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Tirisfal
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Tirisfal

Die Lichtungen nördlich Lordaerons, wo Tyr fiel, frühe Menschen aufwuchsen, Hochgeborene vor einem Flüstern flohen und die Verlassenen in den Ruinen eine Heimat suchten.

Tyrs Fall

Tirisfal erhielt seinen Namen lange vor Lordaeron. Als Hüter Tyr mit den Scheiben von Norgannon vor Lokens Verrat floh, stellten ihn die C'Thraxxi Zakazj und Kith'ix in den Lichtungen. Sechs Tage dauerte der Kampf. Schließlich entfesselte Tyr seine ganze Macht, tötete Zakazj und sich selbst, damit seine Gefährten entkommen konnten.

Ironaya nannte den Ort „Tyrs Fall“, in der Sprache der Vrykul Tirisfal. Über seinem Grab lag die gewaltige silberne Hand des Hüters. Aus einem Schauplatz des Todes wurde ein Name für Mut, der später in Orden, Wappen und Legenden weiterlebte, lange nachdem kaum noch jemand wusste, was unter dem Boden begraben war.

Wo die frühen Menschen lebten

Vrykul brachten jene kleinen Kinder, die König Ymiron wegen des Fleischfluchs hatte töten lassen, weit nach Süden. In Tirisfal wurden sie verborgen und aufgezogen. Ihre Nachkommen wurden zu frühen Menschen. Sie lernten Jagd, Handwerk und Geschichten von jenen Vrykul, die Tyr gefolgt waren.

Als die letzten alten Hüter starben, nahmen Menschen ihren Platz in Tyrs Wache ein. Tirisfal war damit eine Wiege, bevor es ein Königreich besaß. Die Bewohner erbten nicht nur Land, sondern eine unvollständig verstandene Pflicht. Später zog Thoradin nach seiner Abdankung in die Region und suchte in Ruinen nach den Ursprüngen seines Volkes.

Das Flüstern unter den Bäumen

Nach ihrer Verbannung aus Kalimdor landeten Dath'Remars Hochgeborene in Tirisfal. Eine Zeitlang lebten sie dort neben frühen Menschen. Dann wurden einige von Wahnsinn und dunklen Träumen erfasst. Sie vermuteten eine Macht unter der Erde und zogen weiter nach Norden, wo sie Quel'Thalas gründeten.

Die genaue Ursache blieb lange unklar. Unter Tyrs Grab lag tatsächlich Zakazj, dessen Einfluss später wieder spürbar wurde. Tirisfal lernte früh, wie ein friedlicher Wald über einer Geschichte liegen kann, die nicht abgeschlossen ist. Der Rat von Tirisfal wurde Jahrtausende später nach der Region benannt, ist aber eine eigene Organisation und nicht mit den Lichtungen selbst gleichzusetzen.

Lordaeron und die Seuche

In der Zeit der Menschenreiche lagen die Lichtungen um die Hauptstadt Lordaerons. Höfe, Dörfer und Wege verbanden das Land mit einem der mächtigsten Königreiche der Allianz. Im Dritten Krieg verwandelten Seuche und Geißel diese Nähe zur Hauptstadt in eine Katastrophe. Tote erhoben sich dort, wo zuvor Familien gelebt hatten.

Nach dem Bruch der Kontrolle des Lichkönigs sammelte Sylvanas freie Untote. Unter den Ruinen der Hauptstadt entstand Unterstadt, und Tirisfal wurde zur Kernheimat der Verlassenen. Viele seiner neuen Bewohner waren dieselben Bürger, die dort gestorben waren. Das Land wechselte nicht einfach das Volk; seine Toten versuchten, auf den Feldern ihres früheren Lebens eine andere Gesellschaft zu errichten.

Vergiftete und gereinigte Heimat

In der Schlacht um Lordaeron ließ Sylvanas die Stadt mit Seuche fluten, damit die Allianz sie nicht halten konnte. Auch die Umgebung trug die Folgen. Verlassene verloren erneut eine Heimat, diesmal durch die Entscheidung ihrer eigenen Königin. Später begann mit Hilfe Maldraxxus' die Reinigung der Ruinen.

Tirisfal trägt deshalb mehrere Ursprünge übereinander: Tyrs Opfer, die Kindheit der Menschheit, den Weg der Hochelfen, Lordaerons Aufstieg und die Geburt der Verlassenen. Keine dieser Geschichten besitzt den Boden allein. Wer durch die grauen Lichtungen geht, bewegt sich über Gräbern, die zugleich Fundamente sind. Der Ort bleibt Heimat, gerade weil seine Bewohner immer wieder lernen mussten, dass Heimkehr nicht bedeutet, alles so vorzufinden wie vor dem letzten Tod.