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Krieg der Ahnen
Ereignis

Krieg der Ahnen

Im Krieg der Ahnen öffneten Azshara und ihre Hochgeborenen der Brennenden Legion den Brunnen der Ewigkeit. Der erste weltweite Widerstand vertrieb Sargeras, doch der Sieg zerriss Kalimdor und beendete das alte Reich.

Das Tor im Herzen des Reiches

Zehntausend Jahre vor dem Ersten Krieg beherrschte das Kaldorei-Reich große Teile des alten Kalimdor. Seine Macht floss aus dem Brunnen der Ewigkeit, und in Zin-Azshari arbeiteten Azsharas Hochgeborene daran, immer tiefer in diese Quelle zu greifen. Sargeras erreichte sie mit dem Versprechen, die Welt in eine vollkommenere Ordnung zu verwandeln. Königin und Hof sahen in ihm nicht den Vernichter, sondern einen Gott, der ihre eigene Größe endlich angemessen würdigen werde.

Xavius öffnete im Brunnen ein Portal. Erst kamen Teufelshunde, dann Soldaten, Schreckenslords und Grubenlords. Die Brennende Legion marschierte aus der Hauptstadt nach außen, während viele Bewohner noch glaubten, der Palast habe alles unter Kontrolle. Damit begann der Krieg nicht an einer fernen Grenze. Das Zentrum des Reiches selbst wurde zur Einbruchstelle, weil seine Herrscher Bewunderung von Wahrheit nicht mehr unterscheiden konnten.

Ein Widerstand lernt gemeinsam zu kämpfen

Malfurion Sturmgrimm erkannte die Gefahr und suchte im Smaragdgrünen Traum nach einem Weg, das Portal zu schließen. Tyrande Wisperwind führte die Schwesternschaft Elunes, Illidan suchte Macht, die gegen die Legion bestehen konnte, und Kur'talos Rabenkrone sammelte die ersten Heere. Nach seinem Tod übernahm Jarod Schattensang, ein junger Hauptmann ohne den Rang vieler seiner Gefährten. Seine besondere Gabe war nicht größere Zauberkraft, sondern die Fähigkeit, sehr verschiedene Verbündete in derselben Schlacht zu halten.

Nachtelfen kämpften neben Tauren, Furbolgs, Irdenen und anderen Völkern. Huln Hochberg führte seine Stämme, Cenarius rief die Wilden Götter, und selbst Hochgeborene wie Dath'Remar wandten sich gegen Azshara. Der Widerstand wurde gerade deshalb stärker, weil niemand allein den vollständigen Plan besaß. Azeroths erste Abwehr der Legion entstand nicht aus einem makellosen Reich, sondern aus Einzelnen, die mitten im Zusammenbruch alte Grenzen überschritten.

Die Drachenseele und Neltharions Verrat

Auch die Drachenaspekte griffen ein. Neltharion schlug vor, die Kraft aller Schwärme in einer Drachenseele zu sammeln. Die anderen vertrauten dem Wächter der Erde und gaben einen Teil ihrer Macht. Doch die Alten Götter hatten längst in seinem Geist gearbeitet. Neltharion hatte seinen eigenen Anteil nicht in das Artefakt gelegt. Als er es einsetzte, zwang er Verbündete wie Feinde nieder und zeigte sich als Todesschwinge.

Die Drachenseele vernichtete Legionäre, traf aber ebenso Azeroths Verteidiger. Als der blaue Schwarm versuchte, Neltharion aufzuhalten, wurde er nahezu ausgelöscht und Malygos' Geist zerbrach unter dem Verlust. Der Krieg erhielt damit eine zweite Wunde. Selbst die Wächter, auf deren Einheit die Welt vertraute, waren nicht vor Verrat geschützt. Ein Werkzeug, das alle Macht bündeln sollte, gab einem Einzelnen die Möglichkeit, sie gegen alle zu richten.

Götter fallen auf sterblichem Boden

Die Legion drängte weiter. Wilde Götter warfen sich in ihre Reihen, und viele starben. Malorne fiel durch Archimonde, als er Cenarius schützte. Ursoc, Ursol und andere uralte Wesen bezahlten den Widerstand mit ihrem Leben. Für die sterblichen Soldaten war ihr Tod zugleich Schock und Auftrag. Wenn selbst die ältesten Hüter fallen konnten, gab es keine Macht, hinter der alle anderen sicher warten durften.

Tyrande geriet in Gefangenschaft, Illidan ließ sich von Sargeras stärken und bewegte sich gefährlich nahe an die Kräfte des Feindes, während Malfurion am eigentlichen Verschluss des Portals arbeitete. Ihre Entscheidungen blieben widersprüchlich. Mut, Liebe, Eifersucht und Ehrgeiz liefen durch dieselben Personen. Der Sieg entstand nicht, weil alle Beteiligten rein handelten, sondern weil genug von ihnen im entscheidenden Augenblick das Überleben der Welt über den eigenen Anspruch stellten.

Der Sieg, der die Welt zerbrach

Am Brunnen kehrten Malfurion und seine Gefährten die Strömung des Portals um. Dämonen wurden zurückgerissen, Mannoroth verschwand im Sog, und Sargeras konnte Azeroth nicht betreten. Nozdormu sicherte die Drachenseele. Doch die Belastung ließ den Brunnen implodieren. Land brach auseinander, Meere stürzten in die Wunde, und aus einem Kontinent wurden die getrennten Erdteile um den Mahlstrom.

Azshara und ihre Getreuen sanken mit Zin-Azshari und wurden durch N'Zoths Pakt zu Naga. Illidan bewahrte Wasser des Brunnens und schuf später am Hyjal eine neue Quelle, über der Nordrassil wuchs. Die Legion war zum ersten Mal von einer Welt zurückgeschlagen worden, aber niemand konnte zur alten Ordnung zurückkehren. Der Krieg der Ahnen endete deshalb zugleich als Rettung und Untergang: Azeroth lebte, weil seine Völker gemeinsam handelten, und trug fortan in jeder Küstenlinie den Preis ihres verspäteten Widerstands.

Eine ferne Folge in World of Warcraft: Forever

Forever erzählt, wie Eldre'Thalas nach dem Krieg nicht nur seine Gebäude, sondern auch die alte Abhängigkeit von gewaltiger Magie bewahrte. Als Tortheldrin Immol'thar zur neuen Energiequelle machen wollte, erkannten Gegner darin eine Wiederholung von Azsharas Grundfehler: den Glauben, eine gefährliche Macht kontrollieren zu können, weil das eigene Ziel notwendig erscheint.

Aus der gescheiterten Rebellion entstand schließlich die Flucht nach Zephras. So führt der Krieg der Ahnen in dieser Kontinuität über Eldre'Thalas bis zur Entstehung der Himmelsgeborenen. Die Große Teilung beendete das Imperium, aber nicht die Entscheidungen, Denkweisen und Abhängigkeiten, die es hervorgebracht hatte.