Ein Prinz, der anders stark sein wollte
Anduin Llane Wrynn wuchs in Sturmwind auf, während sein Vater Varian verschwunden war und Onyxias Intrige den Hof vergiftete. Bolvar Fordragon führte die Regentschaft; Anduin war noch ein Kind, das anwesend sein musste, ohne über die Macht eines Königs zu verfügen. Früh lernte er, dass eine Krone Schutz versprechen kann und dennoch Menschen alleinlässt.
Varian hoffte auf einen kriegerischen Erben. Anduin fand seine Stärke im Licht, im Gespräch und in der Bereitschaft, selbst einem Gegner noch eine Person zuzugestehen. Als er Varian in Eisenschmiede davon abhielt, Moira zu töten, trug er dazu bei, dass aus einer Familienkrise nicht der nächste Krieg wurde. Frieden war für ihn nie Blindheit gegenüber Schuld. Er war die Weigerung, Vergeltung zum einzigen denkbaren Ende zu machen.
König in einem Krieg, den er nicht gewählt hatte
Nach Varians Tod an der Verheerten Küste bestieg Anduin den Thron mitten in der Invasion der Brennenden Legion. Im Vierten Krieg führte er Truppen, verteidigte die Allianz und suchte zugleich nach einem Ende, das nicht schon den nächsten Feldzug vorbereitet. Seine Hilfe für Varok Saurfang gehörte zu diesem Versuch: Anduin setzte auf eine Horde, die Sylvanas nicht als ihre einzige Zukunft akzeptieren musste.
In den Schattenlanden nahm Zovaal Anduin die eigene Entscheidung. Mit Königsgram zwang er ihn, Kyrestia zu verwunden und die Siegel der Pakte zu rauben. Die Erinnerungen an Varian und Saurfang halfen ihm, sich der Kontrolle zu widersetzen. Befreiung machte die Folgen jedoch nicht ungeschehen. Anduin erinnerte sich an Taten, die durch seinen Körper geschehen waren, und an die erschöpfende Erleichterung, keine Wahl mehr treffen zu müssen.
Rückkehr ohne einfache Heilung
Anduin zog sich nach seiner Befreiung von Sturmwind zurück. In Khaz Algar begegnete er Faerin Lothar, die sein Selbsturteil nicht mit Trost wegwischte. Sie fragte, ob er Freude am Schaden anderer empfunden hatte oder nur für einen Augenblick von Verantwortung entkommen war. Damit erhielt Anduin keinen Freispruch. Er gewann aber einen Weg, wieder zu handeln.
Er ist zu seinen Verbündeten zurückgekehrt, während Turalyon Sturmwind weiterhin als Regent führt. Anduins Geschichte endet deshalb nicht mit einer Krönungsszene. Sie bleibt die Geschichte eines Königs, der gelernt hat, dass Mitgefühl ohne Verantwortung leer wäre, Verantwortung ohne Mitgefühl aber nur eine andere Form von Härte hervorbringt.