Dath'Remar führt ein verbanntes Volk nach Osten
Die Hochgeborenen verlassen Kalimdor nicht als geschlossenes, zuversichtliches Reich. Sie sind Vertriebene, deren vertraute Welt im Großen Bruch unterging und deren Magie in der neuen Ordnung der Kaldorei verboten wurde. Dath'Remar Sonnenwanderer führt sie über das Meer und weiter durch unbekannte Länder. Er will nicht nur einen sicheren Ort finden. Er will beweisen, dass arkane Kultur bestehen kann, ohne erneut einer Azshara zu dienen oder die Legion in die Welt zu rufen.
Im Norden der Östlichen Königreiche finden die Verbannten eine Heimat, die bereits von den Amani beansprucht wird. Für die Trolle ist das Gebiet Teil eines alten Reiches, das lange vor der Ankunft der Elfen bestand. Die Neuankömmlinge gründen Quel'Thalas, errichten den Sonnenbrunnen und legen Runensteine um ihr Land. Aus ihrer Sicht schaffen sie Schutz und Zukunft. Aus Sicht der Amani befestigen fremde Siedler geraubten Boden.
Der Sonnenbrunnen wird zum Mittelpunkt des neuen Volkes. Seine arkane Kraft durchdringt Alltag, Kunst und Magie. Die früheren Hochgeborenen nennen sich Hochelfen und entwickeln eine Identität, die sich bewusst von Azsharas Hof und von den Kaldorei abgrenzt. Doch die Abhängigkeit von einer großen magischen Quelle bleibt. Der Brunnen schenkt Stabilität, macht Quel'Thalas aber auch verwundbar, sobald ein Feind seine Bedeutung versteht.
Arathor entsteht aus der Angst vor den Amani
Weiter südlich leben verschiedene Menschenstämme, die häufig gegeneinander kämpfen. Thoradin erkennt, dass keiner von ihnen allein den Amani standhalten kann. Er vereint sie im Reich Arathor und gründet Strom. Seine Herrschaft beruht nicht auf einer gemeinsamen alten Kultur, sondern auf dem Versprechen, dass ein größeres Bündnis Sicherheit schafft, die einzelne Stämme nicht besitzen.
Als die Amani ihre Angriffe verstärken, sucht Quel'Thalas menschliche Hilfe. Für Thoradin ist die Bitte eine Gelegenheit und ein Risiko. Arathor kann einen mächtigen Nachbarn retten, doch seine Krieger allein reichen gegen die trollischen Heere nicht aus. Deshalb verlangt er nicht Gold oder Land, sondern einen Anteil an jenem Wissen, das die Elfen bisher hinter ihren Grenzen bewahrt haben.
Die Hochelfen zögern, denn ihre eigene Geschichte hat gezeigt, wie arkane Macht ein Reich verändern kann. Zugleich wissen sie, dass Quel'Thalas ohne Arathors Heer fallen könnte. Hundert Menschen werden ausgewählt. Was sie lernen und wie ihre Magie den Krieg entscheidet, verbindet die beiden jungen Reiche weit über Thoradins Bündnis hinaus.
Hundert Magier verändern die Trollkriege
Als Thoradin den Hochelfen Hilfe zusagt, stellt er nicht sein ganzes Reich unter ihren Befehl. Menschen und Elfen müssen erst lernen, gemeinsam zu kämpfen. Die elfischen Magier wählen einhundert Menschen aus und unterrichten sie in einer Kunst, die bis dahin außerhalb Quel'Thalas' kaum geordnet weitergegeben wurde. Für die Elfen ist dieses Wissen ein Risiko. Für Thoradin ist es der Preis dafür, eine zahlenmäßig überlegene Armee an einem entscheidenden Punkt brechen zu können.
Die Amani werden von Kith'ix' altem Krieg und von Jahrtausenden verlorener Gebiete geprägt. Ihr Anführer Jintha betrachtet die Menschen nicht als neutrale Nachbarn. Arathor schützt die elfischen Siedler und steht damit auf jener Seite, die aus trollischer Sicht altes Land besetzt hält. Die Trollkriege sind deshalb für die Amani kein plötzlicher Eroberungszug, sondern der Versuch, eine lange Niederlage rückgängig zu machen.
