Ehre und StärkeBlackmoore
Zandalar
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Zandalar

Die uralte Inselheimat der Zandalari, deren goldene Hauptstadt Katastrophen und Aufstände überdauerte, bis Rastakhans Tod Talanji zwang, Krone, Loa und Bündnisse neu zu ordnen.

Der Berg, der zur Insel wurde

Zandalar war schon alt, als viele spätere Reiche noch keinen Namen trugen. An den Hängen der heiligen Zandalarberge errichteten frühe Trollstämme Schreine für die Loa. Die Zandalari beanspruchten die höchsten Plateaus, aus deren Tempelbezirk mit der Zeit Zuldazar erwuchs, und bewahrten dort Wissen über die anderen Trollstämme. Sie sahen sich nicht als einen Stamm unter anderen, sondern als geistiges und königliches Zentrum ihres Volkes. Gesandte kamen in regelmäßigen Abständen nach Zuldazar, um über Gefahren und gemeinsame Angelegenheiten zu beraten, auch wenn die zerstrittenen Trollreiche den Rat der Zandalari keineswegs immer befolgten.

Bei der Großen Teilung schützten mächtige Zauber einen Teil des Landes. Die Welt ringsum versank oder wurde auseinandergerissen, und Zandalar blieb als Insel zurück. Dieser Schutz nährte den Glauben an besondere Erwähltheit. Doch er konnte nicht verhindern, dass Küsten verschwanden und die Verbindung zum alten Kalimdor zerbrach. Schon die Entstehung der Insel war deshalb zugleich Rettung und Verlust.

Gold über alten Rissen

Zuldazar glänzt mit Stufenpyramiden, Gärten und dem Palast Dazar'alor. Unter König Rastakhan wirkte die Krone über Jahrhunderte beinahe zeitlos. Loa wurden nicht als ferne Symbole verehrt; ihre Tempel, Priester und Pakte waren Teil des täglichen Lebens und der Politik. Besonders Rezan, Loa der Könige, verlieh der Dynastie ihre heilige Bestätigung.

Doch Zandalar bestand nicht nur aus der goldenen Hauptstadt. Im sumpfigen Nazmir wirkten Blutstrolle und die Macht des künstlich geschaffenen Blutgottes G'huun. Vol'dun diente als karge Verbannung und war Heimat der Vulpera, während Sethrak um ihren eigenen Weg rangen. Das Reich hielt diese Landschaften zusammen, aber seine Herrscher sahen die Gefahr an den Rändern oft erst, wenn sie bereits in den Palast hineinreichte.

Die Prophezeiung des Untergangs

Der Kataklysmus spaltete den Boden, ließ Teile der Insel sinken und neigte selbst Rastakhans Palast. Der Prophet Zul hatte die Flut vorausgesehen und verlangte eine entschlossene Antwort. Als der König ihm nicht in allem folgte, führte Zul eine Flotte fort und versuchte, alte Trollreiche und die Mogu für eine neue Machtordnung zu vereinen. Zandalar sank nicht, wie er verkündet hatte. Seine Warnung war dennoch nicht leer, und gerade diese Mischung aus richtiger Furcht und maßlosem Ehrgeiz machte ihn gefährlich.

Zul kehrte später zurück und stand scheinbar wieder im Dienst des Königs. In Wahrheit verbündete er sich mit G'huuns Blutstrollen. Verrat wuchs im Rat, während Rastakhan an Gewohnheiten und alten Vertrauensverhältnissen festhielt. Prinzessin Talanji erkannte früher, dass das Reich Hilfe brauchte, und suchte ein Bündnis mit der Horde.

Der Preis eines Paktes

Horde und Zandalari kämpften in Zuldazar, Nazmir und Vol'dun gegen Aufständische, Blutstrolle und Verräter. Rezan fiel und wurde geschändet. Um sein Reich noch einmal zu retten, schloss Rastakhan einen Pakt mit Bwonsamdi. Der Loa des Todes gab Macht, doch seine Verträge besitzen eine lange Erinnerung. Rastakhan gewann den Kampf um die Hauptstadt und band zugleich seine Blutlinie an einen Herrn, dessen Hilfe nie ohne Anspruch bleibt.

Im Krieg zwischen Horde und Allianz wurde Dazar'alor selbst zum Schlachtfeld. Die Allianzflotte griff die Hauptstadt an, drang in den Palast ein und tötete Rastakhan. Für die Zandalari war dies nicht nur der Verlust eines Königs, sondern der Augenblick, in dem die jahrtausendealte Gewissheit zerbrach, das Herz ihres Reiches sei unangreifbar.

Talanjis Zandalar

Talanji bestieg den Thron nicht als jüngere Ausgabe ihres Vaters. Sie ordnete den Zanchulirat neu, suchte den belastenden Pakt mit Bwonsamdi zu lösen und führte Zandalar in die Horde. Dabei bestand sie auf der Würde ihres Reiches. Das Bündnis sollte keine Unterwerfung sein, sondern eine Verbindung, in der die Zandalari als Partner handelten.

Zandalar trägt seither seine Widersprüche offener. Die goldenen Stufen stehen noch, doch sie verbergen weder die Sümpfe Nazmirs noch die Gräber des Krieges. Loa und Sterbliche brauchen einander, ohne einander vollständig zu beherrschen. Eine junge Königin führt ein uraltes Volk, dessen größte Gefahr nie nur von außen kam. Die Insel überdauerte den Bruch der Welt, den Kataklysmus und einen Aufstand. Ob sie auch ihren eigenen Stolz überwindet, entscheidet sich nicht an der Höhe ihrer Pyramiden, sondern daran, wen sie auf deren Stufen mitsprechen lässt.