Ehre und StärkeBlackmoore
Jahr 27

Eiskrone: Die Krone bleibt

Jaina, Sylvanas, Tirion und Bolvar erreichen Arthas' Festung mit verschiedenen Hoffnungen. Der Lichkönig fällt, doch sein Thron darf nicht leer bleiben.

Die Pforte des Zorns macht aus Verbündeten wieder Feinde

Horde und Allianz kämpfen sich getrennt durch Nordend, greifen aber an der Pforte des Zorns gemeinsam Arthas' Stellung an. Bolvar Fordragon führt die Allianz, Dranosh Saurfang die Horde. Für einen Augenblick scheint der Lichkönig unter dem Druck beider Armeen verwundbar. Dann setzt Großapotheker Putress eine neue Seuche frei, die Lebende und Untote gleichermaßen tötet.

Putress handelt im Namen einer Verschwörung innerhalb der Verlassenen. Varimathras, ein Nathrezim in Sylvanas' Diensten, nutzt die Gelegenheit zum Aufstand in Unterstadt. Sylvanas verliert ihre Hauptstadt, Thrall muss gegen Verräter in den eigenen Reihen kämpfen, und Varian Wrynn sieht seine schlimmsten Befürchtungen über die Horde bestätigt. Der gemeinsame Feind in Eiskrone wird für Stunden von der Wut aufeinander überlagert.

Dranosh stirbt. Arthas nimmt seinen Körper und erhebt ihn später zum Todesritter. Bolvar überlebt die Seuche nur, weil das Feuer der roten Drachen ihn verändert. Beide Schicksale zeigen, wie Arthas die Verluste seiner Gegner gegen sie verwendet. Selbst ein gefallener Sohn und ein schwer verwundeter Anführer können in Eiskrone zu Werkzeugen werden.

Tirion baut vor Arthas' Tor ein Heer, das sich nicht selbst zerreißen darf

Nach Ulduar richtet Tirion den Blick auf Eiskrone. Ein direkter Angriff mit ungetesteten Armeen würde Arthas nur neue Diener liefern. Das Argentumturnier soll deshalb jene Kämpfer auswählen, die in der Zitadelle bestehen können. Die Idee wirkt angesichts des Weltendes beinahe feierlich, doch Tirion verfolgt einen nüchternen Zweck: Horde und Allianz sollen ihre besten Kräfte messen, ohne auf dem Weg zum Lichkönig einen offenen Krieg zu beginnen.

Die Prüfung wird von innen angegriffen. Der schwarze Ritter verbreitet die Seuche, Kultisten öffnen Wege für Dämonen, und schließlich tritt Anub'arak unter dem Kolosseum hervor. Der frühere König von Azjol-Nerub war von Arthas getötet und als Diener zurückgebracht worden. Sein Angriff erinnert daran, dass Eiskrones Heer aus den besiegten Geschichten Nordends besteht. Jeder gefallene Herrscher, jeder unbestattete Soldat und jedes gebrochene Reich kann in Arthas' Ordnung erneut als Waffe erscheinen.

Auch zwischen den Fraktionen bleibt der Hass lebendig. Beim Kampf um das Luftschiff begegnen sich Horde und Allianz mitten im Angriff auf die Zitadelle als Gegner. Tirions Plan beseitigt diese Feindschaft nicht; er hält sie gerade lange genug zurück, damit der gemeinsame Feldzug nicht vollständig scheitert. Die Eiskronenzitadelle wird damit zur Prüfung, ob die Lebenden mehr sind als eine Ansammlung alter Rechnungen, die Arthas nur noch in Untote verwandeln muss.

Jaina, Sylvanas und die Menschen, die Arthas zurückließ

Arthas' Geschichte gehört nicht nur ihm. Jaina trägt den Schmerz der Frau, die ihn liebte und nicht retten konnte. Sylvanas trägt den Schmerz der Frau, die er tötete, erniedrigte und gegen ihr eigenes Volk stellte. Muradin trägt die Erinnerung an den Moment, in dem Frostgram gefunden wurde. Saurfang trägt seinen Sohn. Jeder Schritt nach Eiskrone ist also auch ein Gang durch die Leben, die Arthas zerbrach.

Gerade deshalb wirkt die Eiskronenzitadelle wie ein Gerichtsgebäude aus Eis. Die Lebenden kommen nicht nur, um einen Feind zu töten. Sie kommen, um eine Geschichte zu beenden, die seit Stratholme offen ist. Doch ein ordentliches Urteil gibt es nicht. Arthas stirbt, und für einen Moment ist da wieder der junge Mann unter der Krone. Dann ist er fort, und alle anderen müssen mit den Folgen weiterleben.

