Jene, die zwischen den Sternen erwachten
Das Pantheon der Ordnung bestand aus Titanen, die in den Tiefen ferner Welten erwacht waren. Aman'Thul führte sie. Eonar hütete Leben, Norgannon Magie und Wissen, Khaz'goroth formte Welten, Golganneth gebot über Himmel und Meer. Aggramar und Sargeras trugen den Krieg gegen Gefahren in der Großen Dunkelheit.
Sie durchzogen den Kosmos auf der Suche nach weiteren Weltenseelen. Wo sie Leben fanden, ordneten sie Landschaften, bezwangen zerstörerische Kräfte und hinterließen Konstrukte. Ordnung bedeutete für sie Schutz, aber auch Gestaltung nach einem eigenen Plan. Selten fragte ein Berg, ob er versetzt werden wollte, oder ein werdendes Volk, welche Form es erhalten sollte.
Azeroth ohne seine Schöpfer
Als das Pantheon Azeroth entdeckte, hatten Alte Götter die junge Welt überwuchert. Um die Weltenseele nicht durch ihre unmittelbare Macht zu gefährden, schufen die Titanen zunächst titanengeschmiedete Heere und bevollmächtigten Hüter. Als Y'Shaarj widerstand, griff Aman'Thul dennoch selbst ein und riss ihn aus Azeroths Kruste. Die klaffende Wunde zeigte, dass selbst eine rettende Hand zur Katastrophe werden konnte; die übrigen Alten Götter wurden deshalb gebunden statt gewaltsam entfernt.
Nach dem Sieg entstanden Anlagen wie Ulduar, Uldaman und Uldir. Die Hüter ordneten die Welt, sperrten Alte Götter ein und beobachteten Leben. Spätere Generationen verehrten diese Hinterlassenschaften als Zeichen unfehlbarer Schöpfer. Doch Lokens Verrat, Odyns Härte und fehlbare Sicherungssysteme zeigten, dass titanische Herkunft kein Ersatz für Urteilskraft war.
Der Bruch mit Sargeras
Sargeras war der große Verteidiger des Pantheons. Als er eine von der Leere verdorbene Weltenseele fand, zerschlug er den Planeten. Er kam zu der Überzeugung, alles Leben müsse verbrannt werden, bevor die Leere einen Dunklen Titan erschaffen könne. Aus Schutz wurde Vernichtung als vorbeugende Lehre.
Das Pantheon widersprach ihm. Auf Nihilam stellte Sargeras seine früheren Gefährten und vernichtete ihre Körper. Ihre Seelen entkamen geschwächt zu einigen Hütern Azeroths, fanden dort jedoch keinen dauerhaften Schutz. Die Familie, die Welten ordnen wollte, zerbrach an der Frage, ob eine mögliche Verderbnis jedes wirkliche Leben wertlos mache.
Gefangene in Antorus
Sargeras suchte die Seelen des Pantheons und ließ sie in Antorus foltern. Aggramar wurde verdorben, Eonar gejagt, die übrigen sollten gebrochen und dem Dunklen Titan unterworfen werden. Selbst Wesen von planetarer Macht wurden dort zu Gefangenen, deren Erinnerungen gegen sie verwendet wurden.
Azeroths Streiter halfen, Eonar zu schützen und die Titanen zu befreien. Gemeinsam trennten sie Argus von der Legion und bezwangen dessen gequälte Weltenseele. Mit der letzten Kraft von Argus zog das Pantheon Sargeras an seinen Sitz und hält ihn dort gefangen. Illidan blieb als sein Kerkermeister zurück.
Ordnung unter Beobachtung
Das Pantheon rettete unzählige Welten und hinterließ Azeroth Verteidigung, Wissen und Leben. Es hinterließ zugleich Maschinen zur Neuerschaffung ganzer Ökosysteme, Gefängnisse voller ungelöster Gefahren und Diener, deren eigener Wille im ursprünglichen Plan kaum vorkam. Größe macht ihre Taten weitreichender, nicht automatisch gerechter.
Heute sitzt das Pantheon fern von Azeroth und bindet seinen gefallenen Bruder. Die Völker der Welt leben mit seinem Erbe, ohne nur dessen Werkstücke zu sein. Vielleicht liegt darin die wichtigste Grenze titanischer Ordnung: Eine Welt kann geformt werden, doch ihre Bewohner entwickeln Geschichte. Sobald sie selbst entscheiden, ist der Plan des Schöpfers nur noch eine Stimme unter vielen.