Ehre und StärkeBlackmoore
Jahr 32

Suramar und die Nachtfestung: Freiheit hinter der Barriere

Die Nachtgeborenen haben zehntausend Jahre hinter einer magischen Kuppel überlebt. Nun benutzt Gul'dan ihre Quelle, während Thalyssra einen Aufstand vorbereitet.

Ein verborgenes Reich öffnet sich

Suramar hat den Krieg der Ahnen überlebt, aber nicht ohne Preis

Als die Legion auf den Verheerten Inseln zurückkehrt, führt die Suche nach den Säulen der Schöpfung zu einer Stadt, die für den Rest der Welt beinahe nur noch Erinnerung ist. Suramar schützte sich während des Krieges der Ahnen mit einer gewaltigen Barriere. Unter dieser Kuppel entstand aus den zurückgebliebenen Nachtelfen das Volk der Nachtgeborenen. Der Nachtbrunnen versorgte sie mit arkaner Energie, doch aus Versorgung wurde Abhängigkeit und aus Abhängigkeit ein Werkzeug der Herrschaft.

Großmagistrix Elisande schließt sich Gul'dan nicht aus blinder Verehrung an. Ihre Zeitmagie zeigt ihr unzählige Möglichkeiten, und in fast allen sieht sie Suramar untergehen, wenn es der Legion widersteht. Sie nennt Unterwerfung deshalb Vernunft. Thalyssra und die Verbannten erleben dieselbe Entscheidung anders: Ein Volk, das nur überlebt, indem es seinen Willen aufgibt, hat seine Zukunft bereits verloren. Ihr Aufstand macht Suramar zu mehr als einem Schauplatz des Legionseinfalls.

Die abgeschirmte Stadt Suramar bei Nacht
Suramar blieb durch seine Barriere erhalten. Der Schutz machte die Nachtgeborenen jedoch vom Nachtbrunnen und von Elisandes Entscheidungen abhängig.Bildquelle: Warcraft Wiki: Suramar

Thalyssra fällt aus der Stadt und verliert die Macht, von der ihr Körper abhängig ist

Erste Arkanistin Thalyssra gehörte zu Suramars Führung. Sie widerspricht Elisandes Bündnis mit der Legion, weil sie in der versprochenen Rettung die Aufgabe jeder eigenen Zukunft erkennt. Der Aufstand scheitert. Thalyssra wird verwundet und aus der Barriere gestoßen. Außerhalb der Stadt verliert sie den Zugang zum Nachtbrunnen. Für Nachtgeborene ist dieser Entzug nicht nur Hunger. Ihr Körper beginnt zu verfallen, bis aus ihnen willenlose Verdorrte werden können.

In Shal'Aran findet Thalyssra einen alten Stützpunkt und gewinnt Verbündete. Arkanist Valtrois versteht die Leylinien, Oberster Telemetriker Oculeth beherrscht Portale, und die Adlige Ly'leth Lunastre bleibt innerhalb der Stadt, um Informationen weiterzugeben. Keiner von ihnen besitzt allein genug Macht. Der Widerstand wächst, weil Menschen mit sehr verschiedenen Fähigkeiten einander vertrauen, obwohl Verrat in Suramar seit Elisandes Entscheidung überall möglich ist.

Die Arcan'dor, ein Baum aus arkaner und natürlicher Magie, bietet schließlich einen Ausweg aus der Abhängigkeit. Mit Hilfe von Farodin und den Druiden wird seine Frucht stabilisiert. Die Nachtgeborenen müssen dadurch nicht mehr zwischen dem Nachtbrunnen und dem Verfall wählen. Erst diese Freiheit macht den politischen Aufstand wirklich möglich. Ein hungriges Volk kann seinen Herrschern widersprechen; ein Volk mit einer eigenen Lebensgrundlage kann eine neue Ordnung aufbauen.

