Ehre und StärkeBlackmoore
Terenas Menethil II
Charakter

Terenas Menethil II

Terenas Menethil II. formte aus sieben Menschenreichen die Allianz von Lordaeron und nahm Sturmwinds Erben auf. Seine Barmherzigkeit gegenüber den Orcs spaltete das Bündnis; sein eigener Sohn beendete Reich und Dynastie mit Frostgram.

Der König im Norden

Terenas Menethil II. regierte Lordaeron ein halbes Jahrhundert. Seine Macht beruhte nicht auf dem Ruf eines großen Kriegers, sondern auf Beständigkeit, Diplomatie und einem Reich, dessen Kornfelder und Hauptstadt als sicherer Mittelpunkt der nördlichen Menschenwelt galten. An seiner Seite standen Königin Lianne, Tochter Calia und der jüngere Arthas. Der König erwartete von seinem Sohn, dass er eines Tages eine Ordnung übernahm, die älter und größer war als persönliche Wünsche.

Als Anduin Lothar nach Sturmwinds Fall mit Flüchtlingen und dem jungen Varian Wrynn an seinen Hof kam, behandelte Terenas den Krieg nicht als fernes Unglück des Südens. Er rief die Herrscher der sieben Menschenreiche zusammen. Eigene Rivalitäten, alte Kränkungen und unterschiedliche Interessen verschwanden nicht, doch die Horde ließ ihnen keine Sicherheit im Alleingang. Terenas unterstützte schließlich Lothar als Oberbefehlshaber, weil dessen arathisches Erbe und seine Heimatlosigkeit ihn über die Ansprüche einzelner Könige stellten.

Die Allianz von Lordaeron

Lordaeron wurde zum politischen Herzen der neuen Allianz. Terenas bat Hochelfen und Zwerge um Hilfe, nahm Varian in seine Familie auf und sah, wie zwischen dem vertriebenen Prinzen und Arthas eine brüderliche Freundschaft entstand. Während des Angriffs auf seine Hauptstadt blieb der König bei der Verteidigung, obwohl er selbst kein erfahrener Kämpfer war. Die Allianz siegte, das Dunkle Portal wurde geschlossen, und für einen Augenblick schien bewiesen, dass Verträge die Welt tatsächlich gegen eine größere Gefahr zusammenhalten konnten.

Nach dem Sieg verweigerte Terenas die massenhafte Hinrichtung gefangener Orcs. Er ließ Internierungslager errichten und hoffte, der Blutdurst der Besiegten werde mit der Zeit schwinden und sogar ein Abkommen mit Orgrim Schicksalshammer möglich werden. Diese Entscheidung rettete Leben, schuf aber ein kostspieliges und entwürdigendes Lagersystem, das Männer wie Blackmoore ausbeuteten. Gilneas zog sich wegen der Abgaben hinter seine Mauer zurück, Stromgarde verlangte härtere Maßnahmen, und auch Quel'Thalas verließ das Bündnis. Die Barmherzigkeit des Königs war wirklicher als ein Todesurteil, doch sie war keine Freiheit.

Der Vater und sein Erbe

Terenas ließ Arthas von Uther im Licht und in der Pflicht eines Paladins ausbilden. Er sah Mut, Zuneigung zum Volk und den heftigen Wunsch des Prinzen, Erwartungen zu erfüllen. Was er weniger deutlich erkannte, war die Angst unter diesem Ehrgeiz: Arthas wollte nicht nur ein guter König werden. Er wollte jeden Menschen retten können und empfand jede Grenze der eigenen Macht als persönliches Versagen.

Als die Seuche Lordaeron erreichte, konnte der Hof ihre Form kaum begreifen. Uther berichtete schließlich von Arthas' Säuberung Stratholmes und bat den König, die Nordendexpedition zurückzurufen. Terenas erließ den Befehl. Arthas ließ die Schiffe verbrennen und gab Söldnern die Schuld, damit seine Männer nicht heimkehren konnten. Die königliche Autorität, die einst sieben Reiche gesammelt hatte, erreichte den eigenen Sohn nicht mehr. Zwischen beiden lag nun ein Meer und eine Überzeugung, die jeden Widerspruch als Verrat an den Toten deutete.

Heimkehr mit Frostgram

Lordaeron feierte Arthas' Rückkehr, weil die Geißel sich scheinbar zurückgezogen hatte. Der Prinz kniete vor dem Thron, stand wieder auf und stieß Frostgram in das Herz seines Vaters. Mit Terenas starb nicht sofort jeder Bewohner, aber das Reich verlor die Mitte, um die Widerstand sich hätte sammeln können. Arthas erhob die Toten, Kel'Thuzad kehrte als Lich zurück, und aus der alten Hauptstadt wurde das Herz einer verwüsteten Landschaft.

Uther bewachte Terenas' Asche in einer magischen Urne. Arthas tötete auch seinen Lehrer, leerte das Gefäß und benutzte es für Kel'Thuzads Überreste. Die Geste ging über militärische Notwendigkeit hinaus. Der Sohn nahm dem Vater Thron, Leben und selbst das Recht auf ein ungestörtes Grab. Eine geborgene Krone wurde später fern von Lordaeron als Denkmal verborgen. Von der Dynastie blieben verstreute Angehörige, Flüchtlinge und Gegenstände, während die Hauptstadt von anderen Namen beansprucht wurde.

Die Stimme in der Klinge

Frostgram hielt Terenas' Seele fest. In der Eiskronenzitadelle begegneten verschlungene Streiter seinem Geist im Inneren der Waffe, wo er gegen ihren Wächter kämpfte. Als Tirion die Runenklinge mit dem Aschenbringer zerbrach, half Terenas den gefallenen Helden aufzustehen und Arthas zu besiegen. Danach hielt er den sterbenden Sohn in den Armen. Es war kein Widerruf der Verbrechen, sondern der letzte Augenblick, in dem ein König den Todesritter wieder als das Kind sah, das einmal seine Krone tragen sollte.

Terenas warnte, dass es immer einen Lichkönig geben müsse, damit die Geißel nicht ungezügelt über die Welt fiel. Bolvar nahm den Helm, und der Geist verschwand. Terenas' Leben wird häufig durch Arthas' Ende erinnert, doch es reicht weiter. Er bewies, dass Bündnisse aus politischer Geduld entstehen können, und erfuhr zugleich, dass selbst gut gemeinte Ordnung Besiegte in Lagern festhalten und einen Sohn unter der Last des Erbes erdrücken kann. Lordaerons Tragödie begann nicht, weil sein König nichts bewahrt hatte. Sie begann, weil eine ganze Welt des Bewahrens auf eine Gefahr traf, die jede vertraute Form von Pflicht gegen sich selbst kehrte.