Ehre und StärkeBlackmoore
Trolle
Volk

Trolle

Trolle gehören zu den ältesten einheimischen Völkern Azeroths und gingen aus den Haranir hervor. Aus frühen Stämmen entstanden Zandalar, Amani, Gurubashi und Drakkari; Loa, Anpassungsfähigkeit und eine Geschichte aus Reichsbildung, Verlust und Überleben verbinden ihre sehr verschiedenen Kulturen.

Ein Volk aus Azeroths früher Wildnis

Trolle zählen zu den ältesten bekannten vernunftbegabten Völkern, die aus Azeroth selbst hervorgingen. Ihre Abstammung führt zu den Haranir. Jene ihrer Vorfahren, die nicht in die Tiefen Harandars zogen, blieben an der Oberfläche und wurden zu den frühen Trolllinien. Lange vor Menschenreichen und noch vor dem Aufstieg der Kaldorei lebten ihre Stämme in Wäldern, Sümpfen, Bergen und Ebenen des alten Kalimdor.

Nach den Kämpfen um den Sonnenbrunnen lud der Haranirälteste Hagar Trolle und Elfen zu einer gemeinsamen Versammlung. Dort offenbarte er, dass beide großen Völkerfamilien aus jenen Haranir hervorgingen, die an der Oberfläche geblieben waren. Für Nachfahren, die einander über Jahrtausende als Fremde und Feinde begegnet waren, lag plötzlich eine noch ältere Verwandtschaft unter allen späteren Kriegen. Sie macht Amani, Kaldorei oder Zandalari nicht zu derselben Kultur. Sie zeigt nur, wie weit die Äste auseinanderwachsen können, ohne ihre erste Wurzel ganz zu verlieren.

Ihre Körper heilten mit außergewöhnlicher Kraft und passten sich über Generationen an sehr verschiedene Lebensräume an. Daraus entstanden Wald-, Dschungel-, Eis-, Sand- und weitere Trollvölker. Diese Vielfalt ist keine Sammlung bloßer Hautfarben. Klima, Nahrung, Loa, Feinde und Jahrtausende getrennter Erinnerung formten Gesellschaften, die einander verwandt sind, aber nicht als einzige Kultur behandelt werden können.

Loa und die Welt als Beziehung

Trolle nennen mächtige Geister Loa. Wilde Götter, Ahnen, Naturwesen und andere Mächte können unter diesem Begriff verehrt werden. Ein Loa ist nicht nur Gegenstand stillen Glaubens. Er schließt Bündnisse, fordert Opfer, verleiht Fähigkeiten und kann seine Anhänger verlassen, wenn eine Beziehung gebrochen wird.

Darum sind Priester, Schattenjäger und Geschichtenerzähler politische Kräfte. Sie vermitteln zwischen sichtbarer Gemeinschaft und Wesen, die tatsächlich antworten. Diese Nähe schützt nicht vor Irrtum. Hakkar verlangte Blut und Unterwerfung, G'huun wurde fälschlich wie ein Gott verehrt, und selbst wohlwollende Loa verfolgen eigene Ziele. Trollglaube lebt nicht von der Annahme, jede mächtige Stimme sei gut, sondern von der Kunst, Bindung und Preis zu verstehen.

Das Reich von Zul

Als Kith'ix die Aqir gegen Trollstämme führte, vereinten die Zandalari ihre Verwandten im Reich von Zul. Amani, Gurubashi, Drakkari und andere kämpften über Jahrhunderte, bis das Insektenreich zerbrach. Die Aqir wurden an entfernte Ränder gedrängt und entwickelten sich dort zu Qiraji, Nerubern und Mantiden.

Nach dem Sieg löste sich die Einheit. Die Amani errichteten ihr Waldreich im Nordosten, die Gurubashi herrschten über den Süden, die Drakkari über den kalten Norden, während Zandalar geistiges und geschichtliches Zentrum blieb. Das Ende des gemeinsamen Feindes machte Unterschiede wieder größer. Aus einer Zivilisation wurden mehrere Imperien, die ihre eigenen Loa, Städte und Vorstellungen von rechtmäßiger Herrschaft entwickelten.

Verlorene Reiche und lange Feindschaften

Dunkeltrolle nahe dem Brunnen der Ewigkeit veränderten sich zu Nachtelfen. Das wachsende Kaldoreireich schlug Amani und Gurubashi zurück und drängte Trollmacht aus großen Teilen Kalimdors. Nach der Teilung lagen die Reiche auf verschiedenen Kontinenten. Später bauten Hochelfen Quel'Thalas auf Amani-Land, und Menschen halfen ihnen in den Trollkriegen.

Andere Reiche zerbrachen auf eigene Weise. Gurubashi suchten in Hakkar Rettung und fanden Blutknechtschaft. Drakkari töteten während der Geißelinvasion sogar eigene Loa, um deren Macht zu rauben. Solche Entscheidungen waren nicht Ausdruck eines einheitlich „wilden“ Volkes. Sie entstanden aus konkreter Bedrohung, Ehrgeiz und Verzweiflung, wie bei jedem Reich, das seinen Fortbestand über die Grenzen stellt, die es zuvor heilig nannte.

Mehr als der Schatten der Vergangenheit

Der Dunkelspeerstamm fand unter Sen'jin und Vol'jin eine Heimat in Thralls Horde. Seine geringe Größe machte ihn nicht geschichtslos; gerade Exil und Bündnis gaben diesen Trollen eine neue politische Richtung. Zandalar trat unter Talanji später ebenfalls der Horde bei, nachdem Rastakhan fiel und das alte Reich erkennen musste, dass seine Größe keinen Schutz vor innerem Verrat und äußerem Krieg garantierte.

Amani, Farraki, Gurubashi und zahlreiche kleinere Stämme bleiben eigene Mächte mit eigenen Ansprüchen. „Die Trolle“ sind deshalb nie eine bequeme Sammelfigur für Ruinen, Feinde oder alte Magie. Ihre Geschichte reicht von der Rettung Azeroths vor den Aqir bis zu zerstörerischen Pakten, von goldenen Tempeln bis zu kleinen Inselgemeinschaften. Was sie verbindet, ist nicht ein einziger Charakterzug, sondern die Fähigkeit, nach dem Fall großer Reiche immer wieder eine Form zu finden, in der Sprache, Loa und Erinnerung weiterleben.