Ehre und StärkeBlackmoore
Irdene
Volk

Irdene

Die steinernen Titanengeschmiedeten, aus deren vom Fleischfluch veränderten Linien Zwerge hervorgingen und deren Volk in Khaz Algar lernte, einen Auftrag gegen die Freiheit eigener Wahl einzutauschen.

Aus Erde geformt

Die Irdenen wurden geschaffen, als die Titanen und ihre Hüter Azeroth ordneten. Ihre steinernen Körper waren für Arbeit bestimmt, die sterbliche Lebenszeiten überstieg: Anlagen errichten, Tiefen sichern, Maschinen warten und die geformte Welt gegen das Chaos verteidigen. In Ulduar, Uldaman und anderen titanischen Stätten dienten sie nicht als Bewohner mit offenem Schicksal, sondern als Wesen mit festgeschriebenem Zweck.

Diese Herkunft machte sie ausdauernd, aber nicht unveränderlich. Yogg-Sarons Fleischfluch erfasste titanengeschmiedete Völker und verwandelte Stein allmählich in sterbliches Fleisch. Irdene in Uldaman fürchteten den Wandel und baten Archaedas, sie in Schlaf zu versetzen, bis eine Heilung gefunden wäre. Als sie später erwachten, waren viele zu Zwergen geworden. Was die Alten Götter als Schwächung gedacht hatten, brachte Schmerz und Tod, aber auch Mut, Anpassung und ein Leben hervor, das nicht länger nur einer Maschine gehörte.

Die getrennte Linie von Khaz Algar

Eine andere Gruppe war in den Sektor AR-938 entsandt worden, um eine geologische Anomalie zu untersuchen. Die Irdenen nannten das Gebiet schließlich Khaz Algar. Obwohl sie von den späteren Zwergen weit entfernt und körperlich steinern blieben, entwickelten Sprache, Verhalten und Kultur überraschende Ähnlichkeiten. Die Hüter beobachteten darin etwas Beunruhigendes: Vielleicht brauchte es keinen Fleischfluch, damit geschaffene Wesen sich über ihren Auftrag hinaus veränderten.

In Khaz Algar regelten Edikte das Leben. Die Eidgeschworenen schützten Dornogal und hielten an diesen Weisungen fest. Die Maschinensprecher arbeiteten in den Schallenden Tiefen, warteten Archive, Gewölbe und die große Erweckungsmaschine. Die Ungebundenen hatten ihre zugewiesenen Pflichten verlassen und lebten freier an der Oberfläche. Aus funktionalen Einteilungen wurden Kulturen, und aus Kulturen entstanden unterschiedliche Antworten auf dieselbe Frage: Ist ein vor langer Zeit erteilter Befehl noch heilig, wenn niemand mehr erklären kann, wem er dient?

Die Maschine schweigt

Die Große Teilung beschädigte Khaz Algars Systeme und trennte sie vom titanischen Netzwerk. Die Erweckungsmaschine lief noch Jahrtausende mit schwindender Kraft, bis sie verstummte. Neue Irdene konnten nicht mehr regulär erwachen, Erinnerungen drohten verloren zu gehen, und die Maschinensprecher hielten an Abläufen fest, deren ursprünglicher Zusammenhang zerbrochen war.

Manche Irdene legten Gedenksteine für jene nieder, deren Körper oder Erinnerungen verloren waren. Das ist mehr als ein Brauch. Ein geschaffenes Volk, dessen Identität in Archiven und Arbeitsaufträgen festgehalten wurde, begann selbst zu entscheiden, wessen Leben erinnerungswürdig war. In der Trauer zeigte sich eine Freiheit, die kein Edikt vorgesehen hatte.

Der Angriff aus der Tiefe

Als Xal'atath und die Neruber Khaz Algar angriffen, reichten die alten Grenzen zwischen Eidgeschworenen, Maschinensprechern und Ungebundenen nicht mehr aus. Fremde aus Horde und Allianz kamen nach Dorn. Gemeinsam stiegen sie in die Tiefe, halfen der zerrissenen Gesellschaft und stellten sich einer Gefahr entgegen, die titanische Anlagen ebenso kannte wie die Zweifel ihrer Wächter.

Hochsprecher Eirich klammerte sich an die Erweckungsmaschine und die alte Ordnung. Andere, darunter Brinthe, Adelgonn und Merrix, suchten einen Weg, das Volk zu bewahren, ohne es wieder in starre Funktionen einzuschließen. Am Ende wurden die Edikte aufgegeben. Die Worte machten nicht alle Unterschiede über Nacht bedeutungslos, doch sie nahmen der Pflicht den Rang eines unveränderlichen Naturgesetzes.

Ein Leben nach dem Auftrag

Irdene schlossen sich daraufhin sowohl Horde als auch Allianz an. Diese doppelte Möglichkeit passt zu ihrer neuen Freiheit. Sie schulden ihre Zukunft keiner einzigen Fahne und keinem gemeinsamen Weg. Manche bleiben Handwerker, Wächter oder Maschinensprecher, weil sie diese Arbeit wählen; andere reisen weit über Khaz Algar hinaus. Dieselbe Tätigkeit verändert ihren Sinn, sobald ein Nein möglich ist.

Die Irdenen erzählen so zwei miteinander verbundene Geschichten. In Uldaman führte der Fluch des Fleisches zu den Zwergen, die ihre steinernen Ahnen erst viel später wiederentdeckten. In Khaz Algar entstand Wandel ohne Fleisch, langsam genug, dass er zunächst wie eine Fehlfunktion wirkte. Beide Linien widerlegen dieselbe Vorstellung: Ein Schöpfer könne mit dem Körper auch das ganze Schicksal festlegen. Stein bewahrt Spuren, aber er muss kein Gefängnis sein. Sobald ein Irdene fragt, warum er eine Pflicht erfüllt, beginnt unter der gemeißelten Oberfläche bereits ein eigenes Leben.