Vom Uhrwerk zum sterblichen Körper
Die Vorfahren der Gnome waren Mechagnome, die Mimiron als titanengeschmiedete Arbeiter und Hüter schuf. Yogg-Sarons Fleischfluch verwandelte ihre metallischen Körper über Generationen. Aus Zahnrädern, festgelegten Aufgaben und langer Haltbarkeit gingen kleine Sterbliche hervor, die Bedürfnisse, Angst und eine kaum zu stillende Neugier kannten.
Der Wandel nahm ihnen die Erinnerung an den Ursprung. Doch die Neigung zu Maschinen blieb. Gnome betrachteten Technik nicht als kalten Gegensatz zum Leben. Eine Maschine war eine Frage, die man anfassen konnte, ein Fehler eine Einladung, es noch einmal mit einer lauteren Feder und einem zusätzlichen Hebel zu versuchen.
Gnomeregan
In den Bergen von Dun Morogh errichteten sie Gnomeregan. Werkstätten, Schienensysteme und Hallen lagen unter der Erde, nahe ihren zwergischen Verbündeten in Eisenschmiede. Die Stadt wurde von einem gewählten Hochtüftler geführt. Gelbin Mekkadrill gewann dieses Vertrauen durch Können, nicht durch eine alte Blutlinie.
Gnomische Erfindungen unterstützten die Allianz, doch Gnome hielten sich politisch oft im Hintergrund. Ihre Kultur belohnte Einfälle, Experimente und humorvolle Unerschrockenheit. Dieselbe Offenheit konnte Risiken verharmlosen. Ein Versuchsaufbau, der nur beinahe explodierte, galt schnell als vielversprechender Anfang.
Thermadrahts Verrat
Als Troggs Gnomeregan überrannten, schlug Mekingenieur Sicco Thermadraht eine radikale Lösung vor: Die Stadt sollte mit Strahlung geflutet werden, die Eindringlinge töten und Gnome verschonen würde. Mekkadrill stimmte in der Not zu. Der Plan versagte. Viele Bewohner starben oder wurden zu Lepragnomen, während die Troggs weiterkämpften.
Später wurde offenbar, dass Thermadraht die Krise aus Neid und Machtgier verschärft hatte. Er übernahm die verstrahlten Tiefen und erklärte sich zum Herrscher. Gnomeregan fiel daher nicht nur an eine äußere Invasion oder einen technischen Fehler. Es fiel, weil Vertrauen in Fachwissen von jemandem missbraucht wurde, der das Unglück als Weg zum Thron sah.
Ein Volk im Gästeviertel
Die Überlebenden flohen nach Eisenschmiede. Zwerge gaben ihnen Raum in Tüftlerstadt, und aus Nachbarschaft wurde Schutzgemeinschaft. Gnome verloren ihre Hauptstadt, nicht aber ihre Werkbänke, Sprache oder Fähigkeit, selbst im Exil neue Dinge zu bauen. Humor half, eine Katastrophe auszusprechen, die zu groß gewesen wäre, wenn jedes Wort nur feierlich sein durfte.
Mehrere Feldzüge gewannen Teile Gnomeregans zurück und retteten Überlebende, doch die vollständige Heimkehr blieb lange unvollendet. Mekkadrill trug Verantwortung für die Entscheidung zur Bestrahlung und führte dennoch weiter. Seine Glaubwürdigkeit lag nicht in Unfehlbarkeit, sondern darin, den Verlust nicht zu leugnen.
Verwandte aus Mechagon
Auf der Insel Mechagon trafen Gnome auf Nachfahren einer Expedition, die Körperteile durch Maschinen ersetzt hatten. König Mechagon wollte den Fleischfluch vollständig aus der Welt tilgen. Sein Sohn Erazmin und die Rostbolzenrebellion widersetzten sich. Mit Hilfe von Horde und Allianz wurde die erzwungene Mechanisierung gestoppt.
Mechagnome schlossen sich später wieder ihren gnomischen Verwandten an, und Mekkadrill wurde König beider Gemeinschaften. Die Wiedervereinigung gab keine Antwort darauf, wie viel Körper ersetzt werden darf. Sie machte die Wahl selbst zur Antwort. Gnomische Neugier ist am stärksten, wenn sie nicht fragt, ob etwas möglich ist, sondern auch, wem eine Erfindung dient und ob das Gegenüber am anderen Ende des Schraubenschlüssels Nein sagen kann.