Gul'dan übernimmt einen Krieg, den Garrosh begonnen hat
Mit der Niederlage Schwarzfausts verliert die Eiserne Horde ihre wichtigste Kriegsmaschine. Grommash Höllschrei hat Garroshs Versprechen angenommen, die Clans könnten ohne Dämonenblut ein großes Reich errichten. Nun liegen seine Festungen in Trümmern, mehrere Kriegsherren sind gefallen und immer mehr Orcs zweifeln an seinem Anspruch. In diese Schwäche tritt Gul'dan.
Gul'dan war von Garrosh erniedrigt und als Energiequelle für das Dunkle Portal benutzt worden. Er glaubt weiterhin nicht an Ehre, Clan oder eine freie Zukunft Draenors. Kil'jaedens Macht erscheint ihm verlässlicher als jede Gemeinschaft, weil sie sich unmittelbar in Zauber, Angst und Herrschaft übersetzen lässt. Er bietet den geschlagenen Orcs Mannoroths Blut erneut an. Diesmal trinken viele nicht aus Siegesgewissheit, sondern weil ihre bisherige Ordnung zusammengebrochen ist.
Auch Grommash wird gefangen. Der Orc, der das Blut im Namen der Freiheit verweigerte, muss erleben, wie sein eigenes Reich die Clans so weit erschöpft hat, dass Gul'dans Knechtschaft als letzter Ausweg erscheint. Aus der Eisernen Horde wird die Teufelshorde. Der Krieg, der angeblich Draenor vor fremder Verderbnis schützen sollte, führt die Legion schließlich selbst in das Herz der Orc-Festung.

Kilrogg kennt seinen Tod und verwechselt Gewissheit mit Freiheit
Kilrogg Totauge sah in einer Vision, wie er sterben würde. Dieses Wissen nahm ihm die Furcht vor vielen Gefahren, aber nicht die Verantwortung für seine Entscheidungen. In der alternativen Zeitlinie führt ihn dieselbe Gewissheit schließlich zu Gul'dans Blut.
Sein Fall zeigt die Grenze prophetischer Sicherheit. Wer das Ende kennt, kennt noch nicht den Wert des Weges dorthin. Kilrogg glaubt, sein Schicksal anzunehmen, während Gul'dan genau diese Überzeugung benutzt, um ihn erneut zu binden.
Bildquelle: Warcraft Wiki: Kilrogg DeadeyeGrommash wird zum Gefangenen jener Macht, die er ablehnen wollte
Grommash hatte Mannoroths Blut verweigert und diesen Augenblick zur Gründungserzählung der Eisernen Horde gemacht. Nach den Niederlagen seiner Kriegsherren verliert er jedoch die Kontrolle. Gul'dan bietet den verbliebenen Orcs erneut Dämonenblut an. Grommash lehnt ab und wird gefangen genommen. Die Legion benutzt nun ausgerechnet den Häuptling als sichtbaren Beweis dafür, dass Widerstand zwecklos sei.
Die Teufelshorde übernimmt Tanaan. Belagerungsmeisterin Mar'tak führt den Angriff am Eingang, Kilrogg trinkt und sieht seinen Tod, Teron'gor kehrt als Gorefiend zurück, und selbst Mannoroth wird erneut beschworen. Die Zitadelle sammelt damit viele Entscheidungen Draenors an einem Ort. Einige folgen Gul'dan aus Ehrgeiz, andere aus Angst, wieder andere, weil die Eiserne Horde ihnen nach ihrer Niederlage keine Zukunft mehr bietet.
Als Grommash befreit wird, kämpft er an der Seite jener, deren Länder seine Horde verwüstet hat. Dieser gemeinsame Kampf ist notwendig, aber er spricht ihn nicht von Verantwortung frei. Yrel und Durotan haben Freunde und Familien durch seinen Krieg verloren. Der Sieg über Archimonde beendet die unmittelbare Invasion; die politische Frage, wie Draenor mit Grommashs Schuld umgeht, bleibt wesentlich schwieriger als der letzte Schlag gegen einen Dämon.
Der Dschungel von Tanaan und Höllenfeuerzitadelle
Als die Eiserne Horde schwankt, bietet Gul'dan die alte Lösung an: Macht durch die Legion. Tanaan wird zum Ort, an dem Grommashs Freiheitsversprechen zerbricht. Kilrogg, Gorefiend und andere Gestalten zeigen unterschiedliche Formen von Unterwerfung, Hunger und Schicksalsglauben. Die Höllenfeuerzitadelle ist daher nicht nur eine Festung, sondern der Beweis, dass die Legion immer dort eintritt, wo Stolz keine Niederlage erträgt.
Der Weg durch die Zitadelle erzählt das Auseinanderfallen der Warlords. Manche sterben als Krieger, manche als Verdorbene, manche als Opfer ihrer eigenen Prophezeiungen. Die Draenei und Orcs dieser Welt müssen erkennen, dass ihre Zukunft wieder an denselben Abgrund geführt wurde, den Garrosh angeblich vermeiden wollte. Gerade dadurch wird Yrels Aufstieg wichtig: Sie steht für eine Draenei-Antwort auf wiederholte Verfolgung und für die Entschlossenheit, nicht nur Opfergeschichte zu bleiben.
