Der Krieg zieht nach Norden
Nach dem Fall Sturmwinds besitzt Orgrim Schicksalshammer eine siegreiche Armee, aber noch keinen sicheren Frieden. Er weiß, dass die Menschenreiche des Nordens den Verlust ihrer südlichen Nachbarn nicht hinnehmen werden. Würde er warten, könnten sie ihre Kräfte sammeln und Sturmwind zurückerobern. Deshalb setzt er den Feldzug fort. Die Horde bewegt sich durch Khaz Modan, greift zwergische Stellungen an und sucht Wege, Truppen und Nachschub über Land und Meer nach Lordaeron zu bringen.
Orgrims Streitmacht ist größer und vielfältiger als im Ersten Krieg. Oger verstärken die Front, Goblins liefern Schiffe und Maschinen, Waldtrolle unter Zul'jin schließen sich aus Hass auf die Hochelfen an. Der Drachenmalclan zwingt mit der Dämonenseele Alexstrasza zur Gefangenschaft und benutzt ihre Kinder als Reittiere. Jede dieser Verbindungen erhöht die militärische Macht der Horde, trägt aber eigene Ziele in den Krieg hinein.
Die Allianz lernt zusammenzukämpfen
Lothars Warnung führt die Menschenreiche, Dalaran und später weitere Völker in der Allianz von Lordaeron zusammen. Ein Bündnis auf Pergament ist jedoch noch keine Armee. Kul Tiras denkt in Flottenwegen, Stromgarde an seine Grenzen, Gilneas an seine Unabhängigkeit und Alterac an sein Überleben zwischen stärkeren Nachbarn. Lothar wird oberster Befehlshaber, weil er den Feind kennt und keinem der nördlichen Throne gehört.
Mit der Zeit schließen sich die Bronzebartzwerge von Eisenschmiede, die Wildhammer vom Nistgipfel, Gnome und Hochelfen dem Widerstand an. Ihre Gründe sind nicht identisch. Manche verteidigen ihre Heimat, andere reagieren auf direkte Angriffe oder erkennen, dass ein isolierter Sieg nicht reichen wird. Gerade diese Unterschiede machen die Allianz schwerfällig, aber auch widerstandsfähig: Sie kann auf See, in der Luft, mit Magie und an mehreren Fronten kämpfen.
Vor den Toren Lordaerons
Die Horde dringt weit nach Norden vor. Zul'jin führt sie gegen Quel'Thalas, wo die Waldtrolle alte Gebietsansprüche mit dem neuen Krieg verbinden. Gleichzeitig erreicht Orgrims Heer die Umgebung Lordaerons. König Terenas und die Allianz sehen sich nun genau jener Gefahr gegenüber, vor der Lothar gewarnt hat: Sturmwind war nicht das Endziel, sondern der erste gefallene Stein.
Alteracs König Aiden Perenolde glaubt nicht mehr an einen Sieg der Allianz. Er öffnet der Horde heimlich Gebirgspässe und liefert Informationen, um sein kleines Reich vor der Zerstörung zu bewahren. Der Verrat bringt Orgrim näher an Lordaeron, wird aber entdeckt. Thoras Trollbann besetzt Alterac und sichert die Wege. Was Perenolde als Rettung seines Volkes geplant hat, endet mit dem Verlust seiner Krone und der politischen Zerschlagung seines Reiches.
Gul'dans Verrat an der Horde
Gerade als Orgrims Feldzug sein größtes Ziel erreichen könnte, verlässt Gul'dan mit dem Stormreaver-Clan und Cho'galls Schattenhammer die Hauptarmee. Ihn interessiert Lordaerons Thron weniger als die Macht in der Gruft des Sargeras. Orgrim muss wählen: Setzt er den Angriff mit geschwächter Streitmacht fort, oder bestraft er den Verräter, bevor weitere Clans seinem Beispiel folgen? Er kehrt um und zerschlägt Gul'dans Expedition.
Diese Entscheidung bewahrt Orgrims Autorität, kostet aber den strategischen Augenblick. Die Allianz erhält Zeit, sammelt sich und beginnt, die Horde nach Süden zu drängen. Hier zeigt sich die zentrale Schwäche der Alten Horde: Sie ist mächtig genug, halbe Kontinente zu bedrohen, aber nicht durch ein gemeinsames Ziel verbunden. Orgrim kämpft um die Zukunft der Orcs, Gul'dan um persönliche Macht, Zul'jin um Rache und andere Clans um Beute oder Ansehen.
Vom Schwarzfels zum Dunklen Portal
An der Schwarzfelsspitze kommt es zur entscheidenden Schlacht. Anduin Lothar fällt im Kampf gegen Orgrim. Für einen Moment droht die Allianz ihren Mittelpunkt zu verlieren, doch Turalyon nimmt Lothars zerbrochenes Schwert auf und führt die erschütterten Truppen weiter. Orgrim wird besiegt und gefangen, die Horde zieht sich durch die Verwüsteten Lande zum Dunklen Portal zurück.
Khadgar zerstört das Portal auf Azeroths Seite. Damit endet der Zweite Krieg nicht mit der Vernichtung aller Orcs, sondern mit der Unterbrechung ihres Weges nach Draenor. Viele werden gefangen genommen, andere bleiben versprengt. Die Allianz hat überlebt, doch Sturmwind liegt noch in Ruinen, Alterac ist zerbrochen und die Frage nach dem Umgang mit den besiegten Orcs beginnt. Das Ende des Kriegs schafft deshalb sofort neue politische und moralische Konflikte.