Ehre und StärkeBlackmoore
Illidari
Organisation

Illidari

Die Illidari vereinten Dämonenjäger, Naga, Krokul, Blutelfen und selbst gebundene Dämonen unter Illidans Krieg gegen die Legion. Nach Gefangenschaft und Befreiung öffneten sie mit dem Sargeritschlüssel den Weg nach Argus.

Illidans Heer der Ausgestoßenen

Die Illidari sind nicht nur die Dämonenjäger, die Illidans Tätowierungen und seine geblendeten Augen nachahmen. In der Scherbenwelt sammelte er sehr verschiedene Kräfte: Vashjs Naga, Kael'thas' Blutelfen, Akamas Aschenzungen, Teufelsorcs, Shivarra und sogar Dämonen, die aus der Abhängigkeit von der Legion gelöst oder gewaltsam gebunden worden waren. Sie einte keine gemeinsame Herkunft. Sie einte Illidans Behauptung, dass der Krieg gegen die Brennende Legion jedes brauchbare Werkzeug brauche.

Für manche bedeutete der Bund Rettung. Illidan und seine Verbündeten besiegten Magtheridon und beendeten zunächst dessen Herrschaft über die Scherbenwelt. Akama erhielt Hilfe gegen Orcs und Dämonen, die sein Volk unterdrückten. Für andere wurde Illidans Ordnung selbst zur Besatzung. Im Schwarzen Tempel lagen Folter, Zwang und persönliche Pracht neben Vorbereitungen für den großen Gegenschlag. Die Illidari kämpften wirklich gegen die Legion; dieser Zweck machte nicht jede Tat in ihrem Reich zu einer notwendigen oder gerechten Handlung.

Der Dämon im eigenen Leib

Im Herzen der Organisation standen Nachtelfen, die durch die Legion Heimat und Familie verloren hatten. Illidan formte sie zu Dämonenjägern nach seinem Vorbild. Später unterzog er auch Blutelfen denselben Prüfungen. Die Ausbildung forderte viele Leben: Anwärter töteten Dämonen, nahmen deren Essenz in sich auf, blendeten sich und banden den fremden Willen im eigenen Körper. Nur wenige überstanden den Vorgang, ohne zu sterben oder dem Wahnsinn zu verfallen.

Die Überlebenden gewannen dämonische Sinne, Flügel, Hörner und eine Macht, die sie gegen ihre Beute wenden konnten. Zugleich begann ein Kampf, der nach keiner Schlacht endete. Der innere Dämon flüsterte in Hunger und Zorn weiter. Ein Illidari konnte die Welt retten und dennoch jeden Tag neu beweisen müssen, dass er noch selbst entschied. Opferbereitschaft war hier kein einzelner heldischer Augenblick, sondern ein Zustand, in dem der eigene Leib zugleich Waffe, Gefängnis und mögliche Einfallsroute des Feindes blieb.

Die Mission nach Mardum

Als Streitkräfte aus Azeroth den Schwarzen Tempel angriffen, schickte Illidan seine besten Dämonenjäger fort. Auf Mardum sollten sie den Sargeritschlüssel erbeuten, ein von Sargeras geschaffenes Gerät, das Zugänge zu Welten der Legion öffnen konnte. Unter der späteren Führung des Schlächtertitels töteten sie Brutmutter Tyranna, nahmen das Legionsschiff Teufelshammer und kehrten mit dem Schlüssel in die Scherbenwelt zurück.

Sie kamen zu spät. Illidan war gefallen. Maiev Schattensang und ihre Wächterinnen nahmen die erschöpften Dämonenjäger gefangen und versetzten sie im Verlies der Wächter in jahrelange Starre. So lag ausgerechnet jene Einheit eingeschlossen, die einen Weg in das Netz der Legionswelten kannte. Die Wächterinnen sahen darin eine verdiente Sicherung gefährlicher Wesen. Die Illidari sahen die Fortsetzung eines alten Urteils: Andere nutzten ihre Opfer gern, solange sie nicht gezwungen waren, die Opfernden in ihrer Nähe zu dulden.

Befreit, weil jede andere Antwort scheiterte

Bei der dritten Legioninvasion drang Gul'dan in das Verlies ein. Maiev ließ die gefangenen Dämonenjäger frei, weil die Verteidigung zusammenbrach und selbst sie keine bessere Waffe mehr hatte. Horde und Allianz begegneten ihnen mit Misstrauen, gaben ihnen aber Raum in Orgrimmar und Sturmwind. In Abwesenheit Illidans übernahm ein Dämonenjäger als Schlächter die Führung und machte den Teufelshammer zum Stützpunkt der erneuerten Illidari.

Sie suchten den verlorenen Sargeritschlüssel, jagten entflohene Dämonen und warben frühere Verbündete zurück. Kayn Sonnenzorn und Altruis der Leidende verkörperten dabei zwei mögliche Haltungen: unbedingte Treue zu Illidan oder Widerstand gegen seine schlimmsten Entscheidungen. Akamas erneute Einbindung konnte ebenfalls als freiwilliger Bund oder als erzwungene Abspaltung seines Schattens verlaufen. Die Illidari blieben somit selbst im gemeinsamen Krieg eine Organisation, deren Erfolg nicht alle Fragen nach Gehorsam und Mittelwahl beantwortete.

Der offene Weg nach Argus

Nach Illidans Rückkehr wurde der Sargeritschlüssel zum entscheidenden Werkzeug. Über Kil'jaedens Schiff öffnete Illidan einen gewaltigen Riss zwischen Argus und Azeroth. Damit setzte er beide Welten einer unmittelbaren Gefahr aus, nahm der Legion aber zugleich den Schutz der Entfernung. Die Illidari gehörten zu den Kräften, die durch diesen Weg zum Heimatplaneten der Eredar vordrangen und halfen, Antorus sowie die Wiedergeburt der Dämonen zu brechen.

Illidan blieb am Sitz des Pantheons als Kerkermeister Sargeras' zurück, während die Illidari weiterbestanden. Ihr größter Plan hatte Erfolg, aber Erfolg spricht kein rückwirkendes Urteil der Unschuld. Versklavte Krokul, zerrissene Seelen und Opfer im Schwarzen Tempel werden nicht gerecht, weil Argus später fiel. Gerade diese unbequeme Bilanz macht die Organisation bedeutsam. Die Illidari beweisen, dass moralisch verletzte Kämpfer eine Welt retten können. Sie beweisen nicht, dass jede Verletzung nötig war. Ihre Zukunft hängt daran, ob sie nach der Legion noch lernen, zwischen Opfer, das man selbst trägt, und einem Preis zu unterscheiden, den man anderen auferlegt.