Ehre und StärkeBlackmoore
Rastakhan
Charakter

Rastakhan

Rastakhan herrschte über zwei Jahrhunderte im Glanz Rezans und hielt Zandalars Größe für beständiger als jede Warnung. Als Zul sein Reich von innen brach, kaufte der König mit einem Pakt bei Bwonsamdi die Macht zum Widerstand und vererbte seiner Tochter den Preis.

Der König auf dem goldenen Thron

Rastakhan regierte Zandalar über zwei Jahrhunderte. Rezan, der Loa der Könige, hatte seine Linie erwählt und verlieh seiner Herrschaft eine Dauer, die selbst unter Trollen außergewöhnlich war. Generationen wurden geboren, dienten und starben, während derselbe König über den Stufen Dazar'alors wachte. Mit jedem Jahr fiel es leichter, die Beständigkeit des Thrones mit der Unverwundbarkeit des Reiches zu verwechseln.

Er war kein untätiger Schmuck seiner Krone. Als Hakkar in Zul'Gurub erwachte, sandte Rastakhan Abgesandte aus und suchte Helden gegen den Seelenschinder. Doch er regierte aus der Höhe eines Volkes, das sich als älteste und größte Trollzivilisation verstand. Zandalars goldene Tempel, seine Flotte und die Nähe zu mächtigen Loa hatten viele Krisen überdauert. Rastakhans Stolz war daher nicht bloße Eitelkeit. Er war eine Gewohnheit, die durch sehr lange Erfahrung bestätigt worden war.

Die Warnungen des Propheten

Zul sah den Kataklysmus kommen und warnte, Zandalar werde im Meer versinken. Rastakhan hörte ihn mehrfach an, glaubte aber weder an das ganze Ausmaß der Vision noch an die Lauterkeit des Propheten. Schließlich gab er Zul Schiffe und erlaubte ihm, Gefolgsleute zu sammeln. Es war zugleich Vorsorge und der Versuch, einen unbequemen Mahner aus dem Palast zu entfernen.

Der Kataklysmus verwüstete Teile der Insel, ohne sie vollständig zu verschlingen. Zul nutzte die Furcht, um andere Trollreiche unter zandalischer Führung zu sammeln. Rastakhan unterstützte den Wunsch nach neuer Trollmacht, missbilligte jedoch Zuls Bündnis mit Lei Shen und den Mogu. Er wollte Größe zurückgewinnen, ohne zu erkennen, dass sein Prophet längst eine Zukunft vorbereitete, in der der alte König keinen Platz mehr haben sollte.

Eine Tochter sieht die Risse

Talanji erkannte früher als ihr Vater, wie viele Gefahren sich im Reich verbunden hatten. Die Bluttrolle rührten an G'huuns Gefängnis, Zuls Anhänger saßen im Rat, und die Siegel Zandalars fielen. Weil Rastakhan zu langsam handelte, suchte sie eigenmächtig die Hilfe der Horde. Ihre Gefangenschaft in Sturmwind und ihre Befreiung machten aus einem verbotenen Hilferuf den Beginn eines neuen Bündnisses.

Rastakhan erlaubte den Fremden schließlich, in Zandalar zu wirken, hielt aber an seiner königlichen Distanz fest. Zul nutzte die Zeit. Bei seinem Aufstand wurde Rastakhan beinahe getötet, und Bwonsamdi griff bereits nach seiner Seele. Rezan holte den König zurück und zwang ihn, die eigene Nachlässigkeit anzusehen. Zum ersten Mal konnte Rastakhan die Risse im Reich nicht mehr als Unruhe unterhalb seines Thrones behandeln.

Der Preis für Zandalar

Rastakhan führte die Jagd auf Zul selbst an. In Atal'Dazar fiel Rezan, und mit ihm erlosch die Kraft, die den König so lange getragen hatte. Rastakhan alterte, während sein Reich auf die letzte Schlacht zutrieb. Um Zuls Angriff auf Dazar'alor abzuwehren, schloss er einen Pakt mit Bwonsamdi. Der Loa des Todes verlangte nicht nur Rastakhans Dienst, sondern den seiner ganzen Blutlinie.

Mit der geliehenen Macht tötete Rastakhan den Verräter. Dennoch zerbrach Mythrax das letzte Siegel G'huuns, und der Sieg schmeckte nach Asche. Der König hatte Zandalar vor dem unmittelbaren Sturz bewahrt, aber Talanjis Zukunft ohne ihr Wissen verpfändet. Seine Liebe zum Reich und zu seiner Tochter führte ihn zu einer Entscheidung, die beide band. Gerade darin wiederholte sich seine alte Schwäche: Er entschied allein, weil ein König, der so lange geherrscht hat, leicht glaubt, nur er könne den notwendigen Preis ermessen.

Der letzte Widerstand

Beim Angriff der Allianz auf Dazar'alor blieb Rastakhan im Herzen des Palastes. Er verweigerte die angebotene Kapitulation und rief Bwonsamdi an. Die Macht des Loa stärkte ihn, drohte aber zugleich seine Seele zu verschlingen. Als der König erkannte, dass sein Segen eine Fessel war, war die Schlacht bereits verloren. Er fiel durch die Angreifer und konnte Talanji nur noch um Vergebung bitten, während der Pakt auf sie überging.

Sein Tod beendete die lange Kindheit einer Dynastie. Talanji erbte kein geeintes Reich im Glanz des alten Königs, sondern Trauer, Krieg und eine Verpflichtung gegenüber dem Tod. Später ließ Bwonsamdi Vater und Tochter noch einmal sprechen. Rastakhan sah, dass sie zu der Königin geworden war, die Zandalar brauchte, und gab ihr den Stolz, den er zu Lebzeiten zu selten als Vertrauen gezeigt hatte. Sein Vermächtnis bleibt deshalb doppelt: Er stand bis zum Ende für sein Volk, doch die Zukunft begann erst, als seine Tochter die Folgen seiner Rettung nach eigenen Bedingungen ordnete.