Wo der Brunnen zusammenbrach
Der Mahlstrom liegt im Zentrum des Großen Meeres, an der Stelle, an der einst der Brunnen der Ewigkeit leuchtete. Im Krieg der Ahnen wurde der Brunnen zum Portal für die Brennende Legion. Als das Tor zusammenbrach, riss die freigesetzte Macht den Urkontinent auseinander. Meere stürzten in die Wunde, und aus dem Kollaps entstand ein Wirbel, der auch zehntausend Jahre später nicht zur Ruhe kommt.
Auf Karten trennt der Mahlstrom Kalimdor von den Östlichen Königreichen. In der Geschichte verbindet er sie durch denselben Verlust. Jede Küste der heutigen Welt verdankt ihre Lage der Großen Teilung. Der Wirbel ist deshalb nicht nur gefährliches Wasser. Er ist die sichtbare Mitte einer Welt, die ihre frühere Form nie zurückerhielt.
Das Meer um die Narbe
Schiffe meiden das Auge und geraten dennoch in seine Stürme. Strömungen erschweren Reisen, Inseln liegen in seinem Einfluss, und unter der Oberfläche erstrecken sich Reiche, die Landbewohner lange nur aus Legenden kannten. Nazjatar und die Naga gehören zu dieser versunkenen Geschichte.
Der Mahlstrom verschlang nicht alles unterschiedslos. Manche Überlebende des Untergangs wurden durch N'Zoths Pakt verwandelt und bauten unter dem Meer eine neue Macht. Die Narbe des Kaldoreireichs wurde so zum Schutzraum seiner verdrehten Fortsetzung. Was an der Oberfläche als Ende galt, war in der Tiefe der Anfang eines anderen Reiches.
Todesschwinges Rückkehr
Nach seiner Niederlage hatte sich Todesschwinge nach Tiefenheim zurückgezogen. Als er durch die Grenze der Elementarebene zurück nach Azeroth brach, stieg er durch den Mahlstrom empor. Sein Ausbruch löste den Kataklysmus aus. Die alte Wunde wurde zum Durchgang für eine neue.
Der Riss verband das Große Meer mit Tiefenheim. Der Irdene Ring sammelte sich am Rand, und Thrall half, die Kräfte zu stabilisieren. Schamanen standen dort, wo Wasser in eine scheinbar bodenlose Öffnung stürzte, und hielten eine Welt zusammen, deren Fundament durch Todesschwinges Gewalt erneut auseinanderzugleiten drohte.
Die letzte Jagd auf Todesschwinge
Im Kampf gegen Todesschwinge kehrten die Verteidiger zum Mahlstrom zurück. Nachdem die Drachenseele seine Rüstung aufgerissen hatte, versuchte er nach Tiefenheim zu fliehen. Auf seinem Rücken kämpften Streiter darum, die letzten Platten zu lösen und Thrall einen freien Schuss zu ermöglichen.
Todesschwinge stürzte in den Wirbel und erhob sich noch einmal als monströse, von den Alten Göttern getriebene Gestalt. Dort wurde er endgültig vernichtet. Der Drache, der als Erdwächter die Tiefe hatte schützen sollen, endete in der Narbe, die Tiefe und Oberfläche miteinander verband.
Die unruhige Mitte
Später diente der Mahlstrom dem Irdenen Ring erneut als Versammlungsort, unter anderem im Krieg gegen die Legion. Seine Lage macht ihn zu einer natürlichen Achse für Schamanen: Alle Elemente treffen dort mit sichtbarer Gewalt aufeinander, und kein einzelnes kann behaupten, allein zu herrschen.
Der Wirbel schließt sich nicht, weil Geschichte selten eine Wunde vollständig entfernt. Stattdessen lernten Azeroths Bewohner, an seinem Rand zu arbeiten, durch ihn zu reisen und seine Macht zu lesen. Der Mahlstrom ist kein Denkmal, das still an eine vergangene Katastrophe erinnert. Er bewegt sich unaufhörlich. Damit sagt er, dass die Große Teilung vorbei ist und zugleich in jeder Welle fortdauert.