Ehre und StärkeBlackmoore
Mantid
Volk

Mantid

Die Mantid schufen westlich des Schlangenrückens ein Reich aus Bernstein, Schwärmen und harter Auslese. Ihr hundertjähriger Krieg stärkte jede Generation, während die Treue zu Y'Shaarj unter jeder Kaiserin fortbestand.

Kinder eines gefallenen Gottes

Die Mantid stammen von den Aqir ab, die nach den großen Kriegen des Schwarzen Imperiums in den Süden des alten Kalimdor zogen. Ohne es zu wissen, folgten sie dem Nachhall Y'Shaarjs. Die Nähe zur Essenz des herausgerissenen Alten Gottes veränderte sie über Generationen zu einem eigenen Volk.

Sie bauten ihr Reich im Gebiet des späteren Pandaria und verdrängten die Yaungol aus Teilen ihrer Heimat. Ihre Städte wuchsen aus Stein, Chitin und dem Bernstein der Kyparibäume. Für andere Völker wirkte die Schreckensöde wie ein unfruchtbarer Rand des Kontinents. Für die Mantid war sie eine lebendige Ordnung, deren Harz Nahrung, Baustoff, Erinnerung und heilige Substanz zugleich darstellte.

Hundert Jahre bis zum nächsten Schwarm

In langen Abständen sandten die Mantid ihre jungen Schwärme gegen den Schlangenrücken. Pandaren töteten die Schwachen; die Überlebenden kehrten mit Erfahrung zurück. Was von außen wie immer derselbe sinnlose Angriff erschien, war für das Reich eine grausame Form der Auslese. Jede Generation sollte stärker werden als die vorherige.

Dieser Kreislauf machte Krieg zu einem Bestandteil des Erwachsenwerdens. Die Mauerbewohner waren Feinde und zugleich unfreiwillige Prüfer. Frieden hätte für die Mantid nicht nur das Ende von Verlusten bedeutet, sondern den Zusammenbruch einer Ordnung, in der Wert durch Überleben bewiesen wurde. Darum ließ sich der Schwarm nicht mit einem einmaligen Vertrag befrieden, ohne zugleich sein Verständnis von Zukunft zu verändern.

Kaiserin und Klaxxi

An der Spitze stand eine Großkaiserin, deren Stimme den Schwarm lenkte. Hinter ihr wachten die Klaxxi als Rat über den größeren Zyklus. Sie konnten eine Herrscherin stürzen, wenn ihre Entscheidungen das Volk nicht stärkten, sondern verbrauchten. In Kyparitbernstein bewahrten sie Paragons aus früheren Zeitaltern für Krisen auf.

Damit besaß die Mantidgesellschaft eine Grenze für die Macht der Kaiserin, aber keine sanfte Ordnung. Die Klaxxi schützten das Reich, nicht die Freiheit jedes Einzelnen. Auch ihre Weisheit blieb an die alte Treue zu Y'Shaarj gebunden. Kontrolle und Widerspruch dienten demselben Ziel: Der Schwarm sollte lange genug bestehen, um eines Tages seinem Gott wieder zu folgen.

Die Angst bricht den Takt

Kaiserin Shek'zeer geriet unter den Einfluss des Sha der Angst und schickte den Schwarm zehn Jahre zu früh aus. Sie ließ heiligen Kyparit rücksichtslos fördern und verfolgte die Klaxxi. Der Angriff auf den Schlangenrücken wurde zum größten in der Erinnerung Pandarias, weil nicht Auslese, sondern die Furcht einer Herrscherin seinen Zeitpunkt bestimmte.

Die Klaxxi verbündeten sich mit einem Fremden, weckten ihre Paragons und stürzten Shek'zeer im Herz der Angst. Kurz darauf erwachte das Herz Y'Shaarjs unter Garrosh Höllschrei. Die Paragons folgten seinem Ruf nach Orgrimmar und starben für die Macht, vor der sie ihre zeitweiligen Verbündeten offen gewarnt hatten. Der Sieg über die Kaiserin hatte die alte Loyalität nie aufgehoben.

Ein Reich nach den Paragons

Shek'zara bestieg später den Thron. Als N'Zoth erwachte, führte sie Schwärme ins Tal der Ewigen Blüten und stellte das Reich erneut in den Dienst eines Alten Gottes. Manche Mantid und verbliebene Klaxxi widersetzten sich der Verschwendung, doch die jahrtausendealte Ausrichtung auf das Schwarze Imperium war nicht mit dem Tod Y'Shaarjs verschwunden.

Die Mantid sind deshalb mehr als eine Armee aus Insektenwesen. Ihr Reich besitzt Erinnerung, Ämter, Handwerk und eine Vorstellung von Vollkommenheit, die im Überleben der Härtesten liegt. Gerade diese Geschlossenheit macht Begegnungen mit ihnen so schwierig. Sie können Fremde achten, Verträge erfüllen und gemeinsam einen Feind besiegen. Doch unter jedem Bündnis summt die Frage, ob die nächste Generation darin stärker wird und ob der uralte Gott am Ende des Zyklus noch immer wartet.