Eine Heimat vor der Legion
Argus war die Heimatwelt der Eredar. Ihre Städte, ihr Wissen und ihre arkane Begabung machten die Welt zu einem Ort großer Möglichkeiten, lange bevor ihr Name mit der Brennenden Legion verbunden wurde. Velen, Kil'jaeden und Archimonde führten ihr Volk, als Sargeras ihnen Wissen und Macht versprach, die jede bisherige Grenze sprengen sollten.
Kil'jaeden und Archimonde nahmen dieses Angebot an. Velen erkannte durch die Naaru den Preis und floh mit einer kleinen Schar an Bord der Genedar. Aus diesen Flüchtlingen wurden die Draenei, die Verbannten. Für jene, die auf Argus blieben, begann ein anderer Weg: Ihre Heimat wurde nicht in einer Schlacht verloren, sondern durch die schrittweise Verwandlung ihrer eigenen Zivilisation.
Der Brennende Thron
Unter Sargeras wurde Argus von Teufelsenergie durchdrungen. Antorus, der Brennende Thron, wurde zum Zentrum der Legion. Die Welt blieb bewohnt, aber sie war nicht länger frei. Krokul, die Gebrochenen von Argus, überlebten in den Ruinen einer Gesellschaft, aus der viele andere entkommen waren oder in der Legion aufgingen.
Tief in Antorus lag die Weltseele von Argus. Die Legion quälte den ungeborenen Titanen und nutzte seine Macht, um gefallene Dämonenseelen rasch in neue Körper zurückzuholen. So wurde die Welt zum Motor einer Armee, die für andere Welten unerschöpflich wirken musste. Argus war Heimat, Gefängnis und Waffe zugleich.
Die Rückkehr der Draenei
Die Armee des Lichts leistete über lange Zeit Widerstand. Turalyon und Alleria kämpften an ihrer Seite, während Velen auf eine Rückkehr hoffte, die keine einfache Heimkehr sein konnte. Als die Streiter Azeroths nach der Invasion der Verheerten Inseln zum Gegenangriff übergingen, öffnete Illidan den Weg nach Argus. Die Vindicaar brachte Velen und seine Verbündeten zu einer Welt zurück, die er einst hatte verlassen müssen.
Auf Argus trafen die Draenei auf die Krokul und auf das Ausmaß dessen, was nicht gerettet worden war. Der Feldzug führte über Krokuun und Eredath bis nach Antorus. Dort befreiten die Angreifer die Seelen des Pantheons und stellten sich Argus dem Zerrütter, der Weltseele selbst.
Der Tod einer Weltseele
Mit Hilfe des Pantheons besiegten Azeroths Streiter Argus. Der Sieg beendete die Macht, mit der die Legion ihre Dämonen wiederherstellte. Er gab Argus seine verlorenen Städte nicht zurück und heilte keine der Wunden, die Jahrtausende hinterlassen hatten. Doch er nahm Sargeras den Motor seines Kreuzzugs.
Später wurde sichtbar, dass der Tod der Weltseele noch eine zweite Folge hatte. Nathrezim im Dienst des Kerkermeisters hatten Argus mit Todesmagie vorbereitet. Seine Seele traf die Schiedsrichterin in Oribos, setzte sie außer Kraft und leitete die eintreffenden Seelen in den Schlund um. Damit reichte die Ausbeutung von Argus über das Ende der Legion hinaus. Die Welt bleibt deshalb ein Ort, an dem mehrere große Kriege zusammentreffen, ohne dass ihr eigener Verlust darin verschwinden darf.