Ehre und StärkeBlackmoore
Alexstrasza
Charakter

Alexstrasza

Alexstrasza, die Lebensbinderin, führte die roten Drachen von Galakronds Fall bis zur Rückkehr auf die Dracheninseln. Ihre Fürsorge wurde durch Verrat, Gefangenschaft und eigene Fehlentscheidungen geprüft; erst die Versöhnung mit Vyranoth öffnete eine Zukunft jenseits alter Titanenordnung.

Die Lebensbinderin

Alexstrasza war einst eine Protodrachenin unter vielen. Gemeinsam mit Ysera, Nozdormu, Malygos und Neltharion stellte sie sich Galakrond entgegen, dessen unstillbarer Hunger ganze Schwärme verschlang. Tyr erkannte ihren Mut und half den Gefährten, den gewaltigen Drachen zu Fall zu bringen. Danach erhoben die Titanenhüter sie zu Aspekten.

Eonars Macht machte Alexstrasza zur Lebensbinderin. Sie erhielt Verantwortung für das Gedeihen des Lebens und wurde Königin der Drachen. Dieser Titel bedeutete mehr als Vorrang unter den Schwärmen. Wo andere in Sterblichen kurze Funken sahen, sollte sie den Wert jedes Wachsens, Heilens und neuen Beginns bewahren. Doch auch eine Hüterin des Lebens konnte Entscheidungen treffen, die einem höheren Zweck dienten und dennoch das Recht anderer verletzten.

Der Krieg gegen die eigenen Geschwister

Nicht alle Protodrachen wollten die Ordnung der Titanen annehmen. Raszageth, Fyrakk, Vyranoth und Iridikron suchten Macht in den Elementen. Alexstrasza hatte ihrer Freundin Vyranoth versprochen, dass kein Drache gegen seinen Willen mit Ordnungsenergie verändert werde. Trotzdem duldete sie, dass Eier genommen und verwandelt wurden. Aus Schutz wurde Bevormundung, und ein gebrochenes Versprechen gab dem Krieg der Schuppengeborenen eine persönliche Wunde.

Die Inkarnationen wurden nach langen Kämpfen eingeschlossen. Alexstrasza konnte Vyranoth im Zweikampf nicht töten und bat sie um Aufgabe. Nach außen endete der Krieg mit dem Sieg der Aspekte; in Alexstrasza blieb er unvollendet. Sie hatte die Welt vor Feinden geschützt und zugleich nicht verhindern können, dass ihre eigene Ordnung Zwang ausübte. Dieses Versäumnis verschwand nur deshalb aus der sichtbaren Geschichte, weil die Besiegten hinter titanengeschmiedeten Mauern schliefen.

Verrat und Gefangenschaft

Im Krieg der Ahnen wandte sich Neltharion gegen die anderen Schwärme. Die Drachenseele, die ihre vereinte Macht tragen sollte, wurde zur Waffe seiner Herrschaft. Der schwarze Aspekt offenbarte sich als Todesschwinge, und ein Bund, der seit Galakronds Tod bestanden hatte, zerbrach. Alexstrasza überlebte, aber sie musste fortan wissen, dass selbst einer ihrer engsten Gefährten das gemeinsame Vertrauen in eine Fessel verwandeln konnte.

Nach dem Zweiten Krieg geriet sie in Grim Batol in die Gewalt des Drachenmalklans. Nekros Schädelberster zwang sie mit der Dämonenseele, Eier zu legen, und schickte ihre Kinder als Reittiere in den Krieg. Korialstrasz arbeitete an ihrer Befreiung, bis Rhonin die Scheibe zerstörte und die geraubte Macht zu den Aspekten zurückkehrte. Alexstrasza wurde frei und stellte sich Todesschwinge, doch Freiheit gab ihr weder die verlorenen Kinder noch die Jahre zurück, in denen Leben in ihrem eigenen Leib zur Kriegsressource gemacht worden war.

Der Preis des Sieges

Als Todesschwinge im Kataklysmus zurückkehrte, trug Alexstrasza erneut die Last des Widerstands. Sie kämpfte gegen ihn, verlor Gefährten und musste auch Korialstrasz' Opfer im Rubinsanktum annehmen. Am Ende richteten die Aspekte die Drachenseele gegen ihren gefallenen Bruder. Der Weltenbrecher starb, bevor die Stunde des Zwielichts Azeroth verschlingen konnte.

Für diesen Sieg gaben die Aspekte ihre titanische Macht und einen Teil ihrer Unsterblichkeit hin. Alexstrasza erklärte das Zeitalter der Sterblichen. Es war kein Rückzug aus Verantwortung, sondern eine Grenze: Drachen konnten Azeroth weiter schützen, doch nicht mehr aus einer Höhe, die jede Zukunft zu ihrem alleinigen Auftrag machte. Die Lebensbinderin musste lernen, Leben auch dann zu achten, wenn es sich ihrer Führung entzog.

Heimkehr und Versöhnung

Auf den Dracheninseln erwachten die Inkarnationen. Alexstraszas altes Schweigen wurde eingeholt, als Raszageth fiel und Fyrakk sowie Iridikron ihre Pläne verfolgten. Vyranoth wandte sich schließlich von ihnen ab, nicht weil ihre Anklage gegen die Titanenordnung falsch geworden war, sondern weil Fyrakk bereit war, alles Leben für seine Macht zu verbrennen. Alexstrasza begegnete ihrer einstigen Freundin nun ohne die Forderung, sich der alten Ordnung zu unterwerfen.

Amirdrassil wurde gerettet, und Azeroth selbst erneuerte die Kräfte der Aspekte. Vyranoth trat als Aspekt der Stürme an ihre Seite und vertritt Drachen, die nie in die fünf alten Schwärme passten. Darin liegt Alexstraszas reifste Form von Fürsorge. Sie bewahrt nicht, indem sie jede Zukunft nach dem Bild der Titanen formt. Sie öffnet den Kreis, gesteht gebrochene Versprechen ein und lässt Leben auch dort eigene Gestalt gewinnen, wo es ihrer vertrauten Ordnung widerspricht.