Nachfahren der steinernen Riesen
Die Geschichte der Oger reicht tief in Draenors älteste Kämpfe zurück. Aus Grond und den Linien der gewaltigen Brecher gingen über Generationen Magnaron, Gronn, Ogron und schließlich Oger hervor. In ihren Körpern blieb die Kraft dieser Abstammung sichtbar, doch ihre Gesellschaft entstand nicht aus Muskeln allein.
Lange lebten Oger unter der Herrschaft von Ogron und Gronn, die als nahezu göttliche Wesen galten. Erst Gorgog der Gronnenschlächter bewies, dass ein Gronn getötet werden konnte. Dieser Sieg war mehr als der Fall eines Tyrannen. Er nahm einer ganzen Ordnung ihren religiösen Anspruch und zeigte den Ogern, dass die Wesen über ihnen nicht unabänderlich über ihnen bleiben mussten.
Goria und die arkane Lehre
Arakkoa brachten frühen Ogern Kenntnisse arkaner Magie, weil sie Verbündete gegen die Ogron suchten. Die Schüler lernten schnell und behielten die Macht für sich. Aus Befreiung entstand das Gorianische Imperium. Goria wurde eine Hauptstadt von Zauberkönigen, Handwerkern und Soldaten, später trat Hochfels an ihre Stelle.
Das Reich widerlegt die bequeme Vorstellung, Oger seien von Natur aus geistlose Schläger. Es beweist jedoch keine moralische Überlegenheit. Gorianische Herrscher versklavten Orcs und andere Völker, hielten Gladiatoren und behandelten Gefangene als Arbeitskraft. Ein Volk, das seine eigenen Herren gestürzt hatte, baute eine Ordnung, in der Freiheit erneut zum Vorrecht der Starken wurde.
Zwei Köpfe und viele Wege
Arkane Einflüsse und gezielte Veränderungen brachten zweiköpfige Ogermagier hervor. Zwei Stimmen in einem Körper wurden zum sichtbaren Zeichen einer Kultur, in der Magie Rang verlieh. Nicht jeder Oger gehört jedoch einem Imperium oder beherrscht Zauberei. Klans entwickelten eigene Bräuche, dienten verschiedenen Herren oder lebten als Söldner, Händler und Plünderer.
Auch die Mok'nathal gingen aus grausamen gorianischen Zuchtversuchen zwischen versklavten Ogern und Orcs hervor. Ihre Existenz zeigt, wie weit das Imperium Körper als Besitz betrachtete. Rexxar und andere Mok'nathal machten aus dieser Herkunft später eigene Lebenswege, die keinem Zuchtplan gehorchten.
Vom Imperium zur Horde
Als die Orcische Horde sich erhob, zerschlug sie die Macht der Oger auf Draenor. Manche Ogerclans schlossen sich im Zweiten Krieg der Horde an. Cho'gall und der Schattenhammer verbanden ogermagische Traditionen mit Gul'dans Fel- und später Leerenkult. Andere blieben unabhängig oder folgten nur dem nächsten starken Anführer.
Nach Draenors Zerstörung lebten Oger in der Scherbenwelt, auf Azeroth und in verstreuten Festungen weiter. Einige dienten der Horde, andere bekämpften sie. Der Verlust des Imperiums machte aus ihnen kein einheitliches Volk ohne Geschichte. Er verteilte alte Fähigkeiten und alte Grausamkeiten auf viele kleinere Gemeinschaften.
Mehr als das Bild des Schlägers
Oger werden häufig über Hunger, Gewalt und begrenzte Klugheit verspottet. Dieses Bild stammt auch von den Völkern, die ihre Ruinen plündern und ihre Magie übernehmen. Hochfels, Runensteine und Magiebrecher passen nicht zu der Karikatur, werden aber oft als Ausnahme behandelt, statt als Teil derselben Kultur.
Ein ehrliches Bild muss beides halten: Oger schufen mächtige Städte und komplexe Magie; ihre Reiche beruhten oft auf Sklaverei und Furcht. Sie waren Unterdrückte und wurden Unterdrücker. Ihre Geschichte gewinnt nicht, wenn man sie zu heimlichen edlen Gelehrten umschreibt. Sie gewinnt, wenn rohe Kraft, wirklicher Verstand, Humor, Ehrgeiz und die Verantwortung für ein gewalttätiges Erbe im selben Volk Platz erhalten.