Ehre und StärkeBlackmoore
G'huun
Macht

G'huun

G'huun war das unbeabsichtigte Ergebnis titanischer Forschungen in Uldir: ein künstlich geschaffener Alter Gott der Fäulnis, der Nazmir aus seinem Gefängnis heraus vergiftete, bis die Reoriginationseinheit seine Befreiung verhinderte.

Der Fehler unter Uldir

G'huun fiel nicht wie die Alten Götter aus dem Großen Dunklen Jenseits auf Azeroth. Er entstand in Uldir, einer titanischen Forschungsanlage unter Nazmir. Dort untersuchten die Hüter gefangene Verderbnis, weil sie verstehen wollten, wie sich Azeroth von den Alten Göttern heilen ließe. Bei Versuchen an deren unstillbarem Hunger schufen sie unbeabsichtigt ein Wesen, das fast nur aus diesem Hunger bestand.

G'huun war schwächer als die großen Alten Götter, aber nicht harmlos. Fäulnis, Seuche und parasitäres Wachstum waren keine Werkzeuge für einen höheren Plan; sie waren sein Wesen. Er konnte einen Wirt nur verbrauchen, bis nichts mehr übrig blieb. Die Titanen hatten nach einer Heilung gesucht und die Krankheit dabei in eine neue Gestalt gezwungen. Als sie das Ausmaß ihres Fehlers erkannten, vernichteten sie ihn nicht, sondern machten Uldir zu seinem Gefängnis.

Drei Siegel gegen den Hunger

Drei große Siegel hielten G'huun gebunden: Atul'Aman in Vol'dun, Atul'nazman in Nazmir und das letzte Siegel bei Dazar'alor. Doch ein Gefängnis über Jahrtausende ist kein Ende, sondern eine fortdauernde Aufgabe. Mythrax der Auflöser brach das Siegel von Atul'Aman schon in alter Zeit. G'huuns Kräfte untergruben Atul'nazman, während Erdbeben und Katastrophen Zandalars alte Sicherungen weiter schwächten.

Aus der Tiefe tastete G'huun nach Lebenden und Toten. Seine Unterfäule kroch durch Höhlen und Wurzeln, verdarb Tiere und ließ neue Parasiten wachsen. Selbst Bwonsamdis Anspruch auf Seelen wurde angegriffen. Der Blutgott musste sein Gefängnis nicht verlassen, um eine Landschaft nach seinem Wesen zu formen. Jeder befallene Körper wurde zur Verlängerung seines Hungers, jeder Kult zu einer Hand, die von außen am letzten Riegel zog.

Die Kinder des Blutgottes

Trolle in Nazmir hörten G'huuns Versprechen und hielten ihn für einen Loa. Aus verbotener Blutmagie und alten Seuchen wuchs die Kultur der Bluttrolle. Unter Groß-Ma'da Ateena bauten sie ihre Gemeinschaft auf Opfer, Verwandlung und der Überzeugung, Verschlingen bedeute Stärke. G'huun verlangte keine Städte oder feine Technik. Er brauchte Körper, Blut und gehorsame Münder, weshalb seine Verehrer alles abstreiften, was ihrem Gott keinen unmittelbaren Hunger stillte.

Diese Trolle waren nicht bloß willenlose Infizierte. Sie schufen Rituale, Hierarchien und Kriegszüge und machten Gefangene zu Material ihrer Magie. Gerade darin wurde G'huuns Einfluss dauerhaft. Er nahm vorhandene Angst, Machtgier und religiöse Sprache auf und gab ihnen eine Rechtfertigung, die jeden Zweifel als Schwäche des Fleisches erscheinen ließ. Als Talanji und ihre Verbündeten Nazmir betraten, kämpften sie deshalb nicht nur gegen eine Seuche, sondern gegen Blutstrolle, die in der Seuche Zugehörigkeit gefunden hatten.

Zuls versprochener neuer Gott

Der Prophet Zul wollte die alten Loa durch G'huun ersetzen und unter einem neuen Gott ein Trollreich errichten. Seine Verbündeten erweckten Mythrax, und nach dem Fall der beiden äußeren Siegel griff der C'Thrax Dazar'alor an. Zul starb, doch Mythrax zerstörte das letzte Siegel. G'huuns Kult hatte damit erreicht, woran der Blutgott selbst über lange Zeitalter gearbeitet hatte: Der Weg aus Uldir stand offen.

G'huuns Befreiung hätte seinen Anhängern jedoch kein erneuertes Reich geschenkt. Ein vollkommener Parasit teilt keine Zukunft. Er verzehrt auch jene, die seine Ketten brechen, sobald ihr Nutzen endet. Zuls Plan wiederholte auf andere Weise den Fehler der Titanen. Beide Seiten glaubten, den Hunger für einen eigenen Zweck einsetzen oder begrenzen zu können. Die Forscher schlossen ihn ein, der Prophet wollte ihn krönen. Keiner dieser Pläne änderte, was G'huun war.

Die Waffe des Gefängnisses

Prinzessin Talanji, Brann Bronzebart und Streiter von Horde und Allianz drangen in Uldir ein. Sie fanden eine Anlage voller verworfener Experimente und Wesen, die von der langen Nähe zur Verderbnis gezeichnet waren. Im Faulenden Kern zwang G'huuns gewaltige Regeneration sie, die titanische Reoriginationseinheit zu nutzen. Die Maschine schwächte ihn und zog ihn aus seinem Versteck, sodass er getötet werden konnte, bevor er ganz entkam.

G'huun ist tot, und die Bluttrollstämme verloren danach ihre wichtigsten Stellungen und Anführer. Seine Geschichte bleibt dennoch als Urteil über Uldir bestehen. Wissen war nötig, um Azeroth gegen die Alten Götter zu schützen, doch Forschung ohne Grenze erschuf eine neue Weltbedrohung und überließ ihre Bewachung kommenden Zeitaltern. Am Ende tötete die Technik des Gefängnisses das Wesen, das dort entstanden war. Das ist ein Sieg, aber kein Freispruch. Unter Nazmir bewiesen die Titanen, dass selbst der Wunsch nach Heilung Verderbnis hervorbringen kann, wenn jedes lebende Ding nur noch als Gegenstand eines Versuchs erscheint.