Archimondes Auftreten macht die lokale Geschichte wieder kosmisch. Die alternative Zeitlinie war nie ein abgeschlossenes Experiment. Durch Gul'dan wird sie zur Brücke für die nächste Invasion Azeroths. Archimonde fällt, doch Gul'dan wird weitergeschickt. Warlords endet deshalb wie ein langer Umweg, der plötzlich direkt in Legion mündet: Garrosh wollte die Vergangenheit zur Waffe machen, und am Ende übergibt er der Legion eine neue Zukunft.

Die Kriegsmaschine wird zum Portal der Legion
Nach Archimondes Fall bleibt Gul’dan nicht zurück. Er tritt durch das Portal und trägt den Krieg direkt in die nächste Epoche.
Die Höllenfeuerzitadelle war das Herz der Eisernen Horde. Unter Gul'dan wird sie zur Umwandlungsanlage: Krieger, Technik und selbst Gronn werden mit Teufelsenergie neu auf denselben Zweck ausgerichtet.
In ihren Hallen endet nicht nur Grommashs Feldzug. Hier entscheidet sich, ob Draenor nach zwei konkurrierenden Zukunftsplänen noch eine eigene Geschichte behalten kann.
Bildquelle: Warcraft Wiki: Hellfire CitadelArchimonde öffnet den Weg in die nächste Invasion
Die Zitadelle ist nicht nur Gul'dans Festung. Sie wird zu einem Portal, durch das Archimonde den Krieg auf Draenor übernehmen will. Draenei und Orcs, Horde und Allianz kämpfen dort gegen eine Legion, deren Führung dieselbe ist wie in der bekannten Geschichte. Alternative Zeitlinien verändern Lebenswege, aber nicht automatisch die Pläne kosmischer Mächte.
Grommash wird befreit und kämpft gegen Gul'dans Herren. Sein Seitenwechsel macht die Verwüstung durch die Eiserne Horde nicht ungeschehen. Er erkennt jedoch, dass seine Vorstellung von Freiheit andere Clans in eine neue Form von Gehorsam zwang. Archimonde fällt und schleudert Gul'dan durch ein Portal in die bekannte Zeitlinie.
Damit überlebt ausgerechnet der Mann, den Garrosh anfangs ausschalten wollte. Gul'dan erreicht Azeroth, wo sein Gegenstück längst tot ist, seine Kenntnisse der Legion aber sofort gebraucht werden. Draenors Feldzug endet nicht als abgeschlossener Umweg. Er liefert der Brennenden Legion den Diener, der ihre größte Invasion seit dem Krieg der Ahnen eröffnen wird.
Der Umweg nach Draenor zählt
Diese Epoche zeigt die Orcs vor der endgültigen Dämonisierung, die Draenei vor ihrer fast vollständigen Auslöschung und Gul'dan als Gefahr, die nicht an eine einzige Wirklichkeit gebunden ist. Dadurch werden die alten Kriege klarer: Die Horde war nicht von Natur aus Legion, aber sie war anfällig für Machtversprechen. Das ist ein wichtiger Unterschied. Er nimmt den Orcs nicht ihre Verantwortung, aber er macht ihre Tragödie historisch verständlicher.
Draenor zeigt außerdem, dass eine Welt nicht erst dann interessant wird, wenn sie zerbrochen ist. Frostfeuergrat, Nagrand, Talador und Schattenmondtal tragen Kulturen, Familien, Heiligtümer und Machtordnungen, bevor sie zu Ruinen oder Erinnerungen werden. Gerade diese Lebendigkeit macht Garroshs Eingriff so anmaßend. Er behandelt Draenor wie Beweismaterial in seinem eigenen Prozess, obwohl dort Völker leben, die nicht für seine Rechtfertigung existieren.
Außerdem führt Draenor die Frage fort, die Pandaria aufwarf. Garrosh bekommt noch einmal eine Welt, in der er beweisen könnte, dass er missverstanden wurde. Stattdessen beweist er, dass sein Problem tiefer liegt als der Ort, an dem er steht. Geschichte gibt ihm eine zweite Bühne, aber keinen anderen Charakter. Genau darum zählt dieser Umweg: Er zeigt, dass man Vergangenheit nicht heilen kann, indem man sie unterwirft.
Von der Eisernen zur Teufelshorde
Die Cinematics zeigen, wie Gul'dan eine zusammenbrechende Kriegsmaschine übernimmt und wie Draenors Sieg den nächsten Krieg dennoch nicht verhindern kann.
Zorn des Höllenfeuers führt den Blick zurück zur Legion. Gul’dan überlebt Garroshs Plan und macht Draenor wieder zur Tür für Dämonen.
Die Höllenfeuerzitadelle zeigt die endgültige Verschiebung: Aus der Eisernen Horde wird wieder ein Werkzeug der Legion.
Sieg in Draenor wirkt zunächst wie Abschluss, lässt aber Gul’dan als gefährlichen Rest zurück. Genau dieser Rest führt zur nächsten Invasion Azeroths.