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Argus der Zerrütter
Charakter

Argus der Zerrütter

Argus war die gefesselte Weltseele einer eroberten Heimat. Die Legion machte seinen Schmerz zum Motor ihrer Wiedergeburt und zwang ihn als Zerrütter in einen Kampf, dessen Ende selbst die Schattenlande traf.

Die Seele einer leuchtenden Welt

Im Inneren von Argus wuchs eine Weltseele, während an der Oberfläche die Eredar eine Zivilisation aus arkanem Wissen und glänzenden Städten errichteten. Velen, Kil'jaeden und Archimonde kannten den Wert ihrer Heimat, aber nicht das ganze Wesen unter ihren Füßen. Als Sargeras den Eredar Macht versprach, gewann er nicht nur ein Volk für seine Legion. Er erhielt Zugriff auf eine ungeborene kosmische Kraft.

Velen floh mit den späteren Draenei. Die Zurückgebliebenen wurden zu Man'ari, und Argus verwandelte sich in das Herz der Brennenden Legion. Für die Weltseele gab es keine Flucht. Der Planet wurde in den Wirbelnden Nether gezogen, seine Landschaft zerbrach, und die Macht im Inneren blieb an denselben Ort gefesselt, während Jahrtausende des Krieges über sie hinwegzogen.

Der Motor der Legion

Sargeras und seine Diener folterten Argus und nutzten seine Energie, um gefallene Dämonen immer wieder neu entstehen zu lassen. Die scheinbare Unendlichkeit des Brennenden Kreuzzugs beruhte damit auf dem ununterbrochenen Schmerz eines Wesens, das nie selbst zugestimmt hatte, Armeen zurück ins Leben zu rufen.

Argus war keine Person mit einem Hof oder einem gesprochenen politischen Willen. Sein Dasein wurde durch die Verwendung seines Körpers sichtbar. Antorus verwandelte eine werdende Welt in Infrastruktur: Kammern, Fesseln und Maschinen nahmen Kraft, bis der Unterschied zwischen Planet, Gefangenem und Waffe beinahe verschwand.

Rückkehr nach Antorus

Als Illidan Argus an Azeroths Himmel zog, erreichten Draenei, Armee des Lichts und ihre Verbündeten die verlorene Heimat. Sie sahen Krokuun, Eredath und Antoranische Ödnis nicht als alte Postkartenlandschaft, sondern als Beweis dessen, was die Legion aus einer Welt machte. Für Velen bedeutete jeder Schritt zugleich Heimkehr und Bestattung.

In Antorus befreiten die Angreifer die Seelen des Pantheons und besiegten Aggramar. Dann riss Sargeras die gequälte Weltseele hervor und zwang sie in die Gestalt des Zerrütters. Der Name beschrieb ihre zugedachte Aufgabe, nicht einen selbst gewählten Charakter. Argus sollte jene töten, die ihn hätten befreien können.

Der Tod eines Ungeborenen

Am Sitz des Pantheons kämpften Sterbliche und Titanen gegen Argus. Seine Macht ließ Leben erlöschen und wieder aufstehen, als wiederhole der Kampf den Kreislauf, den die Legion ihm aufgezwungen hatte. Erst mit der Hilfe des Pantheons fiel der Zerrütter. Sein Tod beendete den Motor der dämonischen Wiedergeburt.

Die letzten Reste seiner Energie halfen, Sargeras am Sitz des Pantheons zu binden. Damit wurde Argus noch im Sterben verwendet, diesmal zur Beendigung des Kreuzzugs, der ihn versklavt hatte. Befreiung und Auslöschung fielen in denselben Augenblick. Für die Draenei blieb keine geheilte Weltseele zurück, zu der sie hätten heimkehren können.

Der Schlag gegen die Schattenlande

Argus' Seele war nicht nur durch Teufelsenergie gezeichnet. Die Nathrezim, die im Geheimen dem Kerkermeister dienten, hatten Sargeras dazu gebracht, die ungeborene Weltseele mit Todesmagie zu verderben. So sollte Argus als Wiederbelebungsmaschine die gefallenen Dämonen der Legion immer wieder zurückbringen.

Als Argus fiel, erreichte seine mit Todesmagie erfüllte Seele Oribos und traf die Richterin wie ein Geschoss. Sie verstummte; von da an strömten selbst verdiente Seelen in den Schlund. Damit hatte ein Plan, der im Herzen der Legion begonnen hatte, Folgen weit über ihren Untergang hinaus. Argus wurde nicht nur als Waffe gegen Azeroth missbraucht, sondern auch als Schachzug in einem Krieg, den selbst Sargeras nicht vollständig durchschaut hatte.

Argus der Zerrütter ist daher weder nur Endgegner noch freiwilliger Titan der Legion. Er ist das Ergebnis vollständiger Zweckentfremdung. Eine Welt wurde erobert, ihr Kind gefesselt, sein Schmerz zu Treibstoff und sein Tod zum Schlüssel weiterer Pläne gemacht. Seine Geschichte gibt Azeroths Bewohnern einen Blick auf das mögliche Schicksal ihrer eigenen Weltseele: Nicht jede Macht will sie töten. Manche wollen, dass sie lebt, solange ihr Leiden nützlich bleibt.