den Anlagen der Hüter hervor. Nordend war damit Werkstatt und Kerker derselben Ordnung.

Lokens Verrat und Yogg-Sarons Einfluss ließen das System von innen zerfallen. Der Fluch des Fleisches veränderte die Geschöpfe, und aus verstoßenen Vrykulkindern sollten fern im Süden menschliche Linien entstehen. Unter den stillen Gipfeln liegt deshalb keine abgeschlossene Vorgeschichte. Dort begannen Entwicklungen, deren Nachfahren später zurückkehrten, ohne zu wissen, dass der Norden auch von ihrer eigenen Herkunft erzählte.

Drachenwildnis und alte Reiche

Die nördlichen Gebiete des alten Kalimdor waren die Heimat der Protodrachen. Galakrond wuchs dort zum alles verschlingenden Schrecken, und fünf seiner Gegner wurden später zu den Aspekten. In der Drachenöde ruhen die Knochen unzähliger Drachen, während der Wyrmruhtempel die Schwärme über den Gräbern zusammenführt.

Unter der Oberfläche dehnte sich Azjol-Nerub aus, das Reich der Neruber. Im Nordosten erhoben die Drakkari ihre Tempel in Zul'Drak. Vrykul schliefen in Festungen, Furbolgs bewahrten ihren großen Baum und Hochgeborene bauten Shandaral. Der Kontinent war lange vor der Geißel voller Herrschaft, Glauben und Konflikt. Arthas eroberte kein leeres Land.

Der Schatten des Frostthrons

Kil'jaeden band Ner'zhuls Geist an den Frostthron in Eiskrone. Von dort breitete der Lichkönig die Seuche aus und führte den Krieg der Spinne gegen Azjol-Nerub. Nachdem Arthas mit ihm verschmolzen war, wuchs die Eiskronenzitadelle zum sichtbaren Mittelpunkt der Geißel. Tote aus allen Reichen wurden Teil einer Armee, die keine Versorgung und keine Heimat mehr brauchte.

Allianz und Horde kehrten im Krieg gegen den Lichkönig nach Nordend zurück. Dabei kämpften sie nicht nur gegen Untote. Malygos erklärte sterblichen Magiewirkenden den Krieg, Yogg-Saron regte sich in Ulduar, und die Drakkari opferten ihre eigenen Loa, um dem Untergang zu entgehen. Jede Front legte eine ältere Schicht frei, bis der Feldzug gegen Arthas beinahe wie der jüngste Streit in einem sehr viel längeren Gedächtnis wirkte.

Nach Arthas

Bolvar Fordragon nahm den Helm der Herrschaft an, um die Geißel zu binden. Jahre später zerstörte Sylvanas den Helm, und die Vorherrschaft der Eiskrone verlor ihre bisherige Form. Dennoch verschwanden Untote, Ruinen und die verletzten Reiche nicht. Ein Kontinent wird nicht geheilt, nur weil der Herrscher auf seinem höchsten Turm fällt.

Nordend bleibt die Krone der Welt nicht wegen eines einzelnen Thrones, sondern weil dort so viele Ursprünge und Enden aufeinanderliegen. Drachen fanden dort ihre erste gemeinsame Aufgabe, Titanenhüter ihren tiefsten Verrat und menschliche Vorfahren einen frühen Ausgangspunkt. Wer in den Norden reist, betritt kein Museum des Lichkönigs. Er betritt ein Land, dessen Bewohner schon Geschichte hatten, bevor der Süden lernte, sich vor seinem Eis zu fürchten.