In den Bergen des späteren Alterac bündeln die menschlichen Magier ihre Kräfte. Feuer fällt auf die trollischen Reihen, während Thoradins Heer den Angriff hält. Der Sieg entsteht weder allein durch Magie noch allein durch Soldaten. Er gelingt, weil die Elfen Wissen teilen, das sie bewahren wollten, und weil die Menschen ein gemeinsames Heer aufstellen, obwohl ihre Stämme erst seit kurzer Zeit ein Reich bilden.
Nach dem Krieg bleiben die Folgen ungleich verteilt. Quel'Thalas ist gerettet und zieht sich wieder stärker hinter seine Grenzen zurück. Arathor besitzt nun Magier, deren Nachfolger eigene Schulen gründen. Die Amani verlieren erneut Land und Einfluss, aber nicht ihre Erinnerung. Jede Seite erzählt denselben Sieg anders: als Rettung einer Heimat, als Geburt menschlicher Einheit oder als weiteren Raub an einem Reich, das schon vor Elfen und Menschen bestanden hatte.
Dalaran und die Folgen des geteilten Wissens
Nach dem Krieg verbreitet sich arkane Magie unter den Menschen. Dalaran wird zu einem Zentrum des Lernens. Die Stadt zieht Begabte an, schafft Regeln und Archive und macht Magie zu einem dauerhaften Teil menschlicher Politik. Doch jeder Zauber kann auch Wesen aus dem Wirbelnden Nether auf die Welt aufmerksam machen. Kleine dämonische Erscheinungen häufen sich, und die Magier erkennen, dass ihr Wissen Gefahren geöffnet hat, die gewöhnliche Herrscher kaum verstehen.
Aus diesem Problem entsteht später der Rat von Tirisfal. Damit führt die Geschichte von Quel'Thalas und Arathor weit über die Trollkriege hinaus. Ein Bündnis aus Not hat Menschen zu Magiern gemacht, Dalaran zur Macht erhoben und eine geheime Ordnung notwendig werden lassen, die Azeroth vor den Folgen dieser Magie schützen soll.

Ein Bündnis schreibt zwei Erinnerungen
Als die Amani gegen Quel'Thalas und Arathor ziehen, kämpfen drei Völker um mehr als den nächsten Winter. Die Amani sehen Wälder, Heiligtümer und Jagdgründe, die ihnen lange vor den Mauern der Elfen gehörten. Die Hoch- und Waldelfen sehen die Heimat, die ihre verbannten Vorfahren nach entbehrungsreicher Wanderung errichtet haben. Die Menschen Arathors sehen einen Feind, dessen Sieg auch ihre jungen Siedlungen bedrohen würde. Keine Seite betritt diesen Krieg ohne Vergangenheit, aber jede erzählt ihn so, als beginne das Recht mit ihr selbst.
Die Elfen bezahlen die menschliche Hilfe mit arkaner Lehre. Hundert Menschen werden unterwiesen, und aus einer militärischen Notlösung wächst eine neue magische Tradition. Für Arathor ist dies der Augenblick, in dem seine Stämme mehr als gemeinsame Feinde besitzen. Für die Elfen ist es ein kalkulierter Bruch mit der eigenen Vorsicht. Sie teilen genug Wissen, um zu überleben, nicht genug, um die Folgen zu beherrschen. Aus diesem Geschenk entstehen Magier, Schulen und schließlich Dalaran, aber auch jene auffälligen arkanen Ströme, die Dämonen an die junge Stadt heranführen.
Der Sieg stiftet daher zwei dauerhafte Verbindungen. Menschen und Elfen lernen, dass sie gemeinsam eine Macht brechen können, die einzeln zu groß für sie wäre. Zugleich lernen die Amani, dass ihre Gegner Bündnisse über Volksgrenzen hinweg schließen und mit neuer Magie in alte Gebiete eindringen können. Spätere Generationen erben nicht den Augenblick des gemeinsamen Entschlusses, sondern seine verschiedenen Erinnerungen. Darum bleiben Quel'Thalas, Arathor und Zul'Aman miteinander verbunden, selbst wenn Verträge zerfallen und die Namen der ersten Heerführer längst nur noch auf Denkmälern stehen.