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Theramore
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Theramore

Jaina gründete Theramore als Zuflucht und Beweis, dass Nähe zur Horde nicht Krieg bedeuten müsse. Daelin und Garrosh machten dieselbe Stadt nacheinander zum Prüfstein und Grab dieser Hoffnung.

Eine Zuflucht nach dem Ende Lordaerons

Jaina Prachtmeer führte Überlebende des Dritten Krieges über das Meer. Sie hatten Lordaeron nicht verlassen, weil ihnen Kalimdor eine glänzende Zukunft versprach, sondern weil Medivh vor einer Vernichtung warnte, die in ihrer Heimat bereits begonnen hatte. Nach dem Sieg am Hyjal brauchten die Flüchtlinge einen Ort, an dem das Überleben wieder Alltag werden konnte.

Auf einer Insel vor den Düstermarschen entstand Theramore. Die Stadt blickte zum Meer und lag zugleich nahe an Durotar. Ihre Mauern schützten vor Sumpf und Angriff, doch ihre eigentliche Idee war politisch: Jaina und Thrall wollten verhindern, dass die alten Kriege einfach auf einem neuen Kontinent weitergeführt wurden. Theramore sollte beweisen, dass Nachbarschaft nicht zwangsläufig Belagerung bedeutet.

Der Vater im Hafen

Großadmiral Daelin Prachtmeer erreichte Kalimdor auf der Suche nach seiner Tochter. Er hatte im Zweiten Krieg Orcs als Eroberer erlebt und seinen Sohn Derek verloren. Thralls neue Horde erschien ihm nicht als anderes Volk, sondern als dieselbe Flotte mit einer Pause zwischen zwei Angriffen. Er übernahm Theramore und machte Jainas Zuflucht zum Stützpunkt seines Feldzugs.

Jaina stellte sich ihm entgegen. Sie half Rexxar und der Horde, die Stadt zu erreichen, wollte ihren Vater jedoch nicht sterben sehen. Daelin weigerte sich, den Krieg zu beenden, und fiel in Theramore. Seitdem lag unter jeder Straße der Stadt eine Frage, die keine Diplomatie leicht beantworten konnte: Hatte Jaina einen künftigen Frieden gerettet oder den eigenen Vater einer Hoffnung geopfert, die andere nie teilen würden?

Frieden mit einer Garnison

Theramore blieb Teil der Allianz und wurde ihr wichtigster militärischer Hafen auf Kalimdor. Soldaten, Händler, Magier und Familien lebten dort. Die Stadt verhandelte mit der Horde und sicherte zugleich Straßen, Schiffe und Vorposten. Dieser Widerspruch war nicht bloß Heuchelei. Frieden zwischen Mächten braucht Schutz, doch jede neue Kanone kann dem Nachbarn beweisen, dass der Schutz in Wahrheit Vorbereitung ist.

Mit den Jahren verschärften sich Grenzkämpfe. Von Theramore aus wurden Allianzkräfte im südlichen Brachland versorgt. Für Garrosh Höllschrei war die Stadt nicht Jainas Brücke, sondern eine Klinge an Durotars Seite. Er entschied, sie zu entfernen und aus ihrer Zerstörung zugleich eine Botschaft an die gesamte Allianz zu machen.

Die blaue Sonne

Garrosh täuschte einen gewöhnlichen Angriff an und gab der Allianz Zeit, ihre stärksten Verteidiger nach Theramore zu bringen. Genau diese Verstärkung war Teil seines Plans. Eine mit der Fokussierenden Iris gespeiste Manabombe fiel auf die Stadt. Rhonin stieß Jaina durch ein Portal und rettete sie, während er mit Theramore im arkanen Licht verging.

Die Explosion ließ keine eroberte Stadt zurück. Gebäude, Bewohner und herbeigerufene Verbündete wurden in einem Augenblick ausgelöscht oder zu verzerrten Resten. Garrosh hatte nicht nur eine Festung besiegt; er hatte Hilfe selbst zur Falle gemacht. Jede Person, die Theramore aus Solidarität verteidigen wollte, erhöhte den Wert des Ziels.

Die Ruine einer Möglichkeit

Jaina überlebte mit weiß gewordenen Haaren und einem Zorn, der beinahe Orgrimmar ertränkt hätte. Kalecgos und Thrall hielten sie auf. Später führte sie den Krieg gegen Garrosh, und Theramore blieb in ihren Entscheidungen gegenwärtig. Die Ruinen wurden zu einem Ort, an dem kein Wiederaufbau so tun konnte, als wäre nur Mauerwerk verloren.

Theramore war nie der Beweis, dass Frieden bereits erreicht war. Die Stadt war der Versuch, ihm einen Hafen zu geben, während Furcht, Waffen und alte Trauer weiterbestanden. Daelin wollte diesen Versuch aus Schutz zerstören; Garrosh zerstörte ihn aus Berechnung. Beide sahen in der Nähe nur die kommende Schlacht. Darum ist Theramores Ende mehr als Jainas persönlicher Verlust. Eine ganze Stadt hatte jahrzehntelang die unvollkommene Möglichkeit bewohnt, dass sie sich irrten.