Professor Seuchenmord in der Eiskronenzitadelle
Bildmoment

Seuchenmord macht aus Tod eine Produktionsfrage

Professor Seuchenmord ist kein tragischer Fürst und kein verführter Paladin. In seinem Labor zeigt die Geißel ihre bürokratische Seite: Körper werden gemessen, gemischt und verbessert, bis aus Leid ein reproduzierbares Verfahren geworden ist.

Seine Monstrositäten erklären, weshalb Eiskrone mehr als Arthas' Thronsaal ist. Der Lichkönig herrscht durch ein System, in dem Forscher, Kultisten und gefallene Helden den Tod immer effizienter machen.

Bildquelle: Warcraft Wiki: Professor Putricide

Die Zitadelle bewahrt die Menschen, die Arthas zu Material gemacht hat

Der Weg durch Eiskrone führt nicht geradlinig zum Thron. In den Werkstätten bauen Professor Seuchenmord und seine Diener neue Körper aus Leichen. Im Saronitflügel zeigt sich, wie die Geißel Krieg als Herstellung begreift. Fauldarm und Modermiene sind keine Feldherren, sondern Ergebnisse. Blutkönigin Lana'thel erinnert an die San'layn, gefallene Elfen, die Arthas nach seinem Sieg über Illidan in vampirische Diener verwandelte. Sindragosa wiederum war Malygos' Gefährtin und wurde im Tod zu einem Frostwyrm gezwungen.

Im oberen Teil der Zitadelle wird Hochlord Bolvar Fordragon festgehalten. Nach der Zornespforte hatten die Flammen der roten Drachen seinen Körper verändert, aber nicht getötet. Arthas versucht, seinen Willen zu brechen, weil ein gefallener Held der Allianz ein mächtiges Symbol und Werkzeug wäre. Bolvars Widerstand ist still. Während Heere vor den Toren kämpfen, verweigert er dem Lichkönig Tag für Tag den Triumph, aus ihm einen Diener zu machen.

Am Gefrorenen Thron bleibt eine Krone zurück

Eiskrone: Arthas und die Krone

Der Augenblick um Arthas’ Ende lässt keinen einfachen Sieg zu. Mit dem Lichkönig fällt ein Tyrann, doch die Krone und die Geißel bleiben eine Verantwortung.

Arthas lässt die Angreifer bis zum Gefrorenen Thron vordringen, weil er die stärksten unter ihnen töten und als neue Heerführer erheben will. Der Feldzug war für ihn nie nur eine Belagerung. Er war eine Auswahl. Erst als Frostgram ihre Seelen bindet, zeigt sich, dass der Lichkönig den Mut seiner Feinde von Anfang an als Rohstoff betrachtete.

Tirion sprengt mit dem Aschenbringer das Eis, zerbricht Frostgram und gibt den in der Klinge gefangenen Seelen die Möglichkeit, sich gegen ihren Peiniger zu wenden. Für einen Augenblick liegt unter der Krone wieder Arthas Menethil. Sein Tod beendet seine Herrschaft, löscht aber weder Stratholme noch Quel'Thalas noch die ungezählten Leben aus, die er in die Geißel zwang.

Bolvar Fordragon übernimmt den Helm, weil die herrenlose Geißel sonst über Azeroth herfallen würde. Seine Entscheidung ist keine Thronbesteigung. Er verzichtet auf Heimkehr, Namen und das frühere Leben, damit der Sieg nicht sofort eine neue Katastrophe freisetzt. Die Geschichte endet daher nicht mit einer leeren Festung, sondern mit einer Wache, deren Notwendigkeit bereits den nächsten Konflikt in sich trägt.

Pforte, Krone und letzter Blick

Die Cinematics tragen den persönlichen Kern des Feldzugs: den Verrat an der Pforte des Zorns, Arthas' Ende und Bolvars Entscheidung, den Frostthron nicht leer zu lassen.

Die Pforte des Zorns: Der Feldzug zerbricht

Die Pforte des Zorns ist einer der wichtigsten Brüche des Nordendfeldzugs: Horde, Allianz, Geißel und Verlassene treffen in einem Moment zusammen, der Vertrauen dauerhaft zerstört.

Der Fall des Lichkönigs

Der Untergang des Lichkönigs bereitet das Finale in Eiskrone vor: Der Krieg gegen Arthas erreicht den Punkt, an dem persönliche Schuld und Weltgefahr untrennbar werden.

Bolvar und die Last der Krone

Das Ende nach dem Fall des Lichkönigs zeigt, warum Arthas’ Tod allein nicht reicht. Die Geißel braucht eine neue Krone, und Bolvars Opfer verhindert eine noch größere Katastrophe.