Ehre und StärkeBlackmoore
Brunnen der Ewigkeit
Gegenstand

Brunnen der Ewigkeit

Der ursprüngliche Brunnen der Ewigkeit war Azeroths offene Wunde und die Quelle des Kaldoreireichs, bis er bei der Großen Teilung verging. Illidan erschuf am Hyjal einen zweiten Brunnen, den Nordrassil bis heute bewacht.

Die Wunde im Herzen der Welt

Der erste Brunnen der Ewigkeit wurde nicht gebaut. Er entstand, als Aman'Thul den Alten Gott Y'Shaarj aus Azeroths Kruste riss. Der Feind starb, doch die Weltseele wurde so tief verletzt, dass ihr arkanes Lebensblut an die Oberfläche drang. Die Titanengeschmiedeten stabilisierten die Wunde, und im Zentrum des damaligen Kalimdor blieb ein See aus Licht und kaum messbarer Macht zurück.

Schon seine Herkunft verband Heilung und Gewalt. Der Brunnen half, Azeroth nach dem Schwarzen Imperium neu zu ordnen, aber er blieb die sichtbare Folge eines Eingriffs, der den Planeten beinahe getötet hätte. Seine Wasser waren weder gut noch böse. Sie verstärkten Möglichkeiten. Wer sich ihnen näherte, fand Erkenntnis, Veränderung und Macht; zugleich wurde jede Begierde groß genug, um weit über das eigene Leben hinaus Folgen zu tragen.

Die Kinder der Sterne

Ein Stamm von Dunkeltrollen siedelte sich an den Ufern an. Über Generationen veränderte die arkane Energie Körper und Geist. Aus ihnen gingen die Kaldorei hervor, die Kinder der Sterne. Sie glaubten, Elune ruhe tagsüber in den leuchtenden Tiefen, und bauten ihre Kultur um eine Quelle, deren wahres Wesen sie noch nicht kannten. Der Brunnen schenkte längeres Leben, geschärfte Sinne und eine Begabung für Magie, die andere Völker weit übertraf.

Aus Siedlungen wurde ein Reich, aus Zin-Azshari der glänzende Mittelpunkt. Azshara und ihre Hochgeborenen zogen immer größere Mengen arkaner Kraft aus dem See. Magisches Können, gesellschaftlicher Rang und Nähe zur Königin verschmolzen miteinander. Der Brunnen ermöglichte Kunst und Wohlstand, doch sein Geschenk wurde zum Beweis vermeintlicher Überlegenheit. Wer täglich aus einer nahezu grenzenlosen Quelle schöpft, kann leicht vergessen, dass Zugang nicht dasselbe ist wie Besitz.

Das Tor für Sargeras

Die gewaltigen Zauber der Hochgeborenen machten Sargeras auf Azeroth aufmerksam. Azshara und Xavius begrüßten ihn als Wesen, das ihrer Vorstellung von Vollkommenheit entsprach. Der Brunnen wurde zu einem Portal umgeformt, durch das erst Dämonen und schließlich der dunkle Titan selbst treten sollte. Im Krieg der Ahnen kämpften die Verteidiger deshalb nicht nur gegen eine Armee. Sie mussten die Quelle ihres eigenen Reiches daran hindern, zur Tür seiner Vernichtung zu werden.

Als das Portal zusammenbrach, implodierte der Brunnen. Die Große Teilung zerriss den alten Kontinent, versenkte den größten Teil seines Landes und ließ an der Stelle des Sees den Mahlstrom zurück. Azshara und viele Hochgeborene sanken in die Tiefe und wurden zu Naga. Der Brunnen verschwand damit nicht folgenlos. Er schrieb seine Zerstörung in die Gestalt der Welt: Jede Küste der neuen Kontinente ist auch ein Rand jener Wunde, die sich geöffnet hatte, als Macht und Anspruch untrennbar geworden waren.

Illidans zweiter Brunnen

Illidan hatte sieben Phiolen mit Wasser des ursprünglichen Brunnens gefüllt. Kurz nach dem Bruch goss er drei davon in einen See auf dem Hyjal und erschuf eine zweite Quelle. Er bestand darauf, Azeroth werde die arkane Macht beim nächsten Angriff der Legion brauchen. Die Überlebenden sahen vor allem, dass er ohne Zustimmung genau das wiederhergestellt hatte, woran ihre Welt zerbrochen war. Seine Gefangenschaft begann nicht wegen einer bloßen Vorliebe für Magie, sondern wegen dieses eigenmächtigen Risikos.

Alexstrasza ließ Nordrassil über dem neuen Brunnen wachsen. Die Wurzeln sollten seine Macht aufnehmen, reinigen und vor Missbrauch schützen. Ysera verband Baum und Druiden mit dem Smaragdgrünen Traum; Nozdormus Segen gab den Nachtelfen Unsterblichkeit, solange Nordrassil bestand. So wurde arkane Energie unter einem Weltbaum bewahrt und in einen Bund mit der Natur gestellt. Der zweite Brunnen war nicht die Wiederkehr des alten Reiches, sondern eine bewachte Antwort auf dessen Untergang.

Wasser, das durch Zeitalter fließt

Eine weitere Phiole half Dath'Remar Sonnenwanderer später, den Sonnenbrunnen zu erschaffen. Andere Wasserreste gelangten in die Hände von Illidans Verbündeten. Der ursprüngliche Brunnen wirkte damit in neuen Quellen weiter, die jeweils eigene Völker, Abhängigkeiten und Konflikte hervorbrachten. Am Hyjal opferten die Nachtelfen während des Dritten Krieges Nordrassils Segnungen, um Archimonde zu vernichten. Sie retteten Azeroth und verloren jene Unsterblichkeit, die der Brunnen ihnen durch den Baum gewährt hatte.

Nordrassil heilte, während der zweite Brunnen unter seinen Wurzeln fortbestand; bei einer späteren Legioninvasion wurde ein großer Teil seiner Wasser beschädigt. Seine Energie reicht durch tiefe Wurzeln bis in verborgene Regionen unter Azeroth. Der Name Brunnen der Ewigkeit bezeichnet deshalb zwei Orte und eine lange Wirkung: zuerst die offene Wunde im Zentrum des alten Kalimdor, dann Illidans bewachte Neuschöpfung am Hyjal. Beide erzählen dieselbe Warnung. Eine Quelle kann Leben, Erinnerung und ganze Kulturen nähren, doch niemand trinkt aus der Macht einer Weltseele, ohne dass auch die Welt an dieser Beziehung mitgeschrieben wird.