Elisande hat viele Zukünfte gesehen und daraus die falsche Gewissheit gewonnen

Elisandes Zeitmagie erlaubt ihr, mögliche Entwicklungen zu betrachten. In den meisten Wegen, die sie sieht, wird Suramar vernichtet, wenn es der Legion widersteht. Sie schließt daraus, Unterwerfung sei die einzige verantwortliche Entscheidung. Diese Begründung unterscheidet sie von Gul'dan. Elisande will ihre Stadt nicht aus Hass zerstören. Sie glaubt, nur sie besitze genügend Wissen, um für alle Bewohner die Zukunft zu wählen.

Gerade darin liegt ihr Irrtum. Zeitlinien zeigen Möglichkeiten, keine vollständige Kenntnis jeder Entscheidung. Elisande betrachtet die Menschen in ihrer Stadt zunehmend wie Größen in einer Berechnung. Wer widerspricht, gefährdet in ihren Augen nicht nur ihre Herrschaft, sondern das Überleben aller. So wird aus Vorsicht eine Ordnung, in der Verbannung, Hunger und dämonische Besatzung als notwendige Kosten gelten.

Der Aufstand dringt durch die Stadt bis zur Nachtfestung vor. Ly'leth bezahlt ihre heimliche Hilfe mit dem Leben. Elisande fällt, und im Augenblick ihres Todes erkennt sie, dass die von ihr ausgeschlossene Möglichkeit tatsächlich eingetreten ist. Sie gibt ihre verbleibende Macht den Angreifern gegen Gul'dan. Diese letzte Handlung hebt ihre frühere Herrschaft nicht auf. Sie zeigt jedoch, dass ihr Bündnis aus Angst und Gewissheit entstand, nicht aus Liebe zur Legion.

Gul'dan versucht, Illidans Körper zum Tor für Sargeras zu machen

Im Zentrum der Nachtfestung nutzt Gul'dan den Nachtbrunnen, um Illidans Körper zu verändern. Illidans Seele war von Xe'ra gesucht und von seinen Anhängern bewahrt worden. Gul'dan will aus diesem Körper ein Gefäß für Sargeras schaffen. Damit wiederholt sich ein altes Muster: Sargeras sucht keinen offenen Zugang, sondern einen mächtigen Leib, dessen Geschichte und Fähigkeiten er übernehmen kann.

Khadgar und die vereinten Angreifer besiegen Gul'dan. Illidans Seele kehrt zurück, und der Dämonenjäger tötet den Orc, dessen alternative Geschichte die Invasion eröffnet hat. Für Suramar endet damit die Besatzung, aber nicht die Suche nach einem Platz in der Welt. Tyrande erinnert sich an die Stadt des Krieges der Ahnen und begegnet ihren Bewohnern mit Distanz. Liadrin und die Blutelfen erkennen dagegen in der Abhängigkeit vom Nachtbrunnen und im Verlust einer Quelle Teile ihrer eigenen Geschichte.

Thalyssras spätere Annäherung an die Horde entsteht aus diesen Erfahrungen. Sie sucht kein Lager allein aus Dankbarkeit, sondern einen Bund, in dem die Nachtgeborenen ihre Kultur bewahren und trotzdem Teil der offenen Welt werden können. Die Befreiung Suramars entscheidet daher nicht nur über einen Raid. Sie bringt ein Volk zurück, das sich zehntausend Jahre lang hinter einer Barriere vor genau jener Geschichte verborgen hatte, die nun vor seinen Toren stand.

Vorboten: Illidan

Illidans Geschichte wird aus der Sicht Maiev Schattensangs erzählt, die ihn seit Jahrtausenden als Verräter und Gefangenen kennt. Seine Rückkehr nach der Nachtfestung löst den alten Streit neu aus: Wie weit darf jemand gehen, wenn er behauptet, damit die Legion besiegen zu wollen?

Die Nachtfestung: Gul’dans Niederlage und Illidans Rückkehr

Gul’dan versucht, Sargeras einen neuen Körper zu geben. Nach seinem Fall öffnet sich Illidans Gefängnis. Seine Rückkehr beendet Suramars Kampf nicht, sondern führt unmittelbar in den größeren Krieg gegen die Legion.