Ehre und StärkeBlackmoore
Östliche Königreiche
Welt

Östliche Königreiche

Die östlichen Kontinente Azeroths, auf denen Trollreiche, Menschenkronen, Zwergenhallen und die Wunden mehrerer Weltkriege dicht nebeneinanderliegen.

Land der vielen Kronen

Die Östlichen Königreiche tragen ihren Namen nicht wegen einer einzigen Herrschaft. Sie heißen so, weil auf ihrem Boden mehr Kronen aufstiegen, stritten und fielen, als eine Karte lange festhalten könnte. Vom ewigen Frühling Quel'Thalas' bis zu den Dschungeln des Schlingendorntals zieht sich eine Landmasse voller Grenzen. Manche wurden in Verträgen gezogen, andere mit Mauern, Flüchen oder den Gräbern ganzer Heere.

Vor der Großen Teilung war dieses Land Teil des alten Kalimdor. Die Zerreißung der Welt trennte es vom Westen und gab seinen Küsten eine neue Gestalt. Doch lange vor Menschenreichen hatten Trolle hier Imperien errichtet. Die Amani herrschten im Norden, die Gurubashi im Süden; ihre Tempel, Loa und Ansprüche verschwanden nicht, als jüngere Völker neue Namen auf die Karten schrieben. Viele spätere Kriege waren deshalb keine Eroberung leeren Landes, sondern der Zusammenstoß verschiedener Erinnerungen an dasselbe Gebiet.

Stein, Sonne und Menschenreiche

Im Norden gründeten die Hochelfen Quel'Thalas und entzündeten den Sonnenbrunnen. Weiter südlich vereinte Thoradin die zerstreuten Menschenstämme zu Arathor. Aus diesem Reich gingen später Stromgarde, Alterac, Dalaran, Lordaeron, Gilneas, Kul Tiras und Sturmwind hervor. Ihre Burgen, Häfen und Magiertürme gaben dem Kontinent das Bild, das seinen heutigen Namen prägt. Doch unter den menschlichen Straßen lagen ältere Pfade, und hinter jedem Bündnis wartete die Möglichkeit, dass ein Nachbar erneut zum Rivalen wurde.

In Khaz Modan erwachten die Zwerge aus dem Erbe der Irdenen, bauten Eisenschmiede und stritten im Krieg der Drei Hämmer um ihre gemeinsame Heimat. Die Gnome schufen Gnomeregan, eine Stadt aus Einfallsreichtum, Zahnrädern und jenem Optimismus, der selbst nach einer Katastrophe nicht vollständig verstummte. An der Oberfläche, unter den Bergen und in den alten Titanenanlagen überlagerten sich damit mehrere Geschichten: die Ordnung der Titanen, der Fluch des Fleisches und die eigenwilligen Kulturen, die daraus hervorgingen.

Die Portale des Krieges

Im Süden öffnete sich das Dunkle Portal. Durch die Verwüsteten Lande kam die erste Horde nach Azeroth und brachte den Krieg bis an Sturmwinds Mauern. Das Königreich fiel, Flüchtlinge zogen nach Lordaeron, und aus ihrer Not entstand eine Allianz, die fast den ganzen Kontinent umspannte. Der Zweite Krieg führte über Berge, Meere und bis vor die Tore Quel'Thalas'. Selbst nach dem Sieg blieben verbrannte Landstriche, Internierungslager und ein Misstrauen zurück, aus dem spätere Konflikte wachsen sollten.

Der Dritte Krieg traf vor allem den Norden. Die Seuche verwandelte Lordaerons Kornkammern in Todesfelder, Arthas führte die Geißel durch Quel'Thalas und Dalaran, und aus den Ruinen erhoben sich die Verlassenen unter Sylvanas Windläufer. Gilneas schloss seine Mauer und zahlte später den Preis seiner Absonderung. Der Scharlachrote Kreuzzug machte aus Glauben Fanatismus. Wo einst zusammenhängende Menschenreiche gelegen hatten, blieben umkämpfte Wälder, verseuchte Städte und Völker, die einander zugleich als ehemalige Nachbarn und gegenwärtige Feinde kannten.

Ein Kontinent aus Narben

Auch der Kataklysmus schrieb sich in die Landschaft. Küsten brachen, Feuer und Zwielichtkulte erhoben sich, alte Wege wurden unpassierbar und neue Konflikte sichtbar. Spätere Kriege führten Allianz und Horde erneut nach Lordaeron, Stromgarde, Gilneas und in andere Regionen, deren Besitz nie nur militärischen Wert hatte. Jede zurückeroberte Mauer stellte die Frage, wessen Erinnerung als Recht gelten durfte.

Die Östlichen Königreiche sind darum weniger eine Einheit als ein dichtes Gespräch aus Landschaften. Im Norden leuchtet der Sonnenbrunnen neben den Geisterlanden. In Tirisfal liegen Hauptstadt und Unterstadt wie Schichten derselben Tragödie. Eisenschmiedes Feuer brennt unter Schnee, während Sturmwind am südlichen Meer immer wieder so tut, als könne Stein Dauer garantieren. Dazwischen leben Trolle, Menschen, Zwerge, Gnome, Elfen, Worgen, Untote und viele andere mit Geschichten, die sich nicht sauber trennen lassen.

Wer den Kontinent durchquert, reist nicht bloß von Zone zu Zone. Er bewegt sich durch das Gedächtnis Azeroths. Ein verfallener Wachturm kann von Arathor erzählen, ein verseuchter Hof vom Fall Lordaerons, ein Trollaltar von einem Reich, das viel älter ist als die Straße daneben. Genau darin liegt die Eigenart der Östlichen Königreiche: Fast jeder Ort gehört gleichzeitig zur Gegenwart eines Volkes und zur verlorenen Vergangenheit eines anderen.