Ehre und StärkeBlackmoore
Dunkles Portal
Gegenstand

Dunkles Portal

Das mit geopferten Leben geöffnete Tor zwischen Draenor und Azeroth, durch das die alte Horde den Ersten Krieg begann und durch das später Heere in beide Richtungen zogen.

Ein Riss, der zwei Verräter verband

Das Dunkle Portal entstand aus einer Zusammenarbeit zwischen Männern, die einander nie die Hand reichen mussten. Auf Azeroth öffnete Medivh, vom Geist Sargeras' beherrscht, die Wirklichkeit im Schwarzen Morast. Auf Draenor führte Gul'dan den Schattenrat und ließ ein gewaltiges Steintor an einem Knoten von Leylinien errichten. Magie überbrückte die Entfernung, während beide Seiten demselben größeren Ziel dienten: Azeroth durch die Horde zu schwächen, bevor die Brennende Legion selbst kam.

Der Bau war bereits ein Verbrechen. Orcische Steinmetze wurden nach getaner Arbeit ermordet, um das letzte Siegel mit ihrem Tod zu speisen. Für die eigentliche Öffnung ließ Gul'dan die Lebenskraft der verbliebenen Draenei-Gefangenen entziehen. Das Portal ist deshalb nicht nur ein technisches Wunder oder ein berühmtes Bild aus grünem Licht. In seinem Fundament liegen ermordete Orcs und Draenei, deren Leben zu Energie erklärt wurde.

Der Erste Krieg

Zunächst gingen Kundschafter hindurch, dann immer größere Teile der alten Horde. Die Orcs fanden im Schwarzen Morast eine Welt, die grüner und reicher war als das verdorrende Draenor. Was einigen als Ausweg erschien, war für Sturmwind der Beginn des Ersten Krieges. Das Königreich fiel, und die Flucht der Menschen nach Lordaeron zog den ganzen Norden in den nächsten Krieg.

Nach dem Sieg der Allianz im Zweiten Krieg drängten Khadgar und andere Magier die Horde bis zum Portal zurück und zerstörten seinen Steinrahmen. Die Verbindung wurde unpassierbar, aber der Riss selbst war nicht endgültig vernichtet. Wie eine schlecht verheilte Wunde wartete er auf genügend Macht, um wieder geöffnet zu werden.

Jenseits des Tores

Ner'zhul öffnete das Portal erneut, um Artefakte aus Azeroth zu rauben. Mit ihnen wollte er weitere Tore zu unberührten Welten schaffen. Turalyon, Alleria, Khadgar, Danath und Kurdran führten eine Allianzexpedition nach Draenor. Als Ner'zhuls zahllose Risse die Welt zerrissen, schloss Khadgar das Dunkle Portal von der anderen Seite, damit die Katastrophe Azeroth nicht verschlang.

Draenor zerbrach und wurde zur Scherbenwelt. Das Portal blieb die einzige vertraute Brücke zu einer Heimat, die es in ihrer alten Form nicht mehr gab. Jahre später öffnete Kazzak die Verbindung erneut. Horde und Allianz marschierten nun nicht als Invasoren nach Azeroth, sondern gemeinsam in die Scherbenwelt, um die Brennende Legion, Illidans Herrschaft und die Folgen ihrer eigenen Geschichte zu bekämpfen.

Ein Tor in eine andere Vergangenheit

Garrosh Höllschreis Flucht schuf eine weitere Verdrehung. Mit Hilfe Kairoz' gelangte er auf ein Draenor einer anderen Zeitlinie und verhinderte dort die ursprüngliche Unterwerfung der Orcs durch Dämonenblut. Die Eiserne Horde verband ihr eigenes Dunkles Portal mit Azeroth und trat mit Maschinen statt grüner Verderbnis hindurch. Wieder erschien das Tor als Weg einer Horde, die ihre Welt durch Eroberung sichern wollte; nur die Begründung hatte sich verändert.

Azeroths Verteidiger durchquerten das Portal, zerstörten seine Verbindung und führten den Krieg auf dem anderen Draenor weiter. Damit hatte dasselbe Bauwerk nicht nur Welten, sondern Varianten von Geschichte verbunden. Auf seinen Stufen konnten Menschen einer Vergangenheit begegnen, deren Entscheidungen anders verliefen und dennoch zu Krieg führten.

Das Dunkle Portal ist so zum stärksten Symbol dafür geworden, dass Übergänge nie neutral sind. Für Orcs war es Flucht, Invasion, Rückweg und Erinnerung an verlorene Heimat. Für Menschen war es zuerst das unbekannte Tor, aus dem der Krieg kam, später der Weg, auf dem sie selbst Verantwortung jenseits ihrer Welt suchten. Der Steinrahmen kann zerstört und neu errichtet werden. Die eigentliche Schwelle besteht in der Entscheidung, was man durch sie in die andere Welt trägt.