König eines kleinen Gebirgsreiches
Aiden Perenolde erbt keinen mächtigen Thron. Alterac liegt in einem rauen Gebirge zwischen größeren Menschenreichen. Seine Pässe sind strategisch wertvoll, doch Bevölkerung, Ackerland und Heer bleiben begrenzt. Perenolde lernt deshalb, Politik nicht aus der Sicherheit einer Übermacht zu betreiben. Jede Freundschaft kann Schutz bedeuten, jede Feindschaft den Untergang eines Reiches, das einen langen Krieg allein kaum tragen kann.
Als Herrscher ist er stolz auf Alteracs Unabhängigkeit und zugleich empfindlich gegenüber dem Gewicht seiner Nachbarn. Der alte Gedanke eines gemeinsamen menschlichen Erbes reicht nicht aus, um diese Unsicherheit zu beseitigen. Perenolde hört den großen Königen zu, weiß aber, dass ihre Entscheidungen leichter Opfer fordern können, die vor allem sein Land treffen.
Lothars Warnung
Nach dem Fall Sturmwinds kommt Anduin Lothar mit Flüchtlingen nach Lordaeron. Er berichtet von einem Heer, das durch das Dunkle Portal kam und ein ganzes Königreich vernichtete. Für Terenas Menethil ist dies ein Grund, die Menschenreiche zu vereinen. Perenolde sieht dieselben Tatsachen und zieht daraus eine düsterere Folgerung: Wenn selbst das reiche Sturmwind gefallen ist, könnte Alterac erst recht nicht bestehen.
Er schließt sich der Allianz von Lordaeron an, aber sein Eid wird nicht von Vertrauen getragen. Während andere Herrscher überlegen, wie sie gemeinsam gewinnen können, fragt Perenolde zunehmend, wie Alterac eine gemeinsame Niederlage überleben soll. Diese Angst wird zum Mittelpunkt seiner Entscheidungen.
Der Handel mit der Horde
Als Orgrim Schicksalshammers Feldzug nach Norden vordringt, sucht Perenolde heimlich den Kontakt zur Horde. Er bietet sichere Wege durch die Berge, Informationen und Unterstützung. Im Gegenzug soll Alterac verschont bleiben. Er betrachtet den Handel als notwendige Täuschung eines überlegenen Feindes, nicht als Treue zur Horde.
Doch die Sicherheit Alteracs soll durch die Gefährdung Lordaerons erkauft werden. Soldaten der Allianz kämpfen im Vertrauen darauf, dass ihre Verbündeten Wege und Flanken sichern. Perenolde bricht dieses Vertrauen und macht die Pässe seines Reiches zu einer Waffe gegen jene, mit denen er sich verbündet hat.
Entmachtung und Verlust
Der Verrat bleibt nicht verborgen. Thoras Trollbann von Stromgarde führt Truppen nach Alterac, besetzt das Königreich und nimmt Perenolde die Macht. Der König, der sein Land durch Nachgeben retten wollte, verliert gerade dadurch die Grundlage seiner Herrschaft. Alterac wird nach dem Krieg nicht einfach wiederhergestellt; verschiedene Nachbarn erheben Ansprüche, während das Haus Perenolde unter dem Makel des Verrats steht.
Aidens Schicksal ist deshalb keine Geschichte einfacher Feigheit. Er erkennt eine reale Gefahr, unterschätzt aber, dass ein Bündnis nur funktioniert, wenn auch das kleinste Mitglied Risiken für die anderen mitträgt. Seine Angst ist verständlich. Die Entscheidung, sie heimlich auf Kosten seiner Verbündeten zu lösen, macht ihn zum Verräter.
Das Erbe der Perenoldes
Der Name Perenolde verschwindet nicht. Aidens Sohn Aliden versucht später, Einfluss und Besitz der Familie zurückzugewinnen. Doch aus der königlichen Dynastie ist ein Haus geworden, dessen Ansprüche nicht mehr von einem anerkannten Reich getragen werden. Alteracs Ruinen erinnern daran, dass eine Krone nicht nur an Land, sondern an Vertrauen gebunden ist.
Aiden bleibt damit eine der politisch wichtigsten Figuren des Zweiten Kriegs, obwohl er keine großen Schlachten gewinnt. Seine Entscheidung öffnet der Horde einen Weg, zwingt die Allianz zum Handeln gegen ein eigenes Mitglied und hinterlässt eine Nachfolgefrage, die lange nach dem Krieg fortbesteht.