Der Weber der Zauber
Malygos war einer der fünf Protodrachen, die Galakrond entgegentraten. Neugier und rascher Verstand zeichneten ihn schon aus, bevor Norgannons Macht ihn zum Aspekt der Magie erhob. Der blaue Schwarm sollte die arkanen Ströme Azeroths verstehen und bewachen, nicht jeden Zauber selbst wirken.
Magie erschien ihm als Geflecht, das verantwortliche Hände formen konnten. Unter den Aspekten war Neltharion ein enger Freund. Gerade dieses Vertrauen machte den späteren Verrat so verheerend. Malygos kannte die Macht des Erdwächters; er hatte nicht begriffen, wie lange die Leere bereits in dessen Entscheidungen sprach.
Der Augenblick, der Jahrtausende dauerte
Im Krieg der Ahnen legten die Drachen Macht in die Drachenseele. Neltharion wandte das Artefakt gegen sie. Fast der gesamte blaue Schwarm starb, und Sindragosa wurde weit nach Nordend geschleudert. Malygos konnte weder seine Gefährtin noch seine Kinder retten.
Er zog sich in den Nexus zurück und verlor sich in Trauer und Wahnsinn. Für die Welt vergingen Jahrtausende; für ihn blieb der Verrat ein Augenblick, der nie vollständig endete. Der Hüter der Magie war noch am Leben, doch er konnte seine Aufgabe kaum wahrnehmen. Wissen schützt nicht vor Verlust, und große Macht macht Einsamkeit nur größer, wenn niemand mehr nahe genug kommen darf.
Die Rückkehr in eine veränderte Welt
Als Netherdrachen den Nexus erreichten, erwachte Malygos aus seiner Abgeschlossenheit, vernichtete sie und nahm ihre Energie auf. Sein Geist wurde klarer. Er sah nun eine Welt, in der sterbliche Völker arkane Macht für Städte, Portale und Kriege nutzten und wiederholt Katastrophen ausgelöst hatten.
Seine Sorge war nicht erfunden. Azsharas Hochgeborene hatten die Legion gerufen, Medivh das Dunkle Portal geöffnet, und zahllose Zaubernde behandelten Magie wie Besitz. Doch Malygos machte aus begründeter Furcht ein allgemeines Urteil. Sterbliche sollten Magie nur noch mit seiner Erlaubnis führen oder gar nicht.
Der Nexuskrieg
Der blaue Schwarm leitete Leylinien nach Kaltarra um und jagte ungebundene Magiewirkende. Dalaran wurde nach Nordend versetzt, um dem Krieg zu begegnen. Einige Magier schlossen sich Malygos an, andere wurden gezwungen oder getötet. Alexstrasza vereinte im Wyrmruhbund Drachen und Sterbliche gegen ihren alten Gefährten.
Malygos behandelte selbst Keristrasza als Besitz, nachdem sie an der Tötung seiner Gefährtin Saragosa beteiligt gewesen war. Er band und quälte sie, bis der Tod ihr einziger Ausweg blieb. Der Krieg zeigte damit, wie die Behauptung, Magie vor Missbrauch zu schützen, selbst zur Rechtfertigung von Zwang wurde. Im Auge der Ewigkeit fiel Malygos schließlich durch die Angreifer und Alexstraszas Macht.
Eine freigegebene Erinnerung
Nach seinem Tod zerstreute sich der blaue Schwarm. Kalecgos wurde später Aspekt, doch erst auf den Dracheninseln führte er die weit entfernten Angehörigen wieder zusammen. Erinnerungen von Malygos und Sindragosa blieben in einer Schleife ihrer gewaltsamen Enden gefangen. Der Schwarm half, sie zu beruhigen.
Malygos entschuldigte sich bei Kalecgos und wollte ihm die Bürde des Aspekts nicht auferlegen. Kalec antwortete, er habe nicht nur eine Last, sondern auch ein leuchtendes Erbe hinterlassen. Dann gingen Malygos und Sindragosa gemeinsam weiter. Vergebung löschte den Nexuskrieg nicht. Sie erlaubte dem blauen Schwarm, die Liebe zur Magie zu bewahren, ohne deshalb auch die Angst und Herrschaft seines ersten Aspekts wiederholen zu müssen.