Ehre und StärkeBlackmoore
Leere
Macht

Leere

Die kosmische Kraft unbegrenzter Möglichkeiten, deren Flüstern Gewissheit zersetzt und deren Leerenfürsten durch Alte Götter, Xal'atath und andere Werkzeuge nach Azeroth greifen.

Das Flüstern hinter der Wirklichkeit

Die Leere ist mehr als Dunkelheit und nicht dasselbe wie der Weltraum zwischen Azeroths Sternen. Sie ist eine kosmische Kraft, die unzählige Möglichkeiten zugleich wahrnimmt. Wo das Licht einen Weg als Wahrheit verkündet, zeigt die Leere jeden denkbaren Ausgang. Für einen sterblichen Geist kann diese Fülle wie Erkenntnis beginnen und als Wahnsinn enden, weil keine Stimme erklärt, welche Möglichkeit wirklich eintreten wird.

Darum flüstert die Leere. Sie muss nicht immer lügen; oft genügt es, eine mögliche Wahrheit im richtigen Augenblick auszusprechen. Eine Angst erhält Bilder, ein Verdacht bekommt eine Stimme, und bald hält das Opfer die fremde Eingebung für den eigenen schärfsten Gedanken. Die Leere überwältigt nicht nur mit Macht. Sie bringt Gewissheit dazu, sich selbst zu misstrauen.

Die fernen Leerenfürsten

Jenseits der geordneten Wirklichkeit existieren die Leerenfürsten. In der körperlichen Welt können sie nur schwer und unvollständig Gestalt annehmen. Selbst Dimensius, dessen Hunger K'aresh verwüstete, erschien als begrenzter Schatten einer weit größeren Macht. Diese Entfernung macht die Leerenfürsten nicht harmlos. Sie zwingt sie, durch Diener, Risse und lange vorbereitete Verderbnis zu handeln.

Ihr größtes Ziel sind Weltenseelen. Eine von der Leere verdorbene Weltenseele könnte als Dunkler Titan erwachen und ihnen einen dauerhaften Weg in die Wirklichkeit öffnen. Aus dieser Hoffnung entstanden Feldzüge, die kein Reichsarchiv vollständig überblickt. Für die Leere ist ein Zeitalter kein langes Warten, solange am Ende eine einzige schlafende Welt zu ihr spricht.

Die Alten Götter

Die Leerenfürsten schleuderten unzählige Alte Götter in die Große Dunkelheit, damit wenigstens einige eine Weltenseele fanden. Auf Azeroth schlugen C'Thun, Yogg-Saron, N'Zoth und Y'Shaarj Wurzeln. Ihr Schwarzes Imperium war keine gewöhnliche Eroberung. Fleisch, Traum, Erinnerung und Landschaft wurden zu Teilen eines lebenden Herrschaftssystems.

Die Titanen konnten diese Parasiten nicht gefahrlos herausreißen. Als Aman'Thul Y'Shaarj aus der Welt riss, blieb eine gewaltige Wunde zurück. Die übrigen Alten Götter wurden eingekerkert. Ihre Gefängnisse hielten Körper fest, aber nicht jedes Flüstern. Jahrtausende später genügten Träume, Kulte und kleine Risse, um Kriege auszulösen, deren Beteiligte oft glaubten, aus ganz eigenen Gründen zu handeln.

Jene, die in den Abgrund sehen

Leerenmagie verdammt nicht jeden, der sie berührt. Schattenpriester, Leerenelfen und Alleria Windläufer zeigen, dass ihre Macht gelenkt werden kann. Doch Kontrolle ist keine einmal gewonnene Prüfung. Wer die Stimmen hört, muss immer wieder unterscheiden, welcher Gedanke Warnung, Versuchung oder bloß eine unter vielen möglichen Zukünften ist.

Alleria nahm die Macht eines dunklen Naaru in sich auf und lernte, die Leere zu nutzen, ohne ihr den eigenen Willen zu überlassen. Gerade deshalb wurde sie für die Leerenfürsten interessant. Widerstand schützt nicht davor, angesprochen zu werden. Er bedeutet, dass eine Antwort möglich bleibt. Die eigentliche Stärke liegt weniger darin, keine Dunkelheit zu kennen, als in ihr den eigenen Namen nicht zu vergessen.

Xal'ataths langer Schritt

Xal'atath wirkte einst aus einer Klinge, dann gewann sie einen eigenen Körper. Sie sammelte Macht, führte Ansurek zum Schwarzen Blut und benutzte den Dunklen Herz, um einen größeren Plan voranzutreiben. Anders als ein gefesselter Alter Gott konnte sie reisen, verhandeln und den Wunsch anderer nach Bedeutung gegen sie wenden.

Die Leere erhält durch sie ein Gesicht, aber sie wird nicht auf dieses Gesicht reduziert. Selbst der Tod Alter Götter beendet die kosmische Kraft nicht, aus der sie kamen. Solange Möglichkeiten existieren, findet die Leere einen Spalt zwischen Furcht und Hoffnung. Ihr gefährlichstes Versprechen lautet nicht, dass alles verloren sei. Es lautet, dass nur sie alle Ausgänge kenne und man ihr deshalb den nächsten Schritt überlassen müsse.