Ehre und StärkeBlackmoore
Draenor
Welt

Draenor

Draenor war lange vor Orcs, Draenei und Dunklem Portal eine Welt im Kampf zwischen ungehemmtem Wachstum und steinerner Ordnung. Kil'jaedens Rache machte sie zum Ursprung der Horde; Ner'zhuls Flucht riss sie schließlich zur Scherbenwelt auseinander.

Eine Welt, die sich selbst überwucherte

Draenors älteste Gefahr kam nicht von einem Dämon und nicht aus einem Portal. Die Macht des Lebens wuchs dort so ungehemmt, dass die Immergrüne Wildnis den ganzen Planeten zu verschlingen drohte. Als Aggramar die Welt entdeckte, schuf er aus einem Berg den gewaltigen Grond. Stein und Pflanze führten einen Krieg, in dem Landschaften zu Körpern und gefallene Riesen zum Boden späterer Zeitalter wurden.

Aus Gronds Nachkommen gingen Kolosse, Magnaron, Gronn, Ogron und schließlich Oger und Orcs hervor. Aus den Trümmern der großen Sporenhügel wuchsen Genesaurier und andere Pflanzenwesen. Draenor war dadurch nie bloß eine leere Wildnis, die auf bekannte Völker wartete. In jedem Gebirge und Wald lag die Erinnerung an zwei Kräfte, die einander begrenzen mussten, damit gewöhnliches Leben überhaupt Raum fand.

Reiche vor der Horde

Später entstanden Kulturen, die ihre Welt sehr verschieden deuteten. Die Oger des Gorianischen Imperiums verbanden Eroberung mit arkanem Wissen. Die Arakkoa errichteten unter Rukhmars Licht eine Gesellschaft, die Höhe mit Reinheit verwechselte und Ausgestoßene in die Schatten verbannte. Orc-Klans lebten zwischen Jagd, Ahnen, Elementen und den besonderen Gesetzen ihrer Landschaften. Keine dieser Gemeinschaften war nur Vorstufe für einen Krieg auf Azeroth.

Dann erreichten die Draenei mit der Genedar diese Welt. Sie waren Flüchtlinge von Argus und nannten ihre neue Zuflucht Draenor. In Shattrath, Karabor und kleineren Siedlungen bauten sie ein Leben auf, ohne die Orcs zunächst erobern zu wollen. Begegnungen blieben selten, aber nicht grundsätzlich feindselig. Gerade diese Möglichkeit eines Nebeneinanders machte Kil'jaedens spätere Rache so grausam: Er musste keinen uralten Krieg fortsetzen, sondern erst einen erschaffen.

Aus Nachbarn werden Feinde

Kil'jaeden fand Velens Volk und benutzte die Orcs gegen es. Ner'zhul hörte die Stimme einer falschen Ahnin, Gul'dan verwandelte Furcht in Machtgier, und die Klans deuteten draeneische Zurückhaltung als Vorbereitung eines Angriffs. Die Horde entstand nicht in einem einzigen Augenblick. Jeder Überfall, jedes verschwiegene Bedenken und jeder neue Hexenmeister machte die nächste Grausamkeit leichter als die vorige.

Das Blut Mannoroths band viele Orcs an die Brennende Legion, während Teufelsmagie die Elemente zum Schweigen brachte und das Land verdorrte. Shattrath fiel, die Straße dorthin wurde mit den Gebeinen der Ermordeten gepflastert, und die überlebenden Draenei versteckten sich oder wurden zu Gebrochenen. Als Draenor kaum noch Nahrung für die Horde bot, öffnete Gul'dan das Dunkle Portal. Die Welt hatte ihre Krieger nicht vertrieben; sie war von ihnen und ihren dämonischen Lehrern so schwer verwundet worden, dass Eroberung wie der einzige verbleibende Ausweg erschien.

Die Geburt der Scherbenwelt

Nach der Niederlage der Alten Horde sammelte Ner'zhul die Klans auf Draenor erneut. Er ließ mächtige Artefakte aus Azeroth beschaffen und öffnete Portale zu anderen Welten. Er versprach Flucht, neue Länder und ein Ende der Enge. Tatsächlich versuchte er wieder, eine Krise durch eine Macht zu lösen, deren Folgen er nicht beherrschte.

Die gleichzeitig geöffneten Risse zerrissen Draenor. Meere und Länder brachen in den wirbelnden Nether, während nur verbundene Fragmente übrig blieben. Aus der Welt wurde die Scherbenwelt. Dort bestanden Wälder, Tempel, Höllenfeuerwüsten und schwebende Felsen nebeneinander wie Erinnerungen, denen der Zusammenhang genommen worden war. Velen hatte Draenor einst als Zuflucht benannt; Ner'zhuls Flucht machte aus ihr einen Ort, von dem selbst der Boden nicht mehr fortkonnte.

Das Draenor der anderen Zeitlinie

Das Draenor, das Garrosh Höllschrei mit Kairozdormus Hilfe erreichte, gehört zu einer alternativen Zeitlinie. Es ist nicht die Vergangenheit der Scherbenwelt, die nachträglich verändert wurde. Garrosh verhinderte dort den Blutpakt und gab Grommash Waffenwissen aus der Zukunft. Die Orcs entgingen der ersten dämonischen Versklavung, bauten aber aus freiem Entschluss die Eiserne Horde und richteten ihre Maschinen gegen Draenei, andere Klans und Azeroth.

Nach Archimondes Niederlage kämpften Orcs und Draenei zunächst gemeinsam gegen die Legion. Jahre später zerbrach auch dieser Frieden, als die Lichtgebundenen immer mehr Orcs zur Unterwerfung unter das Licht drängten und die Mag'har nach Azeroth flohen. Das unzerstörte Draenor beweist deshalb nicht, dass ein einziger abgewendeter Fluch alle Wunden geheilt hätte. Beide Welten erzählen von Manipulation, aber auch von Verantwortung. Fremde Mächte boten Angst und Macht an; Bewohner Draenors entschieden, was sie daraus machten, und ihre Welt trug den Preis.