Als die Erde aufbrach
Todesschwinge hatte sich nach Tiefenheim zurückgezogen. Dort hielten Platten seinen von Verderbnis und innerem Feuer zerrissenen Körper zusammen. Als er nach Azeroth zurückbrach, durchstieß er die Grenzen zwischen Elementarebene und körperlicher Welt. Dieser Ausbruch löste den Kataklysmus aus.
Die Zerstörung folgte keiner Frontlinie. Erdbeben, Flutwellen und Feuer trafen Länder, die Todesschwinge nie selbst betreten musste. Das Brachland riss auseinander, Tausend Nadeln versanken im Wasser, Dunkelküste wurde neu geformt. Bewohner wachten nicht nach einer verlorenen Schlacht auf, sondern in einer Landschaft, deren vertraute Wege nicht mehr existierten.
Vier Elemente ohne Gleichgewicht
Der Weltenpfeiler in Tiefenheim wurde beschädigt und drohte, die Ordnung zwischen den Ebenen weiter zusammenbrechen zu lassen. Thrall und der Irdene Ring arbeiteten mit Therazane, um ihn wiederherzustellen. Die Rettung verlangte damit ein Bündnis mit einer Elementarherrscherin, nicht den Sieg über alle Elemente.
Andernorts sah die Lage anders aus. Ragnaros griff am Hyjal nach Nordrassil, Al'Akir verbündete sich mit Todesschwinge, und in Vashj'ir geriet Neptulons Reich unter den Angriff der Naga. Feuer, Luft, Wasser und Erde waren keine einheitliche Armee. Der Kataklysmus verschärfte alte Bindungen und Feindschaften, bis jedes Element seine eigene Antwort auf die verwundete Welt gab.
Krieg in einer gebrochenen Welt
Der Schattenhammer verehrte das kommende Ende und half Todesschwinge, die Stunde des Zwielichts vorzubereiten. Cho'gall sammelte in der Bastion des Zwielichts jene, die Vernichtung für Erlösung hielten. Im Schwarzfels setzte Nefarian seine Versuche fort, während in Uldum die Schmiede des Ursprungs zur Gefahr wurde. Titanische Anlagen konnten Azeroth schützen, aber ebenso alles Leben auf seiner Oberfläche neu beginnen lassen.
Horde und Allianz beendeten ihren Streit währenddessen nicht. Neue Grenzen, knappe Rohstoffe und alte Ansprüche verschärften den Krieg. Gerade darin lag Todesschwinges Vorteil. Eine zerbrochene Welt vereint ihre Bewohner nicht automatisch. Oft kämpfen sie zuerst härter um die Teile, die noch geblieben sind.
Die Drachenseele gegen ihren Schöpfer
Todesschwinges Körper war so von Leerenmacht durchdrungen, dass gewöhnliche Waffen ihn nicht vollständig vernichten konnten. Nozdormu öffnete einen Weg in den Krieg der Ahnen, damit die Drachenseele aus der Vergangenheit geholt werden konnte. Das Artefakt, mit dem Neltharion einst die anderen Schwärme verraten hatte, sollte nun gegen ihn selbst gerichtet werden.
Eine Verzauberung hinderte Drachen daran, die Seele zu führen. Thrall nahm diesen Platz ein. Die Aspekte gaben ihre Macht in das Artefakt, während Verteidiger Todesschwinge am Wyrmruhtempel und über dem Mahlstrom aufhielten. Als seine Rüstung zerbrach und der Körper zu einer Masse aus Hass und Feuer wurde, vernichtete der letzte Schuss der Drachenseele auch die Reste, aus denen er hätte weiterwachsen können.
Die Welt nach dem Beben
Alexstrasza erklärte die große Aufgabe der Aspekte für erfüllt und sprach vom Zeitalter der Sterblichen. Die Drachen hatten einen Teil ihrer titanischen Macht verbraucht. Später sollte Azeroth ihnen neue Kraft geben, doch in diesem Augenblick endete eine alte Gewissheit: Erhöhte Hüter würden nicht jede kommende Katastrophe von oben lösen.
Der Kataklysmus war beendet, seine Geografie blieb. Küsten, Schluchten und Ruinen trugen das Ereignis weiter, ebenso die politischen Entscheidungen, die in seiner Unruhe gefällt wurden. Deshalb bezeichnet der Name mehr als Todesschwinges Flug über Azeroth. Ein Kataklysmus ist der Moment, in dem die Welt aufbricht; Geschichte entsteht danach daraus, wer die Bruchstücke als Heimat wieder zusammensetzt und wer sie zur nächsten Waffe schleift.