Die Stimme, der die Klans vertrauten
Ner'zhul war Häuptling und ältester Schamane des Schattenmondklans. Viele Orcs suchten seinen Rat, weil er mit Ahnen und Elementen sprach. Nach dem Tod seiner Gefährtin Rulkan nutzte Kil'jaeden diese Trauer. Er erschien in ihrer Gestalt und warnte Ner'zhul vor einem angeblichen Verrat der Draenei.
Die Lüge wirkte, weil sie von einem Mann weitergegeben wurde, dem die Klans vertrauten. Ner'zhul führte die Horde gegen die Draenei, bevor er begriff, dass die Stimme nicht Rulkan gewesen war. Diese Erkenntnis kam zu spät, um die zerstörten Städte oder die Toten zurückzuholen. Als er sich gegen die Dämonen wandte, ersetzte Gul'dan ihn als ihr Werkzeug.
Portale als Flucht
Nach der Niederlage der Horde auf Azeroth führte Ner'zhul die Orcs auf dem geschwächten Draenor. Er wollte neue Welten durch Portale erreichen und sammelte dafür mächtige Artefakte. Was als Ausweg begann, wurde zu einem Experiment, dessen Preis die eigene Heimat zahlte.
Die gleichzeitig geöffneten Portale rissen Draenor auseinander. Aus der Welt wurde die Scherbenwelt. Ner'zhul entkam durch eines der Tore, während viele Orcs und andere Bewohner in der Katastrophe zurückblieben. Er hatte Freiheit gesucht und dabei einen noch größeren Käfig geschaffen.
Der erste Lichkönig
Auf der anderen Seite wartete Kil'jaeden. Er zerstörte Ner'zhuls Körper, band dessen Geist an den Helm der Herrschaft und schloss ihn im Gefrorenen Thron ein. Als Lichkönig sollte Ner'zhul eine Armee erschaffen, die Azeroth für die Brennende Legion vorbereitet. Die Geißel war zugleich seine Macht und der Beweis, dass er niemals Herr seines eigenen Schicksals geworden war.
Er lockte Kel'Thuzad in seinen Dienst und gewann Arthas Menethil als Champion. Mit Arthas' Aufstieg verbanden sich ihre Geister, doch der Prinz setzte sich schließlich durch. Von Ner'zhul blieb keine gleichberechtigte zweite Stimme, sondern ein Rest unter einem stärkeren Willen.
Ein Weg ohne Rettung
Im Schlund blieb schließlich nur ein gequälter Überrest von Ner'zhuls Seele. Seine Geschichte erklärt, wie Täuschung und Zwang ihn formten, aber sie hebt seine Entscheidungen nicht auf. Nachdem er die Wahrheit über Kil'jaeden kannte, wählte er weiterhin Macht über andere als Antwort auf seine eigene Ohnmacht. Jeder Fluchtweg führte deshalb in eine neue Knechtschaft.