Ehre und StärkeBlackmoore
Cenarius
Charakter

Cenarius

Cenarius, Sohn Elunes und Malornes sowie Pflegesohn Yseras, lehrte Malfurion den Druidenweg. Grommash tötete ihn unter Mannoroths Fluch; nach seiner Wiedergeburt verteidigte er Hyjal und überstand selbst die Verderbnis des Smaragdgrünen Alptraums.

Kind von Mond, Hirsch und Traum

Cenarius wurde als Sohn Elunes und des weißen Hirsches Malorne geboren. Da er stärker zur sterblichen Welt als zum fernen Reich seiner Mutter gehörte, wuchs er nicht an Elunes Seite auf. Ysera spürte seine Geburt im Smaragdgrünen Traum, nahm sich seiner an und lehrte ihn die Wege dieses grünen Gegenbildes Azeroths. Darum hielten viele Völker die Drachin später für seine Mutter, und ihre Verbindung war auch ohne Blutsband die einer Familie.

Er trug Züge aller Welten, die ihn geprägt hatten: den Leib eines Hirsches, ein menschenähnliches Gesicht, die Nähe zu Tieren und Pflanzen sowie das Bewusstsein des Traums. Cenarius sah Natur nicht als friedliche Kulisse. In ihr lagen Jagd, Vergehen, Wiederkehr und Beziehungen, die älter waren als Reiche. Wer von ihm lernte, sollte nicht nur Zauber beherrschen, sondern hören, wie eine Handlung durch dieses Geflecht weiterwirkte.

Der Lehrer Malfurions

Vor dem Krieg der Ahnen fand Malfurion Sturmgrimm zu Cenarius. Der Halbgott erkannte in ihm den ersten Sterblichen, der den Druidenweg in seiner Tiefe erfassen konnte. Während Azsharas Hochgeborene immer größere Macht aus dem Brunnen der Ewigkeit zogen, lernte Malfurion, Kraft durch Verbindung statt Besitz zu finden. Cenarius gab ihm damit keine schwächere Form der Magie, sondern eine andere Vorstellung davon, wem Macht überhaupt gehört.

Als die Legion einfiel, rief Malfurion seinen Lehrer um Hilfe. Cenarius sammelte Wildgötter, Treanten, Dryaden und Hüter des Hains für den Widerstand. Sein Vater Malorne fiel im Kampf gegen Archimonde. Der Sieg rettete Azeroth, doch die Große Teilung zerriss die Landschaft, die Cenarius beschützt hatte. Danach half er den Druiden, die Wunden zu heilen und über den Traum mit einer Welt verbunden zu bleiben, deren alte Gestalt nicht zurückkehren konnte.

Der Tod in Eschental

Jahrtausende später schlugen Grommash Höllschrei und der Kriegshymnenklan Holz in Eschental. Cenarius spürte in den grünen Orcs die Teufelsverderbnis der Legion und griff sie als Eindringlinge an. Ihre Waffen vermochten ihm zunächst wenig. Mannoroth hatte jedoch einen Lebensbrunnen mit seinem Blut vergiftet. Grommash trank ein zweites Mal und führte rot glühende Krieger gegen den Halbgott.

Cenarius fiel. Für die Nachtelfen war sein Tod der Beweis, dass die fremden Orcs Feinde der Natur und Diener der Legion waren. Doch sein Geist sah aus dem Smaragdgrünen Traum, wie Thralls Horde später gemeinsam mit Menschen und Nachtelfen den Hyjal verteidigte und wie Grommash Mannoroth tötete. Cenarius änderte sein Urteil. Er vergaß den eigenen Tod nicht, erkannte aber, dass ein Volk mehr sein konnte als die Verderbnis, die es in einem Augenblick getragen hatte.

Wiedergeburt im Feuerkrieg

Nach seinem Tod erholte sich Cenarius in Ardenwald, bevor er über den Smaragdgrünen Traum nach Azeroth zurückkehrte. Während des Kataklysmus wurde er am Hyjal wiedererweckt. Dort kämpfte er nun neben Horde und Allianz gegen Ragnaros. Gemeinsam mit Malfurion, Hamuul Runentotem und den Streitern Azeroths half er, den Feuerfürsten in dessen eigenem Reich endgültig zu vernichten.

Die Rückkehr machte seinen früheren Tod nicht zu einer folgenlosen Pause. Wiedergeburt gehört für Wildgötter zum großen Kreislauf, verlangt aber Zeit, Anima und Hüter, die eine Seele nähren. Cenarius kannte danach beide Seiten dieser Wahrheit: Er war Lehrer des Lebens und selbst ein Wesen, dessen Fortbestehen von anderen Reichen und ihrer Fürsorge abhing.

Der Herr des Waldes kann fallen

Während der nächsten Legioninvasion vergiftete Xavius Cenarius mit dem Smaragdgrünen Alptraum. Der Halbgott glaubte in seiner Verwirrung, den Wald zu verteidigen, während er selbst zum Werkzeug seiner Zerstörung wurde. Malfurion und Azeroths Streiter bezwangen ihn, ohne ihn zu töten, und reinigten seine Seele nach Xavius' Fall. Selbst die tiefste Verbindung zur Natur hatte ihn nicht unangreifbar gemacht; sie hatte dem Alptraum vielmehr einen besonders mächtigen Weg in den Traum geöffnet.

Cenarius lebt und wirkt weiter als Herr des Waldes, Anführer des Zirkels und Verteidiger des Traums. Sein Leben widerspricht zwei einfachen Vorstellungen: Natur ist weder wehrlose Sanftheit noch eine moralisch unfehlbare Kraft. Sie kann zornig angreifen, sich irren, sterben und verdorben werden. Cenarius' Größe liegt deshalb nicht in Reinheit. Sie liegt in seiner Fähigkeit, nach Tod und Verderbnis wieder Beziehung zuzulassen, sogar zu jenen Orcs, deren Axt einst seinen Körper durch Teufelsmacht zu Boden gebracht